Dörfer in Deutschland Älter, ärmer, leer

Junge Leute zieht es in die Städte, auf dem Land bleiben die Älteren zurück – wenn überhaupt. Für die Menschen in den Schrumpf-Dörfern hat das dramatische Folgen. Unsere Grafik zeigt, wie es um Ihre Region bestellt ist.
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„Die strukturschwachen Regionen laufen Gefahr, wirtschaftlich weiter zurückzufallen“. Quelle: dpa
Rentner auf einer Parkbank

„Die strukturschwachen Regionen laufen Gefahr, wirtschaftlich weiter zurückzufallen“.

(Foto: dpa)

BerlinÄlter, ärmer, leerer – die Entwicklung in vielen deutschen Dörfern sieht düster aus, wie eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt. Die am Donnerstag vorgestellte Erhebung bezieht sich auf Daten von 1993 bis 2013.

Die Folgen des Strukturwandels sind vielfältig – ökonomisch und sozial. Während die großen Städte und Metropolregionen zu den Gewinnern gehören, verlieren auf der anderen Seite die mittleren und kleinen Städte, aber vor allem die ländlichen Regionen und Kommunen. Im Durchschnitt steht hier mittlerweile jede zwölfte Wohnung leer. „Die Metropolen haben eine enorme Sogwirkung“, sagte BBSR-Direktor Harald Herrmann bei der Vorstellung der Studienergebnisse in Berlin.

In schrumpfenden Gemeinden ist jeder zweite Bürger 50 Jahre und älter. Die Abwanderung hat Folgen: Weniger Bürger müssen die Kosten für die gleiche Infrastruktur finanzieren und zusätzlich mehr Angebote für Ältere bereitstellen. Ein Kraftakt für die Kommunen. Besonders der Osten steht im relativen Vergleich der Studie schlecht dar. Während im Westen 41 Prozent aller Gemeinden als schrumpfend eingestuft werden, sind es im Osten sogar 84 Prozent. Es verlassen zudem mehr Frauen als Männer die Dörfer. Rein statistisch findet deshalb jeder fünfte Mann auf dem Land keine gleichaltrige Partnerin.

Das gefährliche am demographischen und wirtschaftlichen Wandel: Er beschleunigt sich fast selbstständig. Schrumpft eine Region, beginnt ein Teufelskreis. Denn Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum hängen eng miteinander zusammen. Sinkt die Bevölkerungszahl, wie insbesondere im Osten, geben weniger Menschen dort Geld aus.

Außerdem stehen weniger junge gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung. Deshalb wird einerseits weniger produziert und andererseits weniger investiert. Die Steuereinnahmen sinken und die öffentlichen Kassen müssen immer mehr sparen. Das hinterlässt Spuren in der Infrastruktur, aber auch in den Köpfen der Menschen.

Durch all diese Aspekte verlieren die Dörfer an Anziehungskraft, besonders für junge Menschen. Es folgt ein erneuter Bevölkerungsrückgang – und so weiter. Die niedrige Geburtenrate trägt natürlich auch zur Entwicklung bei. Nur in 137 von rund 4500 Kommunen in Deutschland gibt es mehr Geburten als Sterbefälle.

Kein Bevölkerungswachstum mehr ohne Zuwanderung
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48 Kommentare zu "Dörfer in Deutschland: Älter, ärmer, leer"

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  • Zuehlke u. Schidtchen
    Lubumba ist bei Ihnen also keine Leser-Beschimpfung.

  • @Frau Buschmann......mit Verlaub aber das ist dummes gerede!! Wenn in der BRD der Baum brennt wie man so schön sagt, können Sie ja als Bäuerin mal schauen ob Sie Ihre Gurken, Tomaten oder was auch immer, nocht ohne weiteres ernten können. Ich glaube eher werden tausende von Menschen Ihre Felder und Gewächshäuser stürmen und Sie notfalls auch aus dem Weg räumen um es mal salopp zu sagen. Versuchen Sie sich bitte nicht immer als Visionärin oder gar als Frau mit Sachverstand. Sie sind eine alte verbitterte Frau deren Leben darin besteht den ganzen Tag Foren zuzumüllen. Herr Max Utthof hat in seinem Monatsrückblick Juli 2015 explizit Bezug auf einen Ihrer Posts genommen. Zu sehen ist das auf Youtube. Dann kann sich jeder selbst sein Urteil über Sie bilden. Gruß

  • Bevor man ständig on Zuwanderung redet, sollte man mal daran denken, dass wir in Deutschland schon viel sweniger Menschen warenund es ging uns gut.
    Also Schluß mit dem ewigen Gequassel üer Zuwanderung.
    Ich will keine kulurfremde Zuwanderung.
    Und wir sollten auch aufhören, den anderen Ländern ihre Leute abzuwerbn, die diese Länder selber brauchen

  • das hier ist eine wirtschaftsnahe zeitung oder?
    die wirtschaft stöhnt unter dem druck der lohnkosten insbesondere bei fachkräften
    auf den land ist alles billiger grund und boden, steuern, das wohnen und die lebenshaltungskosten auch für fachkräfte
    lasst uns doch mal die alten wirtschaftsbosse austauschen und mit den neuen zürück aufs land gehen,
    denn da muss die fachkraft nicht die hohen kosten wie in den millionenstädten zahlen
    braucht also auch nicht so hohe löhne für die gleiche lebensquallität
    das wäre doch eine masnahme und viele fliegen mit einer klappe
    die infrastrucktur, die verkehrsanbindung müssen sowieso erneuert werden
    aber mit den alten ministern, wirtschaftsofficielen, mc kincayberatern ist das nicht machbar


  • Die Demografie-Lüge! Immer wieder wird der Albtraum des sinkenden Lebensstandards bei sinkender Bevölkerungszahl beschworen. Und das ist eine bewusste Lüge! Schauen Sie sich kleinere Länder an, Luxemburg, die Schweiz oder auch Norwegen. So wenig Leute und so ein Wohlstand!
    In jenen Ländern sind die Stundenlöhne und der Lebensstandard wesentlich höher als in DE. Um weiter billige Arbeitskräfte importieren zu können wird die Demographie bemüht. Einwanderung gilt als "alternativlos". So ein hanebüchener Unsinn!
    Die Demografie bedroht nur den Lebensstandard derjenigen, die die Güter und Leistungen herstellen. Weil sie alle anfallenden Lasten aufgesattelt bekommen. Kapitalbesitzer entziehen sich der Solidargemeinschaft.
    In einer Wirtschaft, in der jedes Jahr mehr Waren und Dienstleistungen produziert werden, sinkt der Lebensstandard?
    Das ist eindeutig kein Demographieproblem, sondern ein Problem der Lastenverteilung zwischen Arbeit und Kapital.

  • Herr Schmidt, glauben Sie denn wirklich auch nur einer der einschlägigen Kommentatoren liest die gedruckte Ausgabe des HB? Das Forum ist zum Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker und "besorgte Bürger" geworden. Hier hat man sich gefunden, hier kann man so herrlich pöbeln und alle blasen ins gleiche Horn. Es sind halt immer dieselben, Arbeitslose, Frührentner, verbitterte, bornierte Kleinbürger die mit ihrer Zeit nichts besseres anzufangen wissen als das Forum zuzuspamen. Solche Typen halt...
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hass-im-netz-ich-bin-der-troll-13139203.html

  • Ja klar... Ich war von der Regierung beauftragt hier meine Meinung zu sagen...

    Ich hätte nicht gedacht, dass Verschwörungstheoretiker wie Sie das Handelsblatt lesen. Hierzu die Frage, lesen Sie hier auch oder schreiben Sie nur verbitterte Kommentare?

    Ihre Argumentation kritisiert ja übrigens somit den technischen Fortschritt und Automatisierung, wobei ich besonders in Deutschland damit rechne das hieraus eher andere Arbeitsplätze entstehen.

  • Peter Schmidt@
    Inhaltsleer und persönlich sin Ihre Kommentare, sonst nichts.

  • Der Herr Schmidt und seine Textbausteine@
    Sie wiederholen sich ohne Sachverstand, nachplaudern von Texten natürlich von unserer Regierung kann jeder. Persönlich werdend, wie Ideologen sind, wenn sie nicht mehr weiter wissen, das kennt man aus der Zeitung und dem Fernsehen.
    Es wird fast niemand mehr in den Fabriken stehen auch wenn Sie, als Jüngerer rückständig, gläubig und fixiert, an irgend etwas anderes glauben. Mit Arbeit jedenfalls wird die Masse ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen.

  • Selbst wenn der technische Fortschritt in einigen Bereichen ermöglicht, dass weniger Arbeitskräfte für dieselbe Produktivität benötigt werden, heißt dass noch nicht, dass diese dann dementsprechend das Gehalt ihrer ehemaligen Kollegen zusätzlich bekommen und dementsprechend Rentenbeiträge zahlen...

    Der demografische Wandel ist Realität, und vor allem für die Jüngeren unter uns ist es wichtig, dass hierauf reagiert wird!

    Was Sie hier von sich geben Herr Peter Delli ist ideologisch und nicht konstruktiv.

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