Döring vs. Rösler Gefährlicher Sprengsatz für den FDP-Chef

Neues Ungemach für die Liberalen: In ungewöhnlich deutlichen Worten giftet der neue Generalsekretär Döring gegen Parteichef Rösler. Die FDP-Zentrale ist alarmiert. Denn die Suada war nicht autorisiert.
Update: 04.01.2012 - 14:07 Uhr 14 Kommentare
Döring (re.) und Rösler. Quelle: dpa

Döring (re.) und Rösler.

(Foto: dpa)

HamburgEigentlich sollte das traditionelle Dreikönigstreffen der FDP an diesem Freitag in Stuttgart ein Befreiungsschlag für die Liberalen werden. Doch nun droht genau das Gegenteil. Grund ist ein Porträt des designierten FDP-Generalsekretärs Patrick Döring in der Illustrierten „Stern", in dem Döring mit Sätzen wiedergegeben wird, die wenig schmeichelhaft für Parteichef Philipp Rösler sind. Döring hält Rösler demnach für einen „Wegmoderierer“ und für „keinen Kämpfer“.

In der FDP-Zentrale in Berlin ist man alarmiert. Die Zitate seien nicht autorisiert, sagte ein Sprecher Handelsblatt Online. „Döring hatte aber um Autorisierung gebeten." Wie auch immer die Sache gelaufen ist, ob der „Stern"-Autor nichts mit Döring abgestimmt hat oder nicht, dass die Sätze so gefallen sind ist wahrscheinlich. Damit bereitet Döring der FDP wieder einmal Schlagzeilen, die sie derzeit nicht brauchen kann..

Da nützt es auch wenig, dass der designierte FDP-General sine Äußerungen über Rösler kurz darauf relativiert, aber eben nicht dementiert. Der „Stuttgarter Zeitung“ sagte Döring am Mittwoch nun: „Ich habe da nichts anderes gesagt als zuvor auch: Wir haben in der FDP-Führung unterschiedliche Temperamente, Stile und Tonalitäten. Und das ist gerade gut so.“ Rösler sei „ein hervorragender Vorsitzender, aber vom Stil her eben kein Raufbold, sondern in erster Linie Stratege, auch Motivator und Moderator“. Das sei seine Stärke.

Döring bestritt allerdings die Darstellung im „Stern“, er habe seinem Vorgänger Christian Lindner unterstellt, mit seinem Rücktritt einen Putsch gegen Rösler erzwingen zu wollen. Er habe lediglich verschiedene Motive für Lindners Rücktritt darlegen wollen, die in der Partei diskutiert würden. „Ich habe mir aber ausdrücklich keine der verschiedenen Deutungen zu eigen gemacht.“ Weshalb sein Vorgänger im Amt des Generalsekretärs gegangen sei, „weiß nur Christian Lindner allein“.

In dem Döring-Porträt liest sich das allerdings so: Döring tritt darin gegen seinen Vorgänger Lindner nach, indem er ihm vorwirft, vom Amt des Generalsekretärs nur deshalb zurückgetreten zu sein, um dadurch zügig FDP-Chef werden zu können, dürfte die desaströse Lage, in der sich die FDP befindet, kaum verbessern. „Er hat geglaubt, dass die Lage (...) so instabil ist, dass Philipp Rösler zurücktreten muss und dass die Partei ihn, den großen Intellektuellen, dann ruft“, poltert Döring gegen Lindner.

Lindner war Mitte Dezember zwei Tage vor dem für die FDP heiklen Mitgliederentscheid zum Europäischen Rettungsschirm ESM zurückgetreten, dessen Ergebnis zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar war. Lindners Abgang „haben alle brandbeschleunigend empfunden, auch die ihm menschlich näher stehen“, so Döring.

Döring setzt auf Leidenschaft in der Politik
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14 Kommentare zu "Döring vs. Rösler: Gefährlicher Sprengsatz für den FDP-Chef"

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  • @ ihr

    stimmt genau, was die FDP mit Freiheit meinte, war die Freiheit andere ausbeuten zu dürfen, ohne lästige staatliche Regeln

  • @ Ex-FDPler

    Ich würde sagen dahingerafft hat sie die Tatsache, dass die FDP niemandem nützte außer irgendwelchen Lobbygruppen, denen sie willig zu Diensten war.

    Und dann war da noch die Sache mit der Freiheit ... Freiheit ist heute unerwünscht, das dumme Volk soll nach Sicherheit und einem starken Staat gieren, so wollen es die (wahrhaft) Mächtigen ..

  • FDP? Was für eine FDP??

  • Die letzten Lotsen gehen von Bord und wir sind eigentlich (fast) wieder voll in der Hand der STASI (Merkel, Gauck).

    Nix gegen die STASI-Typen, aber dort hat man denen beigebracht, das Maul zu halten und brav Befehle zu befolgen. Und nur das ist erwünscht.

    - Köhler hat man kalt gestellt, weil er zu unbequem wurde
    - Wulff wird man kalt stellen, weil er evtl die ESM-Verträge nicht unterschreiben könnte.

    Und was bleibt sind JA-Sager, die bei der STASI das 100% Gehorchen gelernt haben.
    Und wann kommen die 1. LKW-Ladungen mit Stacheldraht und Minen?

  • @ihr
    Man nennt es Geldsozialismus. Das hat mit Neoliberalismus nichts zu tun. Aber es bewirkt genau das, was Sie beklagen: Die Reichen werden immer reicher!
    Lesen Sie mal Roland Baader...

  • Für mich klingen Dörings Kommentare einfach nur erfrischend. Rösler und die übrige "Boy Group" haben krachend versagt, daran gibt es doch nichts mehr herumzudeuteln. Fragt sich nur, ob klare Worte allein der FDP wieder auf die Beine helfen können. Völlig neues Personal wäre wichtiger. Und bitte keine "smarte Jungs" mehr, sondern gestandene, verantwortungsbewußte Menschen mit Lebenserfahrung außerhalb von Hörsaal, Hinterzimmer und Plenarsaal.

  • Patrick Döring, stellvertretender Vorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, gegen den die Staatsanwaltschaft zu Beginn seines neuen Amtes wegen Fahrerflucht ermittelt hat! Zeugen haben Herrn Döring gesehen, wie er nach dem Unfall gestoppt hat, um seinen Außenspiegel zu richten. Aber als Politiker hat er 1.500 EUR Bußgeld bezahlt und das Verfahren wurde eingestellt!

    Genau solche Leute braucht die FDP!

  • @ Kommisar

    Wir wandern in Richtung Sozialismus????
    Die Gewinne werden privatisiert, die Verluste sozialisiert. Die arbeitenden menschen haben seit 20 Jahren sinkende Einkommen, die Schere Arm-Reich explodiert auseinander!

    Wo ist da Sozialismus????
    Was ist für Sie Sozialismus? Das die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer? Das ist Neoliberalismus ala FDP.

  • Zensur hatte wieder zugeschlagen:

    Kein Mensch braucht die FDP - die Partei der Besserveriendenen. Außer die 2% Reichen, die sie vertreten, und NUR die.

    Aber die sind für arbeitenden Menschen nicht relevant.

  • DAS STERBEN DER LIBERALEN
    Hört! Hört! Nachdem der DRSB seit Monaten - aufgrund der sachlichen Analysen - das Ende der FDP vorhersagt, hat kurz vor dem Dreikönigstreffen nun endlich der Forsa - Chef Manfred Güllner „KLARTEXT“ gesprochen und sieht - genau wie der DRSB - die Existenz der FDP gefährdet.
    Eigentlich kein allzu großes Wunderwerk, denn die Umfragewerte der FDP liegen nunmehr mindestens seit zwanzig Monaten unter der fünf Prozenthürde. Überall in unserer Heimat beginn die Massenflucht - weg von der FDP. Nach vorliegenden Informationen steht vermutlich in der kommenden Woche ein weiterer Massenexodus bevor.
    Mit dieser Partei, mit dieser Führungsmannschaft möchte man nicht in einen Topf geworfen werden.
    Wer wie Rösler, Bahr oder auch Lindner beharrlich an der Parteibasis vorbeiregierte, „DER“ sollte sich nicht wundern, wenn er bald keine Parteibasis mehr hat. Die Ära Westerwelle hat den deutschen Liberalismus nachhaltig gekillt. Fällt demnächst auch noch Wolfgang Kubicki dem Negativtrend zum Opfer, dann dürfte die FDP zur Vergangenheit gehören. Daran werden bedauerlicherweise auch die gestandenen Altliberalen nichts mehr ändern können. Es muss schon äußerst schmerzhaft sein, wenn Leutheusser - Schnarrenberger, Baum, Hirsch, Genscher, Brüderle oder Gerhardt mit ansehen müssen, wie ihr politisches Kapital verspielt wird.
    Aber eine solch geballte Ladung an beratungsresistenten Führungspersonal, wie es zurzeit noch in der Partei „DIENST“ versehen darf, findet man in anderen Parteien nicht vor. So ist es auch verständlich, dass rund 66% der eigenen Mitglieder der FDP kein COMEBACK mehr zutrauen. Lediglich 28% glauben noch daran, dass am 06. Januar 2012 ein Wunder geschieht und die Versager Rösler und Bahr - nach Lindner - den Weg frei machen für eine gründliche Erneuerung der Partei.
    Immer mehr FDP - Wähler erkennen, dass sie jahrelang die „FALSCHE“ Partei gewählt haben. Und CDU - Wähler sind schon lange ni

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