Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Doppel-Interview Union will Piraten das Thema „Urheberrecht“ abjagen

Seite 4 von 4:
„Qualitätsjournalismus als Wert hochhalten“

Haben Markt und Industrie also versagt, hat die Wirtschaft es verschlafen, sich auf das neue Zeitalter einzustellen?

Kretschmer: Die Digitalisierung ist ein Umsturz, eine Revolution, bei der es viele Gewinner gibt. Schauen Sie sich Apple oder Amazon an: Da werden Milliarden umgesetzt. Gleichzeitig wird es aber auch Geschäftsmodelle geben, die in Zukunft nicht mehr funktionieren werden. Das hat aber nichts mit Marktversagen zu tun, sondern bedeutet letztendlich nur, dass der Markt eben neu ist und anders funktioniert.

Besteht die Gefahr, dass durch das Gesetz zum Leistungsschutzrecht die Verlierer der Revolution mehr gefördert werden, als sie es verdient hätten?

Kretschmer: Durch das Gesetz soll geregelt werden, dass Verlagsinhalte im Netz weitervertrieben werden und die Verlage daran beteiligt werden, weil sie eine große organisatorische und inhaltliche Leistung dafür erbringen. Ob das Gesetz dazu in der Lage sein wird, den klassischen Medienmarkt zu schützen – den Sie als Verlierer der Revolution meinen mögen - wird sich herausstellen. Das Gesetz wurde von der Bundesregierung auf den Weg gebracht und kommt im Herbst ins Plenum, wo es diskutiert werden wird. Im Vergleich zum ersten Entwurf wurden grundlegende Änderungen vorgenommen, die zuvor – meiner Meinung nach zu Recht - kritisiert wurden. Etwa der Schutz von Bloggern und anderen Anwendern, die vornehmlich nicht-kommerzielle Interessen verfolgen.

Lauer: Die komplette Debatte über das Leistungsschutzrecht kann letztlich auf eine Zeile Code heruntergebrochen werden: Der steht in der sogenannten „Robots.txt“ einer Webseite. Hier wird vermerkt, von welchen Suchmaschinen eine Seite durchsucht werden kann oder eben nicht. Dazu braucht man das Leistungsschutzrecht nicht. Die Haltung der Verlagshäuser ist da ziemlich bigott.

Kretschmer: Da sind wir bei einer zweiten Frage: Gibt es Bereiche, die so wichtig sind, dass sie geschützt werden müssen? Ich bin der Meinung, dass Qualitätsjournalismus ein Wert ist, den wir hochhalten sollten. Das Zeitungssterben, das wir aus den USA oder Großbritannien kennen und auch auf der Lokalebene schon in Deutschland erleben, ist ein Zustand, den ich mit Sorge betrachte.

Lauer: Wenn Sie etwas gegen das Zeitungssterben machen wollen, könnte man zum Beispiel ans Medienkonzentrationsrecht gehen. Das gibt es schon und damit können sie verhindern, dass auf regionaler Ebene die Zeitungslandschaft von nur einem Verlagshaus dominiert wird.

Kretschmer: Das Medienkonzentrationsrecht kann aber nicht Probleme lösen, die durch die demographische Entwicklung oder durch ein anderes Mediennutzungsverhalten bedingt sind. Natürlich könnte man darüber streiten, ob Printprodukte oder Qualitätsjournalismus Werte sind, die wir überhaupt erhalten wollen. Wenn man aber zu dem Schluss kommt, dass dies einen wichtigen Wert für die Gesellschaft, für die Demokratie ausmacht, dann müssen wir die Frage stellen, wie das getan werden soll. Und dieser Streit wird uns in den kommenden Monaten noch massiv beschäftigen.

Herr Kretschmer, Herr Lauer: Vielen Dank für das Gespräch.

Michael Kretschmer ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag.

Christopher Lauer ist Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus.

Brexit 2019
Startseite
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

3 Kommentare zu "Doppel-Interview: Union will Piraten das Thema „Urheberrecht“ abjagen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Von welchem Qualitätsjournalismus redet dieser Heinie Kretschmar! Der soll erstmal die Fragen seiner Wähler, äh Brötchengeber beantworten, die ihm bei "Abgeordnetenwatch" oder auf seiner Homepage gestellt werden! Keinen Arsch in der Hose, der Kerl. Wenn er sich mal in seinem Wahlkreis hier um Görlitz blicken läßt, dann zu Bändchendurchschneiden. Was für Nullen kriegen im HB ne Plattform-Ändschie läßt den Speichellecker dann doch mal ein Randfeld beackern-da kann er keinen Schaden anrichten!

  • Haha... So, wie die FDP den Datenschutz und die Freiheitsrechte als Thema hatten? Was kam? Nix. Ich glaub das der CDU genauso wenig.

  • ....und da ist er aus dem Hühnerstall entlaufen,- entlaufen,- entgackert. - Blicke sagen mehr als Worte, Texte..