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Drei Castor-Behälter Schiff mit Atommüll erreicht Zwischenlager

Der Energieversorger EnBW bringt radioaktive Brennelemente auf dem Neckar in ein Zwischenlager. Bei dem Castor-Transport bleiben Proteste von Aktivisten nicht aus. Weitere Fahrten sollen folgen.
11.10.2017 - 20:03 Uhr Kommentieren
Der Transport von Atommüll mit einem Spezialschiff ging ohne Vorfälle vonstatten. Quelle: dpa
Castor-Transport

Der Transport von Atommüll mit einem Spezialschiff ging ohne Vorfälle vonstatten.

(Foto: dpa)

Neckarwestheim Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat ein Spezialschiff hoch radioaktiven Atommüll vom stillgelegten Kraftwerk Obrigheim in das Zwischenlager Neckarwestheim transportiert. Der sogenannte Schubverband mit drei Castor-Behältern legte am Mittwochabend nach fast zwölf Stunden Fahrt an, wie der Energieversorger EnBW mitteilte. Auf der rund 50 Kilometer langen Fahrt sei keine auffällige Strahlung gemessen worden, teilte das Unternehmen in Baden-Württemberg mit.

Aktivisten hatten entlang der Strecke gegen die aus ihrer Sicht riskante Beförderung auf dem Fluss protestiert. An einer Brücke ketteten sich fünf AKW-Gegner an, vier weitere schwammen mit einem Transparent im Neckar. Der Protest hatte aber keinen Einfluss auf die Fahrt. Die Polizei bezeichnete die Aktionen als „unspektakulär und friedlich“. „Wir haben die Personalien aufgenommen und einen Platzverweis erteilt. Zu erwarten ist ein Bußgeld“, sagte ein Sprecher.

Während des Transports haben sich Atomgegner auf einer Neckarbrücke an das Geländer gekettet. Quelle: dpa
Proteste

Während des Transports haben sich Atomgegner auf einer Neckarbrücke an das Geländer gekettet.

(Foto: dpa)

Die Polizei bewachte den Schubverband unter anderem mit Booten, einem Hubschrauber und mit Einsatzkräften am Ufer. Nach dem Anlegen begannen Arbeiter mit dem Aufbau einer Rampe, über die Lastwagen die Brennelemente ins Zwischenlager bringen sollten.

Trotz nur geringer Auswirkungen auf den Transport werteten die AKW-Gegner ihre Störaktion bei Gundelsheim im Kreis Heilbronn als Erfolg. Die Proteste seien nötig, um auf den „verantwortungslosen Umgang mit lebensgefährlichem Müll“ aufmerksam zu machen, sagte Julian Smaluhn von der Umweltschutzorganisation Robin Wood. „EnBW lässt die Bevölkerung die Atommüll-Probleme ausbaden.“

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    Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) hatte an zwölf Stellen entlang der Fahrtstrecke eine mögliche Belastung durch den Castor geprüft. „Die Ergebnisse waren durchweg unauffällig und lagen im erwarteten Bereich“, teilte die Behörde am Abend mit.

    Bundesweit war es der dritte Transport von Atommüll per Schiff seit der Erstfahrt im Juni. EnBW plant zwei weitere Fahrten mit je drei Castoren. Damit sollen insgesamt 342 ausgediente Brennelemente nach Neckarwestheim gebracht werden. Der Energieversorger hält die Verwendung eines Schiffs trotz der Kritik von Umweltschützern für eine sichere Lösung. Das Unternehmen argumentiert, der Transport nach Neckarwestheim mache den Bau eines Lagers in Obrigheim überflüssig.

    In den Castoren, von denen einer beladen etwa 107 Tonnen wiegt, befindet sich auch Plutonium. Wie bei bisherigen Fahrten teile EnBW den Termin des nächsten Transports nicht mit. Das Unternehmen argumentiert mit Bestimmungen in der Transporterlaubnis.

    • dpa
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