Drohende Altersarmut Fast jeder Zweite wird Frührentner

Beinahe jeder zweite Beschäftigte ging im Jahr 2010 vorzeitig in Rente. Viele müssen dabei finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Verbände und DGB befürchten eine Zuspitzung der Lage durch die Rente mit 67.
Update: 28.12.2011 - 16:48 Uhr 11 Kommentare
Zum 1. Januar 2012 tritt das Gesetz zur Rente mit 67 in Kraft. Quelle: dpa

Zum 1. Januar 2012 tritt das Gesetz zur Rente mit 67 in Kraft.

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BerlinFast jeder zweite Beschäftigte in Deutschland geht vorzeitig in Rente. Im Schnitt fiel bei diesen Frührentnern im Jahr 2010 die Rente um monatlich 113 Euro geringer aus, wie aus am Mittwoch bekannt gewordenen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht. Der DGB und der Sozialverband VdK warnten vor zunehmender Altersarmut durch die Rente mit 67, während das Bundesarbeitsministerium die anstehende Neuregelung verteidigte.

Im Jahr 2010 bezogen laut Deutscher Rentenversicherung knapp 674.000 Versicherte erstmals eine Altersrente. 47,5 Prozent von ihnen oder fast 320.000 mussten dabei Einbußen in Kauf nehmen, weil sie nicht bis zur Regelaltersgrenze von 65 Jahren arbeiteten. Fünf Jahre vorher waren demnach 41,2 Prozent von Abschlägen betroffen, 2000 nur 14,5 Prozent. Im Durchschnitt gingen die Frührentner drei Jahre und zwei Monate vorher in Ruhestand.

Die Vorsitzende des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, warnte in der „Süddeutschen Zeitung“ mit Blick auf die Rente mit 67 vor steigender Altersarmut. „Derzeit bieten weder der Arbeitsmarkt noch die Personalpolitik der Unternehmen Anhaltspunkte dafür, dass ein Arbeiten bis zur Regelaltersgrenze zur Normalität wird“, sagte Mascher. Kritik kam auch von Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). „Solange die Beschäftigten kaum eine Chance haben, bis 65 zu arbeiten, ist die Rente mit 67 ein reines Rentenkürzungsprogramm“, sagte Buntenbach.

Zum 1. Januar 2012 tritt das Gesetz zur Rente mit 67 in Kraft. Es sieht vor, dass sich das reguläre Renteneintrittsalter pro Jahr zunächst um einen Monat nach hinten schiebt, ab 2024 sind es dann pro Jahr zwei Monate. Ab dem Jahr 2031 liegt der Renteneintritt dann bei vollen 67 Jahren.

Das Bundesarbeitsministerium warnte indes davor, die Zahlen als Argument gegen die Rente mit 67 zu benutzen. So mahnte ein Sprecher, die Daten nicht überzuinterpretieren. Die Zahlen seien „mit Vorsicht zu genießen“, hieß es. Ein wichtiger Grund für die Entwicklung sei, dass immer mehr Frauen arbeiteten und damit auch mehr von ihnen frühzeitig in Rente gingen. Beachtet werden müsse auch der allgemeine demografische Wandel: Es gebe mehr Menschen über 60, also mehr, die überhaupt vorzeitig in Rente gehen können.

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11 Kommentare zu "Drohende Altersarmut: Fast jeder zweite Beschäftigte wird Frührentner"

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  • Ich nenne es einfach mal so. ES IST EIN VERBRECHEN, WAS UNSERE REGIERUNG (SELBER VERBRECHER, ODER SIND VON DIESEN ABHÄNGIG)MIT DEN LEISTUNGSTRÄGERN DER NORMALEN BEVÖLKERUNG MACHT. Diese Leute haben nach heutigem Stand keine Chance bei den Minimallöhnen jemals ein vernünftiges Leben vor allem auch im Alter zu führen. Übrigens wurde die Riester- Rente nur dazu geschaffen, der Geldbranche weitere Geschäfte zu ermöglichen. Meiner Meinung nach hat die Allgemeinheit (STAAT) daür zu sorgen, das abhängig von der Lebensleistung für ALLE ein vernünftiges Auskommen jenseits von Hartz IV ermöglicht wird. Pate sollte die Altersversorgung von Politikern stehen. Die haben auch ohne Leistung i.d. R. Anspruch auf überdurchschnittliche (teilweise füstliche) Versorgungsansprüche. Wenn unsere Gesellschaft das nicht schafft, dann ist das dass Ende des sozialen Friedens. Eine private Altersversorgung wird wg. verschiedener gefahren nicht funktionieren.

  • Genau so ist es. Arbeitsämter drängen ältere Arbeitslose massiv in die Frührente.
    Dies dient nur dazu, die Arbeitslosen-Statistik zu schönen

  • Also das ist wirklich mehr als frech und zeigt Ihre ganze Unkenntnis über die Rentenvers.
    Da kann man noch so viel eingezahlt haben, weil man gut verdient hat, der Staat hat dermaßen die Versicherung bestohlen, dass kein Geld mehr da ist.
    Der deutshe Eckrenter, so heißt das, hat eine Rente zwischen 900 und 1.100 €
    Also bitte erst informieren ehe Sie solche frechen Äußerungen machen und Menschen diskriminieren, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben

  • Frührente? Hört sich nach freiwillig an. Die Wahrheit? Die Arbeitsagenturen bzw. Jobcenter zwingen die Arbeitslosen in die Frührente. Zu 99,9 % sind es also, wie die Politiker sich ausdrücken, Arbeitslose, die man vorsätzlich zu Frührentner machte, weil Leute ab 40 nicht mehr arbeiten sollen auf Anweisung der Politiker. So war es jedenfalls in meinem Fall. Ist man endlich gewillt Leute ab 40 in den normalen Arbeitsmarkt, normale Zeit und Entlohnung, zu bringen, gibt es weniger Rentner. Nach meiner Meinung erhält jeder Mitarbeiter, der die Leute nicht in den Arbeitsmarkt vermittelt, eine Provision. Jeder, der dieses System unterstützt muss des Landes verwiesen werden. Politiker, incl. Verwandtschaft, muss zusätzlich das gesamte Vermögen entzogen werden.

  • Das ist seit vielen Jahren bekannt. Eine große Zahl von Menschen geht freiwillig vorzeitig in Rente, das durchschnittliche Rentenalter liegt schon lange bei 62-63 Jahre. Die Leute wollen nicht bis 65 oder nunmehr bis 67 arbeiten.

    Wer das macht, hat sich den Schritt meist auch durchgerechnet und den Verlust einkalkuliert. Man nimmt es in Kauf, weil noch andere Alterseinkünfte da sind oder weil Kosten sinken.

    Die Erhöhung des Eintrittsalters war nur eine versteckte Rentenkürzung. Die zunehmende Versteuerung ebenfalls.

  • Wer nach 40 Berufsjahren überhaupt noch staatliche Unterstützung braucht um zu überleben, hat es wohl auch zu nix gebracht in seinem Leben, und verursacht eh nur noch Kosten.
    Man sollte vllt. doch mal über einen Gnadenschuss oder zumindest Euthanasie nachdenken !

  • Dann muss man sich halt einbißerl bewegen, gesund essen so gut es geht...dann geht das schon.
    Werft den Hund(t) vor die Hunde! Zum Fraß auf den Safariteller der gepresst-heulenden Hyänen, die jetzt schon knurren. Ich bin durch Rothschild abgesichert und blicke dem Untergang nur noch zu.

  • Dann muss man sich halt einbißerl bewegen, gesund essen so gut es geht...dann geht das schon.
    Werft den Hund(t) vor die Hunde! Zum Fraß auf den Safariteller der gepresst-heulenden Hyänen, die jetzt schon knurren. Ich bin durch Rothschild abgesichert und blicke dem Untergang nur noch zu.

  • Die Bundesregierung argumentiert, dass die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über 60 seit 2005 auf über 26% stieg. Was bitte machen die übrigen 73,6%? Eine zynische Argumentation die eine Quittung der Betroffenen erfordert. Auch die Argumentation die neuen Frührentner wollten nicht mehr arbeiten und würden bewusst auf Einkommen verzichten geht an der Lebenswirklichkeit vorbei. Die Realität ist so, dass die Betroffenen dem kontinuierlichen Mobbing und der Diskriminierung in den Betrieben entfliehen wollen.

  • Ich liebe die Herren Hundt und Konsorten, die mit Mitte 50 mit fetten Abfindungen in den Unruhestand gehen.
    Das überhaupt so viele Menschen bis 65 Jahren "arbeiten", ist der Nachwirkeffekt der Altersteilzeit. Es wird bis 60 gearbeitet und es folgen 5 Jahre Freiphase.
    Das Arbeitsleben wird für ältere Menschen ja nicht einfach besser und gesünder wird man im Alter auch selten.

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