Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Drohne Talarion IG Metall kämpft für Rüstungsprojekt

Seite 3 von 4:
„Ein dramatischer Hightech-Verlust in Bayern“

Zuletzt hatte es geheißen, das Verteidigungsministerium wolle erst im Laufe des kommenden Jahres über die Beschaffung einer Aufklärungsdrohne entscheiden. Priorität habe die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr, die mit den geleasten israelischen Heron-Drohnen sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Diese Zwischenlösung soll dem Vernehmen nach nun bis 2014 verlängert werden. Ziel sei danach ein nahtloser Übergang, um den aktuellen Kenntnisstand in der Truppe nicht zu verlieren. Talarion stelle dabei lediglich mittelfristig eine Möglichkeit dar. Kurzfristig komme dagegen nur die Beschaffung eines marktverfügbaren und einsatzbewährten Systems infrage.

Die Chancen von EADS auf den Auftrag dürften damit eher sinken, da Talarion erst 2018 einsatzfähig sein soll. Hinzu kommt, dass EADS zuletzt etliche Rüstungsprojekte zu spät, zu teuer oder mit technischen Mängeln an die Bundeswehr auslieferte. Da Talarion noch in der Entwicklung steckt, könnte sich die Einsatzfähigkeit auf die Zeit nach 2018 verschieben, während die Bundeswehr bereits 2014 eine Drohne braucht. Bereits am Markt verfügbar sind die US-Drohne Reaper sowie die israelische Heron TP als Nachfolger des Systems, das die Bundeswehr derzeit in Afghanistan nutzt. In Militärkreisen ist umstritten, welchen Mehrwert die bisher nur im Konzept existierende Drohne Talarion gegenüber diesen Systemen haben soll.

Das deutsche Militär sieht sich daher bei Talarion nicht unter dringendem Entscheidungsdruck, sondern befürchtet eher erneut eine langfristige Bindung großer Summen des Wehretats.

Im Entwurf des Bundeshaushalts für 2012 ist bisher im offiziellen wie im vertraulichen Teil kein Geld konkret für das Projekt eingestellt. „Es gibt dafür keinen Ansatz, keinen Titel“, sagte der CSU-Haushaltsexperte Herbert Frankenhauser dem „Münchner Merkur“. Verteidigungs- und Wirtschaftspolitiker aus Bayern warnen daher auch, wie Stiedl, vor dem Verlust tausender Arbeitsplätze im Freistaat. „Wenn es kein klares Bekenntnis zum Projekt Talarion gibt, riskieren wir einen dramatischen Hightech-Verlust in Bayern“, sagte der CSU-Bundestagsabgeordnete Florian Hahn der Zeitung. Mittelfristig gehe es um 3000 Stellen „und um die Frage, ob Flugzeugbau im Freistaat eine Zukunft hat“.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) mahnte vor diesem Hintergrund eine Berliner Entscheidung „in den nächsten Monaten“ an: „Es muss schnell gehen. So viel Zeit ist schon durch Versäumnisse früherer Verteidigungsminister verloren gegangen“, zitiert der „Merkur“ den Minister. Die Firmen vor allem am bisherigen Eurofighter-Standort Manching müssten Planungssicherheit bekommen. Zeil verlangte, einen Haushaltstitel für die Entwicklung unbemannter Systeme konkret für Talarion einzusetzen. Der CSU-Abgeordnete Hahn wies zudem darauf hin, dass die Drohne klar im Koalitionsvertrag festgeschrieben sei.

EADS will sich nicht äußern
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

2 Kommentare zu "Drohne Talarion: IG Metall kämpft für Rüstungsprojekt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • EADS hat die Arbeiten an Talarion beendet. Das Mrd Grab bleibt den Deutschen Steuerzahler erspart.

    http://www.aviationweek.com/aw/generic/story_generic.jsp?channel=defense&id=news/asd/2012/03/09/04.xml&headline=EADS%20Backs%20Away%20From%20Talarion%20UAV

  • wann kapiert denn die gewerkschaftsleitung,daß immer wenns zu spät ist idioten gesucht werden,die sich vor den karren der kapitalseite spannen lassen.


    bei der CASSIDIAN hocken die arbeitnehmervertreter im aufsichtsrat und hatten jahrelang zeit zusammen mit der kapitalseite ein ausstiegsszenario für die jetzige nachfragesitiuation vorzubereiten.

    jetzt nach staatsknete zu krähen is doch schlicht einfältiges rumgehuber und lamento.

    unsre IG METALL is zum schoßhund der arbeitgeber verkommen
    ohne eigene konzeption und ziele.

    ohne kürzere wochenarbeitszeiten in verbindung mit notwendigen spürbaren lohnkürzungen und geringeren manteltarifleistungen ist ein funktionierender und belastbarer arbeitsmarkt im metall und elektrogewerbe nicht zu erhalten.

    daß sich metaller,die noch vor 25 jahren gegen kriege demonstriert haben,sich jetzt für die aufrüstung medial aufplustern ist beschämend und spricht der verfolgungs- und unterdrückungsgeschichte der gewerkschaften sowie der opfer imkollegenkreis hohn.

    der ig metall vorstand sollte langsam zur besinnung kommen kommen...

Serviceangebote