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Druck auf Arbeitszeiten und Löhne werde zunehmen «Die deutsche Wirtschaft ist nicht hinreichend auf die EU-Erweiterung vorbereitet»

Wirtschaft und Politik haben sich nicht genügend auf die EU-Erweiterung eingestellt. Beide unterschätzten den Anpassungsdruck, den die Erweiterung mit sich bringen werde, meint der Chef-Volkswirt der Allianz-Versicherung.

HB BERLIN. Die deutsche Wirtschaft ist nicht ausreichend auf die EU-Osterweiterung vorbereitet. «Sie hat sich weder hinreichend auf den intensiveren Wettbewerb, noch auf die zu erwartende Zuwanderungswelle eingestellt», sagte der Chefvolkswirt der Allianz , Michael Heise, der «Berliner Zeitung» vom Wochenende.

Auch die Politik habe es versäumt, sich auf die EU-Erweiterung vorzubereiten. Die Integration dieser Länder werde einen stärkeren Standort- und Systemwettbewerb in Europa auslösen. Einiger der Beitrittsländer hätten ihre Steuersysteme reformiert. «Viele der alten EU-Staaten fühlen sich dadurch herausgefordert, ihre Steuersätze ebenfalls zu senken», sagte Heise weiter. Die niedrigeren Löhne in den Beitrittsländern erzeugten außerdem Druck auf die Politik, «gerade auch bei uns für mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt zu sorgen oder auch die staatlichen Leistungen zurückzufahren.»

Außerdem drohten die Löhne in Deutschland unter Druck zu geraten. «Um uns darauf einzustellen, sollten wir uns fragen, ob wir nicht wieder mehr arbeiten müssen – und zwar ohne Lohnausgleich», sagte Heise weiter.

Insbesondere der ostdeutsche Arbeitsmarkt werde die EU-Erweiterung zu spüren bekommen: Ostdeutschland habe trotz niedriger Löhne noch immer einen Lohnkostennachteil gegenüber den westlichen Ländern, weil dort die Produktivität niedriger sei.

Dennoch werde Deutschland für Zuwanderer aus den Beitrittsländern attraktiv bleiben: Zwar sei in Deutschland kurzfristig wegen der begrenzten Öffnung der Arbeitsmärkte für die neuen EU-Bürger nicht mit massiver Zuwanderung zu rechnen. Die Einkommensunterschiede zwischen Deutschland und den Beitrittsländern seien aber so beträchtlich, dass mit einiger Verspätung Bürger aus den mittel- und osteuropäischen Staaten nach Deutschland drängten.

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