Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

DSGVO Bundesdatenschützer Kelber sieht Datenschutz als Chance für neue Geschäftsmodelle

Die Wirtschaft klagt über erhebliche Belastungen durch den strengen EU-Datenschutz. Der Bundesdatenschützer rät Unternehmen, die Regeln als Chance zu begreifen.
26.06.2020 - 04:09 Uhr Kommentieren
„Statt Daten zu sammeln und zu verkaufen, sollten Unternehmen datenschutzfreundliche Angebote entwickeln.“ Quelle: dpa
Ulrich Kelber

„Statt Daten zu sammeln und zu verkaufen, sollten Unternehmen datenschutzfreundliche Angebote entwickeln.“

(Foto: dpa)

Berlin In der deutschen Wirtschaft herrscht auch zwei Jahre nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erheblicher Unmut über die EU-Vorschriften. „Viele kleine Unternehmen haben die Sorge, dass ihnen strenger auf die datenschutzrechtlichen Finger geschaut wird als großen, internationalen Playern, die über wesentlich mehr Datenvolumina verfügen“, sagte die Rechtsexpertin des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Annette Karstedt-Meierrieks, dem Handelsblatt. „Die Umsetzung der DSGVO belastet nach wie vor viele Unternehmen erheblich.“

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Ulrich Kelber, verteidigte die DSGVO gegen Kritik aus der Wirtschaft verteidigt. „Es ist an der Zeit, dass Unternehmen den Datenschutz als Chance für neue Geschäftsmodelle erkennen“, sagte Kelber dem Handelsblatt. „Das wäre auch für die digitale Wirtschaft in Europa ein guter Weg.“

Zugleich warnte Kelber: „Wer dagegen weiter versucht Daten gegen den ausdrücklichen Willen seiner Kundinnen und Kunden zu sammeln, verkennt das steigende Bewusstsein für den Schutz der Privatsphäre in der Gesellschaft. Langfristig werden diese Unternehmen nicht erfolgreich sein.“

Die DSGVO gilt seit gut zwei Jahren und regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten etwa durch Unternehmen, Organisationen oder Vereine. Verbraucher haben etwa ein „Recht auf Vergessenwerden“. Daten, die für den ursprünglichen Zweck nicht mehr benötigt werden, müssen gelöscht werden. Zudem gibt es das Recht auf Auskunft. Unternehmen und Organisationen müssen gespeicherte Daten auf Anfrage zur Verfügung stellen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die EU-Kommission stellte am Mittwoch ihren Bericht zu zwei Jahren DSGVO vor. Die Datenschutz-Grundverordnung sei „eine Erfolgsgeschichte“, sagte die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Vera Jourova. Die neuen Regeln hätten nicht das Ende der Welt bedeutet, wie viele vor der Einführung gewarnt hätten. Im Gegenteil: Sie ermöglichten sowohl den Schutz der Privatsphäre des Einzelnen als auch technologische Innovationen.

    Kelber betonte, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung sei ein Grundrecht. „Niemand hat etwas dagegen, wenn die Bürgerinnen und Bürger freiwillig, informiert und konkret einwilligen, dass sie beispielsweise personalisierte Werbung erhalten.“ Gleichwohl empfiehlt der Datenschützer: „Statt Daten zu sammeln und zu verkaufen, sollten Unternehmen datenschutzfreundliche Angebote entwickeln.“

    Jourova sagte, die DSGVO sei zu einem „echten europäischen Markenzeichen geworden“. Weltweit orientierten sich viele Staaten, die ihre Datenschutzregeln überarbeiten, stark an der Datenschutz-Grundverordnung. „Wir haben hier de facto einen internationalen Standard gesetzt“, so EU-Diplomaten.

    Auch der Bundesdatenschützer betonte, immer mehr Länder nähmen sich die DSGVO zum Vorbild und entwickelten ähnliche Gesetze. „Selbst in Kalifornien wurde gerade ein Datenschutzgesetz erlassen, das sich maßgeblich an unserer Datenschutz-Grundverordnung orientiert“, sagte er.

    Mehr: Lesen Sie hier die die Bilanz der EU-Kommission zur Datenschutz-Grundverordnung.

    Startseite
    Mehr zu: DSGVO - Bundesdatenschützer Kelber sieht Datenschutz als Chance für neue Geschäftsmodelle
    0 Kommentare zu "DSGVO: Bundesdatenschützer Kelber sieht Datenschutz als Chance für neue Geschäftsmodelle"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%