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E-Mobilität So erklärt sich das Datenchaos bei Ladesäulen in Deutschland

Wie viele Stromtankstellen gibt es in Deutschland wirklich? Die Antwort fällt je nach Ladesäulenverzeichnis unterschiedlich aus.
21.07.2021 - 08:55 Uhr Kommentieren
Es gibt eine Verpflichtung für Betreiber, alle öffentlichen Ladepunkte zu melden. Aber ob jemand eine Ladesäule meldet oder nicht, prüft keiner. Quelle: dpa
Hinweisschild für E-Auto-Ladestationen

Es gibt eine Verpflichtung für Betreiber, alle öffentlichen Ladepunkte zu melden. Aber ob jemand eine Ladesäule meldet oder nicht, prüft keiner.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Beim Ausbau von Ladesäulen ist es für Staat wie Unternehmen entscheidend, mit aktuellen Daten über die schon bestehende öffentliche Infrastruktur zu arbeiten. Die Bundesnetzagentur soll mit ihrem Ladesäulenverzeichnis die Grundlage bieten.

Diese Zahlen werden etwa herangezogen, wenn es um die Planung neuer Standorte und die Bewilligung von Fördergeldern geht. Die Now GmbH als Koordinierungsstelle für Förderprogramme greift bei ihrer Bedarfsplanung von Ladepunkten auf das monatlich aktualisierte Register der Netzagentur zurück.

Zwar gibt es eine Verpflichtung für alle Betreiber, alle öffentlichen Ladepunkte – auch ungeförderte – zu melden. Aber ob jemand eine Ladesäule meldet oder nicht, wird nicht geprüft. Vergleicht man die Daten der Netzagentur mit denen anderer Register wie Going Electric oder Open Charge Map, fällt ein deutlicher Unterschied in den Angaben auf.

Die neuesten Zahlen der Netzagentur dokumentieren beispielsweise hierzulande 6.395 Schnellladepunkte mit über 22 Kilowatt (kW), während das aktuelle Register von Going Electric schon 11.653 Schnellladepunkte auflistet.

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    Bei der Open-Data-Plattform können E-Auto-Besitzer und Betreiber freiwillig Ladepunkte melden. Diese müssen erst bestätigt werden, bevor sie auf die Liste kommen. Allerdings hat auch Going Electric keinen kompletten Überblick, wenn auch einen größeren als die Behörde. Zum Beispiel listet die Plattform für den führenden Schnellladesäulen-Hersteller Alpitronic 830 Ladesäulen über 150 kW auf, während tatsächlich schon 1210 aktiv sind.

    „Die Behörde hat mitunter etwas Rückstand“

    Die Datenunterschiede zwischen Bundesnetzagentur und Going Electric können zum Teil daher rühren, dass bei Going Electric auch Schnellladepunkte von Tesla in der Statistik auftauchen, die durch ihre Begrenzung auf Tesla-Fahrer als „nicht öffentlich“ gelten und daher von der Bundesnetzagentur ignoriert werden. Allerdings liegt deren Zahl knapp über 1000 und kann daher nicht allein für den Unterschied verantwortlich sein.

    Grafik

    Auch besteht die Meldepflicht für Betreiber erst seit dem 17. März 2016, sodass vorher errichtete Ladepunkte nicht zwangsläufig im Register der Netzagentur enthalten sein müssen. Das erklärt vielleicht einen Teil der Differenz, aber auch nicht vollständig. Schließlich wurden vor März 2016 kaum Schnellladesäulen aufgestellt.

    Die Behörde führt mehrere Gründe an, warum Ladepunkte bei ihr nicht auftauchen, etwa dass Unterlagen noch fehlen, die Prüfung noch läuft, Nachweise fehlen oder die Ladesäule nicht den Vorgaben der Ladesäulenverordnung entspricht. Es könne auch sein, dass die Betreiber nicht pflichtgemäß meldeten oder einer Veröffentlichung im Internet nicht zugestimmt hätten.

    Manche Schnellladesäulenbetreiber wie Aral geben auf Anfrage an, schon deutlich mehr Ladesäulen aufgestellt und gemeldet zu haben, als die Daten anzeigten. „Die Behörde hat mitunter etwas Rückstand, wie wir für unsere Ladesäulen festgestellt haben“, heißt es von dem Mineralölkonzern. Die Bundesnetzagentur sei „bemüht, die Anzeigen der Betreiber zeitnah zu bearbeiten, der zunehmende Ausbau der Ladeinfrastruktur stellt in personeller Hinsicht eine Herausforderung dar“.

    Qualität der Daten schwankt

    Teilweise schwankt auch die Qualität der gemeldeten Daten, beispielsweise gibt es für ein und denselben Betreiber unterschiedliche Schreibweisen, sodass die Daten mehr Betreiber andeuten als es wirklich gibt. 

    Eine Firma berichtet, dass sie aus Versehen die doppelte Anzahl an Ladepunkten an die Behörde gemeldet habe und sich die Datenanpassung trotz mehrmaliger Bitte um eine Korrektur über mehrere Monate hingezogen habe. „Ein Kontrolle der Betreiberdaten, das Erkennen von Datendubletten und deren Bereinigung in Absprache mit den Betreibern ist mit hohem Arbeitsaufwand für die Bundesnetzagentur verbunden“, erklärt die Behörde.

    An anderer Stelle gäbe es einen genaueren Überblick über die in Deutschland tatsächlich betriebenen Ladesäulen. Diese sind vor Inbetriebnahme beim Stromnetzbetreiber anzeigepflichtig. Ohne dessen Zustimmung fließt kein Strom.

    Entsprechend wissen die Versorger, wie viele Ladesäulen in ihrem Einzugsgebiet ans Netz gegangen sind. Diese Daten könnten sie an die Bundesnetzagentur weitergeben. Aber eine gesetzliche Verpflichtung im Rahmen der Ladesäulenverordnung für Netzbetreiber gibt es bislang nicht.

    Mehr: Hindernis Netzanschluss: „Das läuft einem schnellen Ausbau der Ladesäulen entgegen“

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