Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

E-Personalausweis Alternative zu Google und Facebook: Merkel macht digitale Identität zur Chefsache

Die Bundeskanzlerin drängt die heimischen Unternehmen, die Identifizierung im Netz nicht länger den US-Techkonzernen zu überlassen. Stattdessen soll eine staatliche Alternative aufgewertet werden.
03.12.2020 - 18:16 Uhr 1 Kommentar
Die Bundesregierung macht sich für den Personalausweis mit Chipfunktion als Identitätsnachweis im Internet stark. Quelle: dpa
Personalausweis

Die Bundesregierung macht sich für den Personalausweis mit Chipfunktion als Identitätsnachweis im Internet stark.

(Foto: dpa)

Berlin, Düsseldorf Angela Merkel hat eigentlich genug zu tun: Die Kanzlerin ist damit beschäftigt, die Corona-Pandemie einzudämmen, die Folgen für die Wirtschaft zu dämpfen und nebenbei noch als amtierende EU-Ratspräsidentin zu versuchen, die Blockade des EU-Haushalts aufzulösen.

Trotz des übervollen Terminkalenders nahm sich Merkel am Donnerstag Zeit für ein Thema, das in der Öffentlichkeit bislang kaum angekommen ist: digitale Identitäten. Eine gute Stunde lang beriet die Kanzlerin am Donnerstagnachmittag mit Unternehmensvertretern, wie Staat und Wirtschaft gemeinsame Sache machen können, um die sichere Identifizierung von Nutzern im Netz zu erleichtern.

Mit dabei: die Chefs von Deutscher Telekom, Bahn, BMW und Commerzbank. Auch VW, Daimler, Lufthansa, Zalando und andere waren hochrangig in der Videokonferenz vertreten.

Merkel hält das Thema inzwischen für strategisch bedeutsam. Für Europas digitale Souveränität sei es wichtig, dass die beim und nach dem Log-in anfallenden Daten „in Europa bleiben und nicht an ausländische Plattformen abfließen“, sagte die Staatsministerin im Kanzleramt, Dorothee Bär (CSU), dem Handelsblatt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die großen US-Internetkonzerne wie Amazon, Google oder Facebook haben die Identifizierung im Netz längst als attraktives Geschäft ausgemacht. Bei zahllosen größeren und kleineren Onlineshops oder anderen Onlinediensten können sich die Nutzer mit ihren Google- oder Amazon-Zugangsdaten anmelden. Für die Nutzer ist das praktisch – sie müssen sich nicht für jeden Dienst ein eigenes Kundenkonto anlegen. Die Website-Betreiber bedienen sich der Möglichkeit, weil sie die Schwelle für potenzielle Kunden absenken.

    Firmen sind an Bord

    Die Internetkonzerne sichern sich damit wiederum Zugriff auf die dort anfallenden Daten. Das aber ist Merkel und Bär ein Dorn im Auge: „Denn damit fließt auch das Wertschöpfungspotenzial ab“, warnt Bär. Außerdem sei für den Einzelnen überhaupt nicht klar, was mit den Daten im Ausland geschehe.

    Die Bundesregierung will daher mit den hiesigen Unternehmen eigene Alternativen entwickeln – und möglichst EU-weit ausrollen. Die Basis dafür soll der Personalausweis mit Chip sein, wie ihn die meisten Bürger inzwischen besitzen. Bis kommenden Sommer sollen die dort gespeicherten Informationen auf Smartphones übertragen und so bequem genutzt werden können. Unter den Handyherstellern hat bislang allerdings nur Samsung zugesagt, das technisch zu ermöglichen.

    Alle Firmenvertreter in der Videokonferenz hätten erklärt, das Vorhaben zu unterstützen, hieß es in Teilnehmerkreisen. Die Autohersteller könnten den E-Perso etwa für ihre Carsharing-Angebote oder für den Abschluss von Finanzierungen für den Autokauf einsetzen. Auch Hotelketten wie Motel One oder Steigenberger interessieren sich dafür – die digitale Identifizierung könne Kunden das Buchen und Einchecken erleichtern.

    Zuspruch kommt auch aus der Telekommunikationsbranche: „Solch ein Projekt soll und muss von neutraler, öffentlicher Stelle geleitet und organisiert werden, daher begrüßen und unterstützen wir die Initiative der Bundesregierung“, sagte Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland, dem Handelsblatt. 

    Markus Haas, Chef von Telefónica Deutschland, betonte, die Mobilfunkanbieter könnten eine zentrale Rolle dabei spielen und über die E-Sim-Karte einen sicheren Speicherplatz für die digitalen Identitätsnachweise anbieten. Sprich: Das Smartphone soll mithilfe der Unternehmen zu einer Art Ausweis werden.

    Bislang spielt der E-Perso aber kaum eine Rolle. Zwar besitzen 76 Prozent der Bundesbürger mittlerweile einen Personalausweis mit Chip, aber nur sechs Prozent der Menschen haben die Onlinefunktion je genutzt, wie die Initiative D21 in einer Umfrage erhoben hat.

    Das liegt auch an den fehlenden Einsatzmöglichkeiten. So können Bürger mit dem E-Perso zwar beim Kraftfahrt-Bundesamt ihren Punktestand abfragen oder sich bei der Rentenversicherung über die voraussichtliche Höhe ihrer Altersvorsorge informieren. Mit der zunehmenden Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen kommen weitere Anwendungsmöglichkeiten hinzu.

    Die Bürger hätten aber schlicht zu wenig Berührungspunkte zu den Behörden, um sich darüber an den E-Perso zu gewöhnen, argumentiert Bär. Dafür brauche es auch in der Wirtschaft „zahlreiche und überzeugende Anwendungsfälle“.

    Mehr: Bundesregierung stockt KI-Förderung auf

    Startseite
    Mehr zu: E-Personalausweis - Alternative zu Google und Facebook: Merkel macht digitale Identität zur Chefsache
    1 Kommentar zu "E-Personalausweis: Alternative zu Google und Facebook: Merkel macht digitale Identität zur Chefsache"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • (...) Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%