Eckart von Klaeden Wechsel von Merkel-Vertrautem löst Protestwelle aus

Noch am Montag machte sich Merkel bei einem Spitzentreffen für die deutschen Autobauer stark. Dann wurde bekannt, dass einer ihrer Vertrauten Cheflobbyist bei Daimler wird. Die Opposition schäumt und will Konsequenzen.
Update: 29.05.2013 - 12:55 Uhr 23 Kommentare
Eckart von Klaeden wechselt vom Kanzleramt direkt in die Industrie. Quelle: CDU/CSU

Eckart von Klaeden wechselt vom Kanzleramt direkt in die Industrie.

(Foto: CDU/CSU)

DüsseldorfSPD, Linkspartei und Grüne fordern wegen des Verdachts der Interessensverquickung die sofortige Entlassung des Staatsministers im Bundeskanzleramt, Eckart von Klaeden (CDU). Am Montag noch habe sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Forderungen der Automobilindustrie nach laxen Emissionsgrenzwerten gebeugt und sich damit gegen die Vorschläge der EU-Kommission gestellt. Einen Tag später habe dann ihr Staatsminister bekannt, Cheflobbyist bei Daimler zu werden. „Dreister geht es fast nicht mehr“, sagte die Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, Handelsblatt Online. „ Eckhardt von Klaeden ist unter diesen Umständen nicht als Staatsminister zu halten. Angela Merkel muss ihn umgehend entlassen.“

„Frau Merkel muss Staatsminister von Klaeden sofort entlassen“, forderte auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann. „Wer ein Regierungsamt hat, darf nicht gleichzeitig Arbeitsverträge mit der Industrie unterschreiben.“ Der Bürger müsse den Eindruck haben, ab sofort sitze Daimler-Benz am Kabinettstisch. Ähnlich äußerte sich der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Matthias Höhn.

Klaeden wird bei Daimler auf Martin Jäger folgen, der das Unternehmen verlässt und im September deutscher Botschafter in Afghanistan wird. Laut Daimler wird Klaeden zum Ende der Legislaturperiode aus dem Bundestag ausscheiden und in dem niedersächsischen Wahlkreis Hildesheim auch nicht wieder für einen Sitz im Parlament kandidieren.

Klaeden gilt als wichtige Stütze für die Arbeit der Kanzlerin. Auf ihren Wunsch hin soll er offenbar noch bis September im Amt bleiben, obwohl sein neues Engagement beim Stuttgarter Autobauer bereits in trockenen Tüchern ist.

SPD und Grüne dringen auf gesetzliche Konsequenzen
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23 Kommentare zu "Eckart von Klaeden: Wechsel von Merkel-Vertrautem löst Protestwelle aus"

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  • Seit dem ich den Namen dieses politischen Winzlings vor Jahren das erste mal gehört habe, kam bei ihm nichts rechtes zusammen.

    Schön, wenn ein Looser wie Klaeden sich zu Loosern wie Daimler scheren.

    Da kann er dann lernen, wie es bei Inkontinenz-Rockern zugeht.

  • MERKELS ORWELL'SCHER NEUSPRECH

    Rotgrün und "Opposition". Die sind auch nicht mehr Opposition zur Ückermärckerin wie die LDPD und OST-CDU zur SED.

    Ihr Nutzername erinnert mich indes, daran, dass unserer Kanzlerin eine phrasenhafte euphemistisch-verklärende Rhetorik pflegt, die orwell'sche Züge trägt. Siehe hierzu:

    http://korrektheiten.com/2013/05/29/merkels-suessliche-demagogie/


    >>Es geht bei diesen Unterstellungen [der Bundeskanzlerin] nicht darum, irgendjemanden vor “Vorurteilen” zu schützen. Was hier so süßlich, so freundlich und besorgt daherkommt, ist in Wahrheit bloß die Selbstimmunisierung von Machthabern durch demagogische Diffamierung Andersdenkender. Hetze auf vulgärstem Niveau.<<

  • Wie ein Vorkommentator sagte, nicht jedem Konsumscheißdreck nachlaufen, als auch den Gebrauchten bis zum bitteren Ende fahren, dann erledigt sich auch das Kommentareschreiben zu solchen Themen, da diese Lohndrückerfirma sich von selbst in Luft auflöst.
    Und wer dies nicht will, kann ja morgen wieder richtig reinhauen. Schönen Abend noch!

  • Anbei einer hervorragende Rede zur Thematik:

    Harald Schumann - Wirtschaftliche Macht und Demokratie (HD)

    http://www.youtube.com/watch?v=6m0kFgf3m9Q

    Das Konklusio lautet:

    "Es geht nicht darum den Missbrauch der wirtschaftliche Macht zu bekämpfen, es geht darum die wirtschaftliche Macht an sich zu bekämpfen"

    Die wirtschaftliche Macht ist streng egoistisch und steht damit grundsätzlich Gegensatz zu den Interessen der Bevölkerung.

  • Die "Opposition" ist - nachdem sie in den letzten Monaten alles durchgewunke hat - völlig unglaubwürdig.

    ...

    Die Verflechtung von Wirtschaft/Finanzen und Politik ist geradezu bedrohlich geworden und muss zerschlagen werden. Die Herrschaft des Volkes ist eine Illusion. Das Geld herrscht.

  • @petervonbremen
    "Was ist denn an Korruption zwischen Wirtschaft und Politik neu??" - Nein, das System ist uralt und gehört überarbeitet. Nicht im Sinne eines Updates, vielmehr muss das "Betriebsprogramm" überspielt werden :-)
    "Also Wahlentscheidungen und Konsumverhalten überdenken" - Das können Sie, das kann ich und vielleicht noch ein Paar Tausende (wenn es hoch kommt), das Volk als Ganzes kann es nicht - das wissen die Politiker und behandeln es entsprechend wie Stimmvieh. Die Horde will schließlich geführt werden...

  • Vor welches Gericht wollen Sie denn ziehen ?

  • Was ist denn an Korruption zwischen Wirtschaft und Politik neu?? Hatten Sie keinen Geschichtsunterricht??
    Also Wahlentscheidungen und Konsumverhalten überdenken und nicht immer jedem noch so blöden Pseudo - Luxus hinterher laufen, dann kriechen die Lobbyisten schnell im Dreck.

  • Eigentlich müsste man eine Wechselsperre für 6 Monate, von Politik zur Wirtschaft haben.
    Zum Gasgerd: Das kann man kritisieren. Mir ist aber lieber, dass ein Deutscher am Russischen Gashahn sitzt als ein Engländer oder Französe.

  • Ich finde es immer wieder intelligent wie die schwarz/gelben Kommentatoren-Vollpfosten immer nur mit dem Finger auf die anderen zeige.Egal ob Bayern-Amigos, Drohnen De-Misere und nun der Kasper aus dem Kanzleramt. Primitiver und inhaltsloser geht es nicht mehr, passt aber zum gegenwärtigen Niveau des HO.

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