EEG-Reform steht „Ein guter Tag für die Windenergie in Deutschland“

Bund und Länder haben ihren Streit bei der Ökostrom-Förderung beigelegt. Vor allem bei der Windkraft-Förderung machte Wirtschaftsminister Gabriel Zugeständnisse. Doch er weiß auch: Die schwierigsten Themen kommen noch.
Update: 02.04.2014 - 06:45 Uhr 60 Kommentare

Die deutsche Energiewende im internationalen Kontext

BerlinBundesregierung und Länder haben sich im Grundsatz über die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verständigt. „Ich finde, dass wir gute Lösungen gefunden haben“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem Spitzengespräch mit den Ministerpräsidenten der Länder am Dienstagabend in Berlin. Eine wesentliche Änderung zu den bisherigen Regierungsplänen ist, dass das sogenannte Repowering von Windkraftanlagen nicht auf vorgesehene Obergrenzen angerechnet werden soll. So wird der Austausch alter durch neue, leistungsstärkere Windräder nicht einberechnet in die geplante Begrenzung von 2500 Megawatt pro Jahr beim Windkraftausbau an Land.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte, man sei den Ländern bei der Windförderung entgegengekommen. „Ich bin sehr zufrieden mit den heutigen Beratungen“, sagte Gabriel. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach von einem „guten Kompromiss“, Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) von einem „ganz wichtigen Schritt“.

Stellvertretend für die Nordländer, die vor allem auf Erneuerbare Energie aus Windkraft setzen, jubilierte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD): Fünf von sechs Forderungen seien durchgesetzt worden. „Das ist ein guter Tag für die Windenergie in Deutschland.“

Albig bezog sich besonders darauf, dass bei der Anrechnung von Windstrom an Land auf von Gabriel vorgesehene Obergrenzen für den Ausbau statt des Bruttoprinzips das Nettoprinzip gelten soll. Der Ersatz bestehender Anlagen durch neue und leistungsstärkere würde demnach nur für die installierte Zusatzleistung berücksichtigt. „Das Repowering kommt oben drauf und das ist gut“, sagte Albig mit Blick auf den geplanten Ausbaudeckel von 2500 Megawatt pro Jahr.

Ausbauziel von 6,5 Megawatt bis zum Jahr 2020

Um windschwächere Standorte im Binnenland nicht zu benachteiligen, soll es ein Referenzertragsmodell geben „zugunsten der Standorte, die nicht ganz so gut sind“, erläuterte Gabriel. Dies war besonders eine Forderung süddeutscher Länder.

Auch bei Wind auf hoher See sollen die Fördersätze weniger stark gesenkt und mehr Anlagen beantragt werden können. Bei Offshore-Windanlagen soll bis zu 1,5 Gigawatt mehr Netzkapazität genehmigt werden, als eigentlich erforderlich.

Dies soll laut Gabriel sicherstellen, dass das Ausbauziel von 6,5 Megawatt bis zum Jahr 2020 tatsächlich erreicht wird, auch wenn einige genehmigte Projekte nicht realisiert werden sollten. Zudem sollen Förderkürzungen abgemildert werden.

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60 Kommentare zu "EEG-Reform steht: „Ein guter Tag für die Windenergie in Deutschland“"

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  • Die Erfindung eines EEG durch Politiker welche die Wähler wieder einmal zwangsbeglücken wollen ist perfide.

    Soll doch jeder seinen Strom dort kaufen wo er will: die Ökofreaks aus verquirlter Schei* oder unsubventionierten Windmühlen oder extrem teuren Photovoltaikanlagen, wer will auch bei konventionellen Kraftwerken aus Kohle oder Kernkraft. Wobei natürlich Kernkraft so sicher sein soll wie (angeblich) alles andere. Tatsächlich ist jedoch Wasserkraft die Energie welche die meisten Todesopfer fordert, gefolgt von Heißdampfunfällen. Wobei man natürlich Kernkraft durch andere Konzepte -wie Flüssigsalzreaktoren- so sicher machen kann, daß eine Kernschmelze garnicht erst möglich wird UND auch kein lang strahlender Abfall entsteht. Aber bis das die grünen Weltverbesserer begreifen, werden wir -so sie gewählt werden- auch die grünen Phobien ertragen müssen. Mit den unsäglichen finanziellen Nebenwirkungen: extreme Preise für alles was grün diktiert ist und viel zu viel Subventions- & Korruptionswirtschaft.

    Positive Eigenschaften wie Freiheit, Ehrlichkeit usw haben eine andere Farbe wie Grün oder Schwarz oder Rot oder Gelb. Aber das liegt am Wähler der sich seine Kandidaten mal etwas genauer anschauen sollte. Und nicht nur Listen wählen sondern gezielt vernünftige Leute.

  • Im Osten von Texas beträgt der Strompreis 10,63 UScent/kWh.

    Als Endpreis für den privaten Verbraucher nach Steuern. Nebenbei ohne nennenswerten Anteil an Kernkraftwerken, aber auch ohne Subventionen oder gar Ideologie- bzw. Lenkungssteuern.

  • @ Europaeer

    Zitat : Das sind doch sonnige Zukunftsaussichten.

    Träumen und phantasieren war noch niemals verboten !

  • Und ein schlechter für die zahlende Masse! Wer hat eigentlich auch nur einen Funken Mitleid für die, die in ihrer mit Nachtspeichern ausgestatteten Mietwohnung jeden Tag einen Großen Teil ihres verfügbaren Einkommens für das Luxusgut Strom ausgeben müssen. Wahrscheinlich werden die Ökoabkassierer ihnen empfehlen Wollsocken zu tragen. Ist halt auch ökologischer!

  • @wolfsfreund, @RainerFeiden; schön, dass wir uns einig sind, dass Geothermie keinen wesentlichen Anteil an unserer Energieversorgung haben wird.

    Im Gegensatz zu Ihnen weiß ich aber, wie es mit unserer Energieversorgung weiter geht.

    Bis 2020 werden wir den Anteil der EE an unserer Stromversorgung auf ca. 50 % erhöhen, da wir weiter fleißig Windkraft- und PV-Anlagen bauen. Es werden auch einige hunderttausend e-cars auf unseren Straßen fahren, die, wenn es deren Eigentümer gestatten, auch als Speicher dienen können.

    Bis 2050 werden wir unseren Gesamtenergiebedarf um ca. 35 % gesenkt haben, u. a. weil wir wesentlich weniger Energie zum Heizen brauchen werden. Unser Energiebedarf wird dann also nicht mehr bei 2.500 TWh sondern bei 1.500 TWh – 1.600 TWh liegen. Unsere Autos fahren dann zu 1/3 mit Strom, zu 1/3 mit Wasserstoff und zu 1/3 mit Benzin, Diesel oder LPG. Der Anteil der EE am Gesamtenergiebedarf wird bei ca. 75% liegen. Der Anteil am Strom- und Wärmebedarf wird bei ca. 90 % liegen.

    In den anderen Industrieländern wird sich ähnliches abspielen.

    Das sind doch sonnige Zukunftsaussichten.

  • "hunderte Millionen (wahrscheinlich sogar über eine Milliarde) Menschen haben aber nichts anderes z.B. zum Kochen."
    ---
    Genau das führt zur galoppierenden Desertifikation z.B. im Sahel: Auch der letzte Baum wird abgehackt und verfeuert. Ursache: Das Bohren überflüssiger Brunnen, daraus resultiernd expodierendes Wachstum der Schaf-, Ziegen-, Rinder- und Menschenmassen. Das Grundübel auf dem Globus ist das irrwitzige Bevölkerungswachstum gerade auch in Randbereichen, die normalerweise nur von wenigen Nomade benutzt wurden, die wußten, was sie taten: Bleibt man zulange an einem ort, vernichtet man seine Lebensgrundlage durch Übernutzung.

    Zumindest die archaischen, ineffektiven Holzöfen sollten verschwinden. Solaröfen (es gibt ja kaum Bewölkung dort) kann prinzipiell jeder Dorfschmied zusammenklempnern, denn das ist Primitivtechnologie. Einfaches, poliertes Blech genügt.

  • "Dort hat man im historischen Stadtkern von Staufen im Breisgau vor rd. 5 Jahren eine Geothermie-Bohrung gemacht, um das dortige Rathaus politisch korrekt mit Erdwärme zu versorgen. Leider hat man eine Gips-Keuper-Schicht angebohrt, sodass sich nun der gesamte Bereich durch Quellvorgänge anhebt."
    ---
    Genau so etwas meinte ich. Das passiert, wenn Ökoreligion über Wissenschaft, hier Geologie gestellt und obendrein noch geschludert wird. Da kann man nur sagen: Dumm gelaufen! Dem Pressdruck, der durch die Aufnahme von Kristallwasser in Anhydrit (Bestandteil der Keupers, der die Quellung auslöst) und resultierender Volumenvergrößerung entsteht, kann man nichts entgegensetzen, solange Wasser für die Reaktion zur Verfügung steht.

    Hier wird der ganze Schlamassel ausführlich beschrieben:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hebungsrisse_in_Staufen_im_Breisgau

    (Wie schon öfter erwähnt: Online-Lexikon, nix Werbung, also bitte stehenlassen!)

  • Zitat: Auf keinen Fall sollte Holz als Energiequelle herhalten
    das ist Steinzeit.

    @herrkon; hunderte Millionen (wahrscheinlich sogar über eine Milliarde) Menschen haben aber nichts anderes z.B. zum Kochen. Es leben bei weitem nicht alle Menschen in dem Luxus, auf Knopfdruck Licht und Wärme zu erhalten.

  • Windräder können Vögel töten und verschandeln die Landschaft.
    Photovoltaikanlagen sind energie-/kosten-intensiver Sondermüll.

    In gewissem Mass ist Gezeitenenergie via diverser Studien als
    unbedenklich nachgewiessen worden.

    Erdwärme kann man da nutzen wo sie leicht zuerreichen ist
    und das sind eben Vulkane. Erdbeden gibt es so oder so.

    Es ist alle mal besser selber wissentlich solche Sachen wie
    Erdbeden und Vulkanausbrüche auszulösen als wenn es ohne jede
    Vorwarnung aus heiterem Himmel passiert.

    Alles eine Frage der Dosis.

    Weiterhin alles anzünden was brennt ist auch umweltschädlich.

    Und wir wollen doch viel billige Energie haben oder nicht?

    Nukleare Katastrophen sind viel schlimmer als mal nen kleines
    Erdbeben.

  • @Europaeer
    Keine Angst, ich habe das schon richtig verstanden:Wind, Solar und Biogas = 19% vom Stromverbrauch. Strom = 21% vom Energieverbrauch Deutschlands. EE-Strom = 4% vom Energieverbrauch Deutschlands. Fertig.
    Deutschlands Energieverbrauch = 2,5% vom Welt-Energieverbrauch.
    Will heissen: was Deutschland national tut ist global klimatechnisch bedeutungslos. Und da die Kosten galoppieren, dient diese Wende höchstens als Negativbeispiel und ist bereits heute gescheitert. Die Politik gesteht dies aber (noch) nicht ein.Fertig.

    Und zum Thema Geothermie:
    man weiss nie, was unter einem im Erdboden ist (vor der Hacke ist es schwarz!). Ich war letzte Woche im Schwarzwald. Dort hat man im historischen Stadtkern von Staufen im Breisgau vor rd. 5 Jahren eine Geothermie-Bohrung gemacht, um das dortige Rathaus politisch korrekt mit Erdwärme zu versorgen. Leider hat man eine Gips-Keuper-Schicht angebohrt, sodass sich nun der gesamte Bereich durch Quellvorgänge anhebt. Durch sämtliche Bereiche in der Altstadt ziehen sich Risse. Einige Gebäude sind bereits abgerissen oder unbewohnbar. Es gibt einen Multi-Millionen Schaden. Aber Hauptsache: politisch korrekt geheizt! Hoch lebe die Ideologie.


    Schauen Sie mal beispielsweise hier oder googeln Sie Bilder. Schaurig.

    http://www.welt.de/vermischtes/article4377356/Warum-die-Erde-unter-Staufen-aufquillt-wie-Hefeteig.html

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