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EEG-Reform steht „Ein guter Tag für die Windenergie in Deutschland“

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Gabriel reist diesen Mittwoch nach Brüssel
Ziele und Streitpunkte bei der Energie-Reform
Ökostrom - 40 Prozent bis 2020
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Ziele: Es gibt mehr als 4000 EEG-Vergütungssätze, die Reform soll nun die schrittweise Abkehr von den auf 20 Jahren garantierten Zahlungen einleiten, die per EEG-Umlage über den Strompreis zu zahlen sind. Die Vergütung soll für neue Anlagen im Schnitt auf 12 Cent je Kilowattstunde sinken. Von heute knapp 25 Prozent soll der Ökostromanteil günstiger als bisher auf 40 bis 45 Prozent bis 2025 und bis zum Jahr 2035 auf 55 bis 60 Prozent steigen.

(Foto: dpa)
Windräder
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Windenergie: Es soll einen jährlichen Zubau von 2500 Megawatt geben, die Anfangsvergütung 8,9 Cent je Kilowattstunde betragen. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Atomkraftwerk produziert etwa 1400 Megawatt. Strittig sind drei Dinge: Der „Ausbaudeckel“ von 2500 MW. Und ob der Austausch alter durch leistungsstärkere Windräder bei den 2500 MW miteingerechnet wird. Drittens der Stichtag 23. Januar 2014: Für Anlagen, die danach genehmigt worden sind, soll bereits die neue Regelung mit Förderkürzungen gelten. Mehrere Länder pochen auf einen deutlich späteren Stichtag.

(Foto: dpa)
Offshore-Windpark vor der Küste von Wales
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Windkraft im Meer: Hier soll es zwar eine hohe Anfangsvergütung von rund 19 Cent je Kilowattstunde geben, aber die Ziele werden gekürzt. Statt 10 000 Megawatt sollen nur 6500 Megawatt bis 2020 installiert werden und 15 000 Megawatt bis zum Jahr 2030.

(Foto: dpa)
Sommerhitze - Mais
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Biomasse: Auch wegen der Zunahme von Maisanbauflächen soll der Zubau auf nur noch 100 Megawatt pro Jahr gedeckelt werden - mehrere Länder fordern Korrekturen. Neue Anlagen sollen vor allem mit Abfall- und Reststoffen gefüttert werden. Da die Anlagen anders als Sonne und Wind berechenbar Energie liefern können, soll die Produktion stärker auf den aktuellen Bedarf ausgerichtet werden, dafür soll es dann einen „Flexibilitäts-Bonus“ geben.

(Foto: dpa)
Stromnetz
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Stromnetze: Sie sind nicht Thema der EEG-Reform, der Streit um eine von drei bereits 2013 beschlossenen neuen Hauptstromtrassen steht aber auf der Tagesordnung. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sieht wegen der gedrosselten Ausbauziele keinen Bedarf mehr für eine Trasse von Sachsen-Anhalt nach Bayern. Hier könnte die Bundesnetzagentur mit einer Bedarfsüberprüfung und einer fachlich untermauerten Empfehlung eine Streitlösung liefern.

(Foto: dpa)
Sigmar Gabriel
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Industrie-Rabatte: Rund 2100 Unternehmen sind derzeit begünstigt, sie bezahlen dadurch 5,1 Milliarden Euro weniger. Mit der EU-Kommission wird um eine zukunftsfeste und rechtssichere Lösung beim Ausmaß der Rabatte gerungen. Es gibt politischen Druck, etwa aus Nordrhein-Westfalen, möglichst wenige Verschärfungen zuzulassen. So könnte das von Gabriel genannte Entlastungsvolumen für andere Stromverbraucher von bis zu einer Milliarde Euro verfehlt werden.

(Foto: dpa)
huGO-BildID: 16681986 Blick auf mit Solarmodulen bestueckte Gebaeude des Sportstadions in der suedbadischen Gemeinde Freiamt im Schwarzwald am 5. Ju
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Eigenstrom: Die Energiewende-Umlagen für die Bürger steigen auch, weil zunehmend Unternehmen Strom selbst erzeugen und verbrauchen, so sind sie von Ökostrom-Umlage und Netzentgelten befreit. Künftig sollte die Eigenstromerzeugung mit einer Mindestumlage belegt werden, um andere Stromverbraucher zu entlasten. Aber auf Druck aus Union und SPD wurde dieser Vorschlag für bestehende Anlagen kassiert. Bei neuen Anlagen sollen Industrieunternehmen nun 1,2 Cent „Soli“ je Kilowattstunde zahlen, private Haushalte oder Supermärkte, die sich mit Solarstrom von Dach selbst versorgen, aber 4,4 Cent - die Solarlobby läuft dagegen Sturm.

(Foto: ap)

Merkel und Gabriel strebten eine frühzeitige Einigung mit den Ländern an, um eine lange Hängepartie im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat zu verhindern. Denn ohne eine rasche Reform drohen die Strompreisbelastungen stärker zu steigen. Gabriel will insgesamt weg von der bisherigen Fördergarantie über 20 Jahre, er will zudem mehr Steuerung beim Ausbau und mehr Wettbewerb. Die Novelle soll am 8. April vom Kabinett beschlossen werden und im August in Kraft treten.

Keine Einigung gab es im Streit um den Stichtag, ab wann für neue Windkraftanlagen Förderkürzungen gelten. Für Anlagen, die nach dem 23. Januar 2014 genehmigt worden sind, soll die neue Regelung mit Förderkürzungen rückwirkend gelten. Schleswig-Holstein fordert eine Verschiebung auf das Jahresende 2014.

Parallel zur Beratung der EEG-Reform muss Gabriel auch noch mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia eine Einigung über die von Brüssel verlange Kürzung der Industrie-Rabatte finden. Rund 2100 Unternehmen kommen in diesem Jahr in den Genuss von 5,1 Milliarden Euro Entlastung bei den Förderkosten, das belastet die Strompreise zusätzlich. Am Mittwoch reist Gabriel nach Brüssel, um erneut mit Almunia zu sprechen, bis nächste Woche soll eine Einigung stehen.

Das Energiewende-Reform ist Gabriel zufolge damit aber noch nicht abgearbeitet. Die großen Themen wie Netzausbau, Speicherkapazitäten und die Zukunft des konventionellen Kraftwerksparks würden nach Verabschiedung der EEG-Novelle im Kabinett angegangen: „Die nächsten Schritte werden jetzt unmittelbar folgen.“

Diese Kraftwerke sind nicht mehr rentabel
Gaskraftwerk in Hamm
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Trianel-Gaskraftwerk in Hamm (Nordrhein-Westfalen)

Angesichts des stark gefallenen Strom-Großhandelspreises befürchten Stadtwerke hohe Verluste in der konventionellen Erzeugung. Dies könne zu einem erheblichen Hemmschuh für die Energiewende werden, weil Städte angesichts der Verluste nicht mehr in erneuerbare Energien investierten, sagte der Chef des größten deutschen Stadtwerkeverbundes Trianel, Sven Becker, am Mittwoch.

Becker weiß, wovon er spricht. Das Gaskraftwerk des Stadtwerkeverbundes in Hamm ging 2007 nach zweijähriger Bauphase ans Netz und erzeugt seitdem Strom für 1,8 Millionen Haushalte. Dennoch: „Dieses Kraftwerk rechnet sich nicht mehr. Obwohl wir eines der modernsten Kraftwerke in Deutschland haben mit 58 Prozent Wirkungsgrad, werden wir in 2014 nicht mehr Zins und Tilgung mit diesem Kraftwerk verdienen. Das heißt, wir werden 2014 hier in zweistelliger Millionenhöhe Verluste mit diesem Kraftwerk einfahren“, sagte Martin Buschmeier vom Trianel Gaskraftwerk in Hamm dem WDR.

Grund ist unter anderem der Preis für Strom an der Börse. Aufgrund des hohen Angebots durch den Zuwachs der erneuerbaren Energien ist der in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gesunken.

(Foto: dpa)
Energy Award
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Trianel-Chef Becker (im Bild bei der Energy Award Jury-Sitzung des Handelsblatts) appellierte an die Politik, nach der Bundestagswahl dringend den Energiemarkt zu reformieren. Derzeit gebe es keinen Vertrauensschutz für die Milliardeninvestitionen in konventionelle Kraftwerke.

Niemand investiere neu in konventionelle Kraftwerke, die aber noch lange gebraucht würden. „100 Prozent Erneuerbare bis 2030 sind utopisch und nicht finanzierbar.“ Ohne die Investitionen laufe Deutschland in gravierende Energieprobleme hinein, wenn 2018 wie geplant die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet würden: „Der Markt kollabiert.“

(Foto: Bert Bostelmann für Handelsblatt)
Kraftwerk Irsching bleibt in Betrieb
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Gaskraftwerk in Malzenice (Slowakei)

Nur zweieinhalb Jahre nach der Inbetriebnahme legt der Energiekonzern Eon sein Gaskraftwerk im slowakischen Malzenice für unbestimmte Zeit still. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlage sei wegen der gefallenen Strom-Großhandelspreise und der schwachen Auslastung derzeit nicht möglich, teilte der Versorger am Montag mit. Ab Oktober werde die Anlage nur noch in Reserve gehalten. Die Anlage in Malzenice kam seit der Inbetriebnahme im Januar 2011 dem Energieriesen zufolge gerademal auf 5600 Betriebsstunden. Kalkuliert habe der Konzern ursprünglich mit bis zu 5000 Stunden im Jahr. Die Leistung des Blocks von 430 Megawatt entspricht etwa der Hälfte eines Atomkraftwerks.

(Foto: dpa)
Kraftwerk Irsching bleibt in Betrieb
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Eon-Gaskraftwerk Irsching (Bayern)

Mehrfach drohte etwa Eon-Chef Johannes Teyssen (l.) damit, das Gaskraftwerk abzuschalten, im Bild ist er mit dem bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer (Mitte) und Lex Hartman (r.), Vorsitzender des Aufsichtsrats des Netzbetreibers Tennet, vor der Anlage zusehen. „Die Lage der umweltfreundlichen Gaskraftwerke ist dramatisch. Die Rendite ist bei null angelangt“, sagte Teyssen.

Die Lage ist paradox, Gaskraftwerke sind nicht nur die umweltfreundlichsten unter den konventionellen Kraftwerken, sondern auch die flexibelsten. Sie können bei Bedarf innerhalb von Minuten hochgefahren werden und könnten so die Schwankungen der erneuerbaren Energien ausgleichen. Doch sie sind auch die teuersten Kraftwerke, sodass sie als letztes angeschaltet werden, wenn Strom fehlt. Das hat zu teils sehr niedrigen und unwirtschaftlichen Auslastungsquoten geführt.

(Foto: dpa)
Kraftwerk Irsching bleibt in Betrieb
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Zumindest für Irsching wurde im April dann doch noch eine Lösung gefunden: Der zuständige Netzbetreiber Tennet beteiligt sich an den Betriebskosten für das Gaskraftwerk – und kann es dafür einsetzen, wenn die Netzstabilität in Gefahr ist. Eon erhält im Gegenzug eine Entschädigung.

(Foto: dpa)
Statkraft Hürth-Knapsack Eröffnung 13
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Statkraft-Gaskraftwerk Knapsack II

Der norwegische Energieerzeuger Statkraft hat neben sein Gastkraftwerk Knapsack I in Hürth bei Köln noch das zweite nagelneue, 350 Millionen Euro teure Knapsack II (Bild) dazu gestellt. Das Kraftwerk ist betriebsbereit und zählt mit einem Wirkungsgrad von fast 60 Prozent zu den modernsten der Welt. Es könnte mit rund 430 Megawatt bis zu 500.000 Menschen mit Strom versorgen.

Doch Statkraft fährt das Kraftwerk nicht hoch. Grund seien die niedrigen Börsenstrompreise bei gleichzeitig teurem Gas, sagte Statkraft-Manager Jürgen Tzschoppe. Auch das ältere Modell Statkraft I stand teilweise still.

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Verbund-Gaskraftwerk Mellach

Auch in Österreich hat man mit unrentablen Kraftwerken zu kämpfen. Beim Spatenstich für das Kraftwerk Mellach im Jahr 2008 hatte der damalige Verbund-Chef Michael Pistauer (Mitte) noch gut Lachen. Sein Nachfolger bei dem größten österreichischen Stromanbieter Wolfgang Anzengruber will laut Informationen der Zeitung „Der Standard“ das Gaskraftwerk jetzt einmotten. Die Begründung: Das Pipelinegas zum Betrieb des Kraftwerks ist zu teuer, die erzielbaren Strompreise im Großhandel aber zu niedrig, und so mache der Verbund mit jeder in Mellach produzierten Kilowattstunde Verlust.

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Mehr zu: EEG-Reform steht - „Ein guter Tag für die Windenergie in Deutschland“

60 Kommentare zu "EEG-Reform steht: „Ein guter Tag für die Windenergie in Deutschland“"

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  • Die Erfindung eines EEG durch Politiker welche die Wähler wieder einmal zwangsbeglücken wollen ist perfide.

    Soll doch jeder seinen Strom dort kaufen wo er will: die Ökofreaks aus verquirlter Schei* oder unsubventionierten Windmühlen oder extrem teuren Photovoltaikanlagen, wer will auch bei konventionellen Kraftwerken aus Kohle oder Kernkraft. Wobei natürlich Kernkraft so sicher sein soll wie (angeblich) alles andere. Tatsächlich ist jedoch Wasserkraft die Energie welche die meisten Todesopfer fordert, gefolgt von Heißdampfunfällen. Wobei man natürlich Kernkraft durch andere Konzepte -wie Flüssigsalzreaktoren- so sicher machen kann, daß eine Kernschmelze garnicht erst möglich wird UND auch kein lang strahlender Abfall entsteht. Aber bis das die grünen Weltverbesserer begreifen, werden wir -so sie gewählt werden- auch die grünen Phobien ertragen müssen. Mit den unsäglichen finanziellen Nebenwirkungen: extreme Preise für alles was grün diktiert ist und viel zu viel Subventions- & Korruptionswirtschaft.

    Positive Eigenschaften wie Freiheit, Ehrlichkeit usw haben eine andere Farbe wie Grün oder Schwarz oder Rot oder Gelb. Aber das liegt am Wähler der sich seine Kandidaten mal etwas genauer anschauen sollte. Und nicht nur Listen wählen sondern gezielt vernünftige Leute.

  • Im Osten von Texas beträgt der Strompreis 10,63 UScent/kWh.

    Als Endpreis für den privaten Verbraucher nach Steuern. Nebenbei ohne nennenswerten Anteil an Kernkraftwerken, aber auch ohne Subventionen oder gar Ideologie- bzw. Lenkungssteuern.

  • @ Europaeer

    Zitat : Das sind doch sonnige Zukunftsaussichten.

    Träumen und phantasieren war noch niemals verboten !

  • Und ein schlechter für die zahlende Masse! Wer hat eigentlich auch nur einen Funken Mitleid für die, die in ihrer mit Nachtspeichern ausgestatteten Mietwohnung jeden Tag einen Großen Teil ihres verfügbaren Einkommens für das Luxusgut Strom ausgeben müssen. Wahrscheinlich werden die Ökoabkassierer ihnen empfehlen Wollsocken zu tragen. Ist halt auch ökologischer!

  • @wolfsfreund, @RainerFeiden; schön, dass wir uns einig sind, dass Geothermie keinen wesentlichen Anteil an unserer Energieversorgung haben wird.

    Im Gegensatz zu Ihnen weiß ich aber, wie es mit unserer Energieversorgung weiter geht.

    Bis 2020 werden wir den Anteil der EE an unserer Stromversorgung auf ca. 50 % erhöhen, da wir weiter fleißig Windkraft- und PV-Anlagen bauen. Es werden auch einige hunderttausend e-cars auf unseren Straßen fahren, die, wenn es deren Eigentümer gestatten, auch als Speicher dienen können.

    Bis 2050 werden wir unseren Gesamtenergiebedarf um ca. 35 % gesenkt haben, u. a. weil wir wesentlich weniger Energie zum Heizen brauchen werden. Unser Energiebedarf wird dann also nicht mehr bei 2.500 TWh sondern bei 1.500 TWh – 1.600 TWh liegen. Unsere Autos fahren dann zu 1/3 mit Strom, zu 1/3 mit Wasserstoff und zu 1/3 mit Benzin, Diesel oder LPG. Der Anteil der EE am Gesamtenergiebedarf wird bei ca. 75% liegen. Der Anteil am Strom- und Wärmebedarf wird bei ca. 90 % liegen.

    In den anderen Industrieländern wird sich ähnliches abspielen.

    Das sind doch sonnige Zukunftsaussichten.

  • "hunderte Millionen (wahrscheinlich sogar über eine Milliarde) Menschen haben aber nichts anderes z.B. zum Kochen."
    ---
    Genau das führt zur galoppierenden Desertifikation z.B. im Sahel: Auch der letzte Baum wird abgehackt und verfeuert. Ursache: Das Bohren überflüssiger Brunnen, daraus resultiernd expodierendes Wachstum der Schaf-, Ziegen-, Rinder- und Menschenmassen. Das Grundübel auf dem Globus ist das irrwitzige Bevölkerungswachstum gerade auch in Randbereichen, die normalerweise nur von wenigen Nomade benutzt wurden, die wußten, was sie taten: Bleibt man zulange an einem ort, vernichtet man seine Lebensgrundlage durch Übernutzung.

    Zumindest die archaischen, ineffektiven Holzöfen sollten verschwinden. Solaröfen (es gibt ja kaum Bewölkung dort) kann prinzipiell jeder Dorfschmied zusammenklempnern, denn das ist Primitivtechnologie. Einfaches, poliertes Blech genügt.

  • "Dort hat man im historischen Stadtkern von Staufen im Breisgau vor rd. 5 Jahren eine Geothermie-Bohrung gemacht, um das dortige Rathaus politisch korrekt mit Erdwärme zu versorgen. Leider hat man eine Gips-Keuper-Schicht angebohrt, sodass sich nun der gesamte Bereich durch Quellvorgänge anhebt."
    ---
    Genau so etwas meinte ich. Das passiert, wenn Ökoreligion über Wissenschaft, hier Geologie gestellt und obendrein noch geschludert wird. Da kann man nur sagen: Dumm gelaufen! Dem Pressdruck, der durch die Aufnahme von Kristallwasser in Anhydrit (Bestandteil der Keupers, der die Quellung auslöst) und resultierender Volumenvergrößerung entsteht, kann man nichts entgegensetzen, solange Wasser für die Reaktion zur Verfügung steht.

    Hier wird der ganze Schlamassel ausführlich beschrieben:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hebungsrisse_in_Staufen_im_Breisgau

    (Wie schon öfter erwähnt: Online-Lexikon, nix Werbung, also bitte stehenlassen!)

  • Zitat: Auf keinen Fall sollte Holz als Energiequelle herhalten
    das ist Steinzeit.

    @herrkon; hunderte Millionen (wahrscheinlich sogar über eine Milliarde) Menschen haben aber nichts anderes z.B. zum Kochen. Es leben bei weitem nicht alle Menschen in dem Luxus, auf Knopfdruck Licht und Wärme zu erhalten.

  • Windräder können Vögel töten und verschandeln die Landschaft.
    Photovoltaikanlagen sind energie-/kosten-intensiver Sondermüll.

    In gewissem Mass ist Gezeitenenergie via diverser Studien als
    unbedenklich nachgewiessen worden.

    Erdwärme kann man da nutzen wo sie leicht zuerreichen ist
    und das sind eben Vulkane. Erdbeden gibt es so oder so.

    Es ist alle mal besser selber wissentlich solche Sachen wie
    Erdbeden und Vulkanausbrüche auszulösen als wenn es ohne jede
    Vorwarnung aus heiterem Himmel passiert.

    Alles eine Frage der Dosis.

    Weiterhin alles anzünden was brennt ist auch umweltschädlich.

    Und wir wollen doch viel billige Energie haben oder nicht?

    Nukleare Katastrophen sind viel schlimmer als mal nen kleines
    Erdbeben.

  • @Europaeer
    Keine Angst, ich habe das schon richtig verstanden:Wind, Solar und Biogas = 19% vom Stromverbrauch. Strom = 21% vom Energieverbrauch Deutschlands. EE-Strom = 4% vom Energieverbrauch Deutschlands. Fertig.
    Deutschlands Energieverbrauch = 2,5% vom Welt-Energieverbrauch.
    Will heissen: was Deutschland national tut ist global klimatechnisch bedeutungslos. Und da die Kosten galoppieren, dient diese Wende höchstens als Negativbeispiel und ist bereits heute gescheitert. Die Politik gesteht dies aber (noch) nicht ein.Fertig.

    Und zum Thema Geothermie:
    man weiss nie, was unter einem im Erdboden ist (vor der Hacke ist es schwarz!). Ich war letzte Woche im Schwarzwald. Dort hat man im historischen Stadtkern von Staufen im Breisgau vor rd. 5 Jahren eine Geothermie-Bohrung gemacht, um das dortige Rathaus politisch korrekt mit Erdwärme zu versorgen. Leider hat man eine Gips-Keuper-Schicht angebohrt, sodass sich nun der gesamte Bereich durch Quellvorgänge anhebt. Durch sämtliche Bereiche in der Altstadt ziehen sich Risse. Einige Gebäude sind bereits abgerissen oder unbewohnbar. Es gibt einen Multi-Millionen Schaden. Aber Hauptsache: politisch korrekt geheizt! Hoch lebe die Ideologie.


    Schauen Sie mal beispielsweise hier oder googeln Sie Bilder. Schaurig.

    http://www.welt.de/vermischtes/article4377356/Warum-die-Erde-unter-Staufen-aufquillt-wie-Hefeteig.html

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