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EEG-Umlage Energiewende wird zur Kostenfalle

Noch gibt es keine neue Regierung, doch die Forderungen nach Kurskorrekturen bei der Energiewende werden immer lauter. Am Dienstag soll die Erhöhung der Ökostrom-Umlage offiziell bekanntgegeben werden.
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In den Sondierungsgesprächen mit den Grünen thematisierte die CDU eine stärkere Kostenbeteiligung von Bürgern, die sich mit selbstproduzierten Strom versorgen. Quelle: dapd

In den Sondierungsgesprächen mit den Grünen thematisierte die CDU eine stärkere Kostenbeteiligung von Bürgern, die sich mit selbstproduzierten Strom versorgen.

(Foto: dapd)

BerlinDer langjährige Umweltstaatssekretär Rainer Baake (Grüne) fordert mit einem radikalen Reformvorschlag eine deutliche Kostenbegrenzung bei der Energiewende. „Unser Vorschlag mutet allen Gruppen etwas zu“, sagte Baake der Deutschen Presse-Agentur. Statt einst mehr als 50 Cent pro Kilowattstunde will der Leiter der Denkfabrik „Agora Energiewende“ nur noch eine maximale Vergütungs-Obergrenze für neue Windparks und Solaranlagen von 8,9 Cent je Kilowattstunde zulassen.

Ziel sei es, einen weiteren Anstieg der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien zu vermeiden, sagte Baake, der einst unter Rot-Grün das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit auf den Weg gebracht hatte. Am Dienstag wird die Ökostrom-Umlage für 2014 bekanntgegeben. Sie wird auf einen Rekordwert steigen und einen Durchschnittshaushalt künftig 220 Euro pro Jahr kosten.

Als Problem erkennt Baake eine zunehmende Entsolidarisierung bei der Kostenverteilung. Daher sieht das Agora-Konzept, das Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits in den Sondierungsgesprächen mit den Grünen thematisierte, eine stärkere Kostenbeteiligung bisher weitgehend befreiter Unternehmer mit hohem Stromverbrauch vor. Ebenso von Bürgern, die sich mit selbstproduziertem Strom versorgen. „Wenn Sie ihren Stromverbrauch zu 50 Prozent aus der Eigenstromerzeugung decken, dann zahlen Sie 50 Prozent EEG-Umlage und 50 Prozent an Netzentgelten weniger“, erläuterte Baake. Diese Kosten verschwänden aber nicht, sondern würden allen anderen aufgebürdet.

Unternehmer, Verbraucherschützer und Experten forderten mit Blick auf eine neue Bundesregierung und angesichts steigender Kosten ebenfalls ein Umsteuern in der Energiepolitik. Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen sagte der „Bild“-Zeitung (Samstag): „Es muss einen grundlegenden Neustart bei der Energiewende geben, die Zeit des Durchwurschtelns ist vorbei.“ Das EEG in seiner jetzigen Form führe zu einer unsozialen Umverteilung von unten nach oben. Um die Kosten besser zu verteilen, schlägt er eine „Flatrate“ für das Stromnetz vor - die auch diejenigen bezahlen, die ihren Strom selbst produzieren.

Deutschlands oberster Verbraucherschützer Gerd Billen forderte eine Obergrenze bei den Kosten für die Energiewende. „Die Höhe der EEG-Umlage muss gedeckelt werden“, sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen dem Magazin „Focus“. „Jeder weitere Anstieg untergräbt den Glauben an die Energiewende.“ Um die Kosten gerechter zu verteilen, sollte ein Teil der Öko-Subventionen aus Steuermitteln finanziert werden.

Andreas Löschel, Chef der Expertenkommission, die im Auftrag der Bundesregierung die Energiewende begutachtet, macht sich für eine grundlegende Änderung der Förderung alternativer Energien stark. „Es gibt noch kein wirkungsvolles Instrument, den Ausbau der erneuerbaren Energien sinnvoll zu steuern und effizienter zu fördern. Die Ausnahmen für die Industrie zu streichen löst allein noch kein Problem“, sagte der Professor am Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) der „WirtschaftsWoche“. Auch er schlug vor, Eigenproduzenten an der EEG-Umlage zu beteiligen.

  • dpa
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34 Kommentare zu "EEG-Umlage: Energiewende wird zur Kostenfalle"

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  • Danke für den supertollen Kommentat, Antiillusionist !
    Trifft zu 100% ins Schwarze - dem ist nichts hinzuzufügen. Nach meiner Einschätzung wird der Wahnsinn mit der EEG-Abzocke so lange weitergehen, bis die ersten Unternehmen erst vereinzelt, dann scharenweise Deutschland den Rücken kehren, weil sie durch völlig überteuerte Stromkosten hierzulande nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Erst wenn diese schwachsinnige "Energiewende" Tausende von Arbeitsplätzen vernichtet hat, wird es unserer bornierten Politikerkaste dämmern, was sie da für einen Wahnsinn verbrochen haben.

  • " seit über 15 Jahren keine Erderwärmung ..." ah ja, die Verringerung der Polkappen und die rapide schmelzenden Gletscher inn den Alpen (um nur 2 von vielen Symptomen zu nennen) haben also welche Ursachen?

  • Merkel ist eiskalt.Sie sah die FDP abstürzen und hat Schwarz-Grün vorbereitet.Ohne den Atomausstieg gäbe es diese Option gar nicht.Das war der wahre Grund-nicht Japan.

  • Wenn man bedenkt,dass "Yello Strom" 1999 mal mit 0,19 Pfennig die KW/h gestartet ist...wo sind wir da gelandet...Ende nach oben offen.

  • Die Mehrheit hat doch diese Politiker wieder bestätigt. Aber acht Jahre das Land richtung Abgrund lenken reichen wohl noch nicht um dem Michel die Augen zu öffnen.

  • Sonne und Wind als dimensionell ausbaubare Erneuerbare haben in 2012 77 TWh Strom erzeugt, die Kernkraft 99,8 TWh. Die Politik und die Ökolobby tun aktuell so, als wenn wir bis 2022 die Kernenergie durch Erneuerbare, also Sonne und Wind. ersetzen könnten. In 2012 haben die Erneuerbaren 20 Mrd Subvention gekostet, sind es 2022 50 Mrd pro Jahr?
    Denn solange subventioniert werden muss, wird weiterhin konventionelle Energie verschleudert http://de.slideshare.net/willlistock/kosten-energiequivalenzgesetz

    Wer jetzt noch nach des Ausstieg aus der Kohle schreit, dürfte jeglichen Sinn für Realität verloren haben.

  • Die Unsummen der EEG-Abgaben schaden den gesamten Volkswirtschaft! Der Industrie und dem Handel ebenso wie den Privatbürgern, denen das Geld für andere Ausgaben fehlt. Das Gesetz ist hirnrissig und absolut falsch. Leider hat die Regierung in den letzten 4 Jahren nichts dagegen getan außer labern: Merkel 2011 "die EEG-Umlage muss auf dem heutigen Stand eingefroren werden"! Was ist passiert? In diesen Tagen verdoppelt sie sich seit 2011. Das ist nicht mehr tragbar! Viele Rentner wissen nicht mehr, wie sie den Strom bezahlen sollen!

  • Die EEG-Umlage ist eine Abzocke und eine Lüge.Von der Umlage sind ca 85% für die Freistellung der Industrie nur 15% dienen der Förderung der Energiewende.Ich als Stromkunde mit Nachtspeicherheizung muss 1500,00Euro mehr für Strom zahlen wie 2010 Das finde sehr ungerecht,die Politiker sollten sich endlich um das Übel kümmern und nichtnur darüber reden.

  • Die EEG-Umlage ist eine ABzocke und eine Lüge.Das Geld geht zu ca.85% um die Industrie freizustellen.Da sollte die Politik mal endlich reagieren.Als Stromkunde mit Nachtspeicheröfen zahle ich inzwischen ca 1700,00Euro mehr als 2010.Dasfinde ich ungerecht.

  • HALLO

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