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EEG-Umlage Grüner Strom wird teurer

Die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt weiter. Zwar hatte Angela Merkel gesagt, der Aufschlag für Ökostrom könne begrenzt werden. Doch daraus wird nichts. Für die Stromverbraucher geht es um viel Geld.
2 Kommentare
Der Anteil der Ökoenergie am deutschen Strommix ist auf rund 20 Prozent gestiegen. Quelle: dpa

Der Anteil der Ökoenergie am deutschen Strommix ist auf rund 20 Prozent gestiegen.

(Foto: dpa)

BerlinDer 14. Oktober ist der Tag der Wahrheit. An diesem Freitag wollen die Stromnetzbetreiber bekanntgeben, wie hoch die Umlage für die Förderung der erneuerbaren Energien 2012 ausfällt. Derzeit beträgt sie 3,53 Cent je Kilowattstunde. Schon jetzt ist klar: Im kommenden Jahr werden die Stromverbraucher mehr zahlen müssen. Unklar ist lediglich, wie hoch der Anstieg ausfallen wird.

Erst vor ein paar Wochen hatte Kanzlerin Angela Merkel den Eindruck erweckt, alle Spekulationen über eine Erhöhung des im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelten Aufschlags seien unbegründet: "Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen", sagte die Regierungschefin Anfang Juni im Bundestag.

In der Energiebranche glaubt allerdings niemand daran, dass Merkel ihre Zusage einhalten kann. Optimistische Branchenvertreter gehen von einem "moderaten Zuwachs" auf einen Wert von etwa 3,6 Cent aus. Pessimisten sagen, sie wären schon froh, wenn man die Umlage unter vier Cent halten könne.

EEG-Umlage ist zuletzt drastisch gestiegen

Die EEG-Umlage steigt seit Jahren an. Besonders drastisch fiel das Plus von 2010 auf 2011 aus, als sie von 2,047 Cent um 72 Prozent auf 3,53 Cent erhöht wurde. Die wenigen Cent pro Kilowattstunde summieren sich zu beachtlichen Beträgen. 2010 beliefen sich die Vergütungen für die Ökoenergien auf 12,8 Milliarden Euro.

Die Festlegung der Umlage ist ein Politikum. Die Betreiber der Stromübertragungsnetze errechnen den Wert in Zusammenarbeit mit externen Gutachtern, stimmen ihre Ergebnisse vor einer Veröffentlichung jedoch mit der Bundesnetzagentur und dem Bundeswirtschaftsministerium ab. Die Bundesregierung hat ein Interesse daran, dass der Anstieg nicht zu stark ausfällt. Im Frühjahr und Sommer hatte sie während der Diskussion über die Energiewende versichert, die Kosten für den Umstieg auf die erneuerbaren Energien würden im Rahmen bleiben. Teile der Wirtschaft und Verbraucherschützer hatten dagegen vor exorbitanten Kosten gewarnt.

Preisabstand zu konventionell erzeugtem Strom sinkt kaum

Bei der Förderung der erneuerbaren Energien stellt die Umlage das wichtigste Instrument dar. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz garantiert den Betreibern von Anlagen zur Stromproduktion aus Wind, Sonne, Wasser, Geothermie oder Biomasse über 20 Jahre feste Vergütungssätze für jede Kilowattstunde Strom. Sie liegen teilweise erheblich über den Börsenpreisen für konventionell erzeugten Strom.

Die Mehrkosten werden mit der EEG-Umlage auf alle Stromverbraucher verteilt. Ausnahmen gelten für die Industrie. Für das Inkasso der Umlage sind die Übertragungsnetzbetreiber zuständig. Sie legen jeweils Mitte Oktober den Wert für das folgende Kalenderjahr fest. Da der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion von 17 Prozent in 2010 auf derzeit 20 Prozent gestiegen ist, erscheint ein Anstieg der Umlage unausweichlich.

Aber nicht nur der steigende Anteil der Erneuerbaren bei der Stromproduktion spielt eine Rolle. Die Netzbetreiber überweisen die bei den Stromverbrauchern einbehaltene EEG-Umlage auf ein separates Konto, das sie getrennt vom Kerngeschäft führen. Bei der Festlegung der Umlage für 2010 wies das Konto eine Unterdeckung von 1,2 Milliarden Euro auf. Dieses Minus sollte im Laufe des Jahres 2011 durch die auf 3,53 Cent erhöhte Umlage ausgeglichen werden. Ein ausgeglichenes Konto würde bei der Festlegung der neuen Umlage Spielraum nach unten eröffnen. Derzeit beträgt das Minus auf dem EEG-Umlagekonto aber immer noch 700 Millionen Euro, so dass in dieser Hinsicht wenig Entlastung zu erwarten ist.

Auch ein starker Anstieg der Großhandelspreise für konventionell erzeugten Strom würde die EEG-Umlage schrumpfen lassen. Denn sie beschreibt im Prinzip den Preisabstand von konventionell erzeugtem Strom zu Ökostrom. Wird der herkömmlich produzierte Strom teurer, sinkt die Preisdifferenz zum EEG-Strom. Wider erwarten ist der Großhandelspreis in den vergangenen Monaten aber nur moderat gestiegen.

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2 Kommentare zu "EEG-Umlage: Grüner Strom wird teurer"

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  • Die Ankündigung im Sommer, die Umlage konstant halten zu wollen, zeugt davon, dass die Politik nicht mal 1 + 1 zusammenzählen kann. Bei den Wachstumsraten der erneuerbaren Energien war abzusehen, dass es nicht dabei bleiben wird.
    Mit dem EEG wird schon lange keine Förderung betrieben, sondern der Staat betätigt sich als Unternehmer. Das muss schiefgehen. Es wird nicht mal Kosteneffizienz eingefordert. Kein Wunder auch: es zahlt alles der Stromverbraucher der das ja sogar noch "toll" findet, so der Umweltminister aus einer vom UBA mitfinanzierten Studie.

  • Solange Altersarme, Hartz4er und Kinder ohne Spielplatz und Winterscvhuhe

    die Aluminium - Karossen

    der hiesigen Luxus - Extrem - Öko - KFZ - Boliden

    finanzieren ist die Exportwirtschaft in Ordnung.