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Ein Buch ruft zum Sturz auf „Merkel arbeitet am Zerfall der Demokratie“

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Höhler: Amtsführung wie in einem Gemischtwarenladen

Merkels Amtsführung beschreibt sie so: Es sei wie in einem Gemischtwarenladen. Produkte, die nicht gehen, würden aus dem Angebot genommen. Produkte der Konkurrenz, die besser laufen, würden kopiert. Die Kanzlerin sehe sich als Anbieterin in einem Meinungsmarkt, wo die Kundengunst über den Marktwert der Ware entscheide. „Was Politik anbietet, sind aber nicht Waren. Es sind Entwürfe für Lebensqualität, soziale Sicherheit und Entfaltungsrechte“, meint Höhler.

Die „Patin“ handle dabei kompromissloser als jeder bisherige deutsche Staatschef, niemand habe die Rangfolge der politischen Ziele so oft umgeworfen und neu sortiert wie Angela Merkel. Dabei habe diese unbeschwerte „gute Patin von Europa“, wie die „Bild“ Merkel im vergangenen Oktober betitelte, die deutsche Politik und ihre Dominanz im europäischen Projekt entscheidend geprägt. Ob sie ohne Merkel genauso aussähe, dürfe bezweifelt werden.

Doch das System M habe nicht nur Folgen für Europa, sondern auch für ihre Partei. „Mit Angela Merkel ist eine Frage auf die politische Tagesordnung gekommen, mit der die CDU einstweilen nur intuitiv, nervös und im Kern fassungslos umgeht“, so Höhler. „Es ist die Frage, ob der Wertekonsens, den alle bürgerlichen Parteien teilen, seine Gültigkeit verliert zugunsten situativer Unberechenbarkeit aller Akteure und Motive.“

Höhler bilanziert am Ende des Gastbeitrags: „In Deutschland kann man seit der Einigung politisch an die Spitze rücken, wenn man als Asket an allen Vorgaben vorbeizieht, von denen sich die Mitspieler aus der alten Westwelt aufhalten lassen: Rechtsnormen und Verfassungswerte, Verträge und Wettbewerbsfreiheit, ethische Standards und moralischer Grundkonsens.“

  • ses
  • dpa
  • dapd
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135 Kommentare zu "Ein Buch ruft zum Sturz auf: „Merkel arbeitet am Zerfall der Demokratie“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Peter Heimig

    Peter Heimig vs. „Die Patin“?
    Mehr zum Thema: mein offener Brief an „Merkel – Gauck“ ev. als Präambel zu o.g. Buch? s. peter-heimig.com Nr. 122 vom 22.8.12 „alternativlose Photos (schwere Körperverletzung 1.2.2012 auf Rügen, dem Wahlkreis von Merkel).
    „Störtebekers Erbengeschichten aus Merkels Leichenkeller“ (Anm.: Gemeint ist Rügen- Wahlkreis von Merkel). ISBN 9781291011128 www.lulu.com
    bz Berlin 24.8.12:“…Die Vokabel alternativlos ist eine Anti-Freiheits-Vokabel…“
    Peter Heimig (73)
    Founder of Tax Free Shop Europe
    [email protected]

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Diskutieren erwünscht – aber richtig“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • ursularenner
    bestens beschrieben.
    Das Volk ist sehr bequem geworden und hat auch ein enormes Anspruchsdenken entwickelt von dem wir wieder weg müssen

  • Altbadener
    na endlich sagt es mal einer.
    So ähnlich habe ich es neulich auch schon mal ausgedrückt.
    Der Journalist Hendrik M. Broder sagte schon vor einem Jahr, man könne in unserem Land mittlerweile eine enorme Verostung festellen und erst vor ca. 14 Tage bezeichnete die ehemalige Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld den Bundestag als Volkskammer.
    Also liegt Frau Höhler mit ihren Einlassungen doch völlig richtig.
    immer mehr Leute merken doch, dass hier nichts mehr stimmig ist

  • DKlaus1940
    Bei wem ist denn Frau Prof. Höhler nht merh gelitten?
    Höhler ist zwar CDU-Mtglied, aber war nie in irgend einer Postion. Also Ihr Argument hinkt irgendwie
    Im übrigen ist sie immer noch eine s ehr gefragte Beraterin in der Wirtschaft

  • Thomas
    genau so ist es.
    Was wäre denn Frau Merkel heute, wenn die Mauer nicht gefallen wär? Diese Frage wirft Thomas Wiezorek in einem seiner Bücher auf.
    Richtig, Merkel wäre strammes Mitglied im Polit-Büro
    Viele User hier haben offenbar vergessen wo Merke herkommt und was sie früher gemaht hat.

  • Hörenswertes Interview vom 24.08:

    http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/gespraechszeit/audio94630-popup.html

    Frau Höhler ist heute Abend auch Gast bei Günther Jauch, werde ich mir anschauen.

  • An alle die das "System M" nachwievor gut finden.
    Wollten sie so eine Chefin? Ist sie teamfähig? Lässt sie Widerspruch zu? Haben sie angst vor ihr? Ich könnte die
    Fragestellungen weiter fortsetzen aber es ist mir leid.
    Fakt ist, dass ich die geballte Faust aus der Tasche nehme und sie auf den Tisch schlagen würde. Ich lasse mich von
    einem Arbeitgeber nie in Abhängigkeit bringen( Aufbau eines nebenberuflichen Standbein sehr wichtig). Die meisten müssen
    schleimen. So ist unser System organisiert.Wer es nicht glauben
    will, der lebt in einer Traum- und Scheinwelt. Wären wir froh
    und hätten viele solche Menschen wie Frau Höhler. Intelligent,
    redegewandt, führungsstark und schlagfertig.
    MfG
    Walter Schmid

  • Sie haben m.E. recht. Da offenbart sich das eigentliche Problem: Demokratie hat nicht nur Vorteile. Sie ist nicht besser als die Wähler. Wenn diese keine Probleme und Realitäten hören wollen, dann läuft es nicht gut. In Griechenland waren es auch nicht nur die bösen und unfähigen Politiker, aber davon will die Bevölkerung, die sie über Jahrzehnte gewählt hat, nichts hören. Viele haben über die Jahre vom System profitiert. Deshalb hat man es nie geändert und tut man sich heute noch so schwer damit.

  • In einem Land in dem Bürger vereinzelt mit den alten Methoden der Staatssicherheit konfrontiert sind und auf diese art mundtot gemacht werden, ist das Buch von Frau Höhler begrüßenswert und macht mir, einem Opfer, wirklich Hoffnung....auf polundwirt.blog können sie sich informieren.

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