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Einigung ist "bestenfalls beschäftigungsneutral" Wirtschaftsexperte kritisiert Metall-Tarifabschluss

Der Wirtschaftsexperte Wolfgang Franz hat den Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie im Pilotbezirk Baden-Württemberg als zu hoch kritisiert. "Ich bin mit dem Abschluss nicht zufrieden", sagte der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. Die Lohnerhöhungen seien zu hoch ausgefallen: "Ein beschäftigungsfreundlicher Abschluss hätte unter 2% bleiben müssen, damit er beschäftigungsfreundlich ist", sagt Franz. Den Verteilungsspielraum für beschäftigungsneutrale Lohnerhöhungen errechnet Franz aus dem erwarteten Anstieg der Produktivität der Branche - die 2004 bei rund 1,5% liegen dürfte - zuzüglich der erwarteten Zunahme der Absatzpreise, die rund 0,5% betragen dürfte.

Der nun erzielte Abschluss sei "bestenfalls beschäftigungsneutral". Nicht weit genug gehen Franz die vereinbarten Abweichungsmöglichkeiten vom Tarifvertrag. Er kritisierte, dass Öffnungsklauseln noch immer von der Zustimmung der Gewerkschaft abhingen. "Wozu das führt, sieht man in Ostdeutschland. Da haben sich die Gewerkschaften oft genug verweigert", sagte Franz. Sinnvoller wären aus seiner Sicht Einigungen zwischen der Unternehmensleitung und den Mitarbeitern.

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) wertete den in Kompromiss als Stützungsmaßnahme für den sich abzeichnenden Aufschwung. Die Streikgefahr sei dadurch gebannt. Durch die Bereitschaft, bei den Arbeitszeiten im Einvernehmen der Tarifparteien von der geltenden 35-Stunden-Woche abweichen zu können, hätten beide Seiten das in sie gesetzte Vertrauen bestätigt. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zeigte sich indes enttäuscht. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kündigte an, die neuen Spielräume für längere Arbeitszeiten offensiv nutzen zu wollen.

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