Einigung mit der Branche Röttgen will Solarförderung monatlich kürzen

Bundesumweltminister Röttgen hat sich mit der Solarindustrie geeinigt: Die Solar-Förderung wird dieses Jahr zwar weiter um maximal 24 Prozent gekürzt, allerdings sollen die Sätze nun monatlich angepasst werden.
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Der Bundesumweltminister Norbert Röttgen will die Fördersätze an die Solarindustrie monatlich anpassen: „Damit wird die Berechenbarkeit der Entwicklung besser.“ Quelle: dpa

Der Bundesumweltminister Norbert Röttgen will die Fördersätze an die Solarindustrie monatlich anpassen: „Damit wird die Berechenbarkeit der Entwicklung besser.“

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BerlinDie Solarbranche muss sich auf weitere Einschnitte und Förderkappungen in kürzeren Abständen einstellen. Gemeinsam mit der Branche sei man sich einig, dass künftig die Fördersätze monatlich angepasst würden, sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen am Donnerstagabend nach einem Gespräch mit der Solarindustrie in Berlin. „Damit wird die Berechenbarkeit der Entwicklung besser.“ Derzeit wird die Förderung halbjährlich überprüft.

Auf das Gesamtjahr gesehen gehe man zwar zunächst wie bisher von Kürzungen von maximal 24 Prozent aus. Röttgen kündigte aber an, es werde demnächst weitere Gespräche geben. Die Politik könne sich noch für Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in anderen Punkten entscheiden. Das EEG solle zügig geändert werden, sagte der CDU-Politiker, ohne sich auf einen genauen Zeitpunkt festzulegen.

Die Debatte über die Solarförderung war nach einem unerwarteten Boom bei neu installierten Anlagen zum Jahresende 2011 neu aufgeflammt. Im Dezember allein wurden 3000 Megawatt neu gebaut, soviel wie die Regierung als Ziel für ein Jahr ausgegeben hatte. Der Boom war auch durch einen Preisverfall bei Modulen ausgelöst worden, da besonders chinesischen Produzenten verstärkt auf dem Markt sind. Über 70 Prozent der Anlagen stammen bereits aus Asien.

„Das ist eindeutig zuviel“, sagte Röttgen zu den Zubauraten. Dies sei weder von den Kosten noch von der Stabilität des Stromnetzes auf Dauer machbar. Als mögliche weitere Schritte bei der Reform des EEG nannte er eine stärkere Betonung auf die Speicherfähigkeit des schwankenden Stroms aus Wind oder Sonne. Zudem könne es weitere Differenzierungen zwischen den garantierten Abnahmepreisen für Strom von Dach- und von Freiflächenanlagen geben.

Forderungen nach einer drastischen Beschränkung der Solarenergie erteilte er aber eine Absage: „Wir wollen die Solarenergie, wir halten es für eine wichtige Exporttechnologie.“ Wichtig sei zudem, dass Investoren stabile Rahmenbedingungen hätten. „Die Energiewende braucht Verlässlichkeit.“

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13 Kommentare zu "Einigung mit der Branche: Röttgen will Solarförderung monatlich kürzen"

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  • Die meisten hier geäußerten Kommentare und Meinungen und zeigen das unabhängige von mehreren Instituten aufgestellte wissenschaftliche Ergebnisse keinen Zutritt in die Köpfe der Menschen haben. Wer also sich nicht von Populismus und Lobbyismus blockieren lässt, dem sei gesagt:
    Die komplexen Zusammenhänge aus der Kosten- und Nutzenwirkung erneuerbarer Energien im Strom und Wärmebereich hat das Bundesumweltministerium in einem mehrjährigem wissenschaftliches Vorhaben unter der Leitung des Fraunhofer ISI untersuchen lassen. Ergebnis: Im Jahr 2008 standen den 6 Mrd.€ Kosten durch erneuerbare Energien ein Nutzen von 8 Mrd.€ allein durch vermiedene Umweltschäden gegenüber. Wer diese wissenschaftlichen in seinem Weltbild zulässt erkennt: Ohne die „Erneuerbaren“ hätte unserer Volkswirtschaft allein für Umweltschäden im Jahr 2008 2 Mrd. € mehr aufbringen müssen. Zusätzlich wird in dem Gutachten auf viele weitere makroökonomische Vorteile verwiesen, die einer freien Marktwirtschaft höchst zuträglich sind. Es steht außer Zweifel, dass Förderungen ergebnisorientiert nachjustiert werden müssen, ohne jedoch deren bisherigen Vorteile zu schmälern.

  • Irrer Solarboom kommt uns teuer zu stehen
    04.10.2010, 11:34 Uhr

    Der Grund für den Boom beim Solarstrom liegt in der staatlichen Förderung der Erneuerbaren Energien. Wer sich etwa eine Photovoltaikanlage auf sein Dach montiert, bekommt vom Staat eine garantierte Abnahmevergütung für 20 Jahre. Allerdings wurde in diesem Jahr die Förderung schrittweise abgesenkt. Weil Bürger sich noch schnell die besseren Konditionen sichern wollten, kam es im ersten Halbjahr zu einer Flut von Anträgen. Mit der Folge, dass es allein im Juni einen Zuwachs von Solarstromanlagen mit einer Leistung von bis zu 2000 Megawatt gab - fast die Hälfte der gesamten Zunahme von Solarstromkapazitäten im Jahr 2009. Mit 2000 Megawatt lassen sich etwa 570.000 Haushalte mit Strom versorgen. Bereits 2009 war die Solarenergie in Deutschland massiv ausgebaut worden. Laut EU-Kommission waren 2009 hierzulande rund 3,8 Gigawatt Solarstrom installiert worden, mehr als die Hälfte der weltweit zugebauten Leistung.
    wirtschaft.t-online

  • Sie haben absolut recht !!!
    Soll das vielleicht "Sozial verträglich" sein , wenn er Monatlich diese Subventionen zurückfährt ?

    Wir brauch keine Förderung dieser Technik , solar ist für Deutschland und Europa auf diesen Breitengraden untauglich .
    Wir sollten alle Förderungen sofort einstellen , kein Geld in eine Technik die veraltet , nicht Leistungsfähig und nicht Bedarfsorientiert ist !!!

    Innovative Energieversorgung sieht anders aus !!!!

  • Hallo Herr Röttgen,

    warum passen wir die Förderung nicht direkt täglich an. Läßt sich doch viel besser planen und umsetzten mit den potentiellen Erbauern von PV-Anlagen!

    Durch so eine "tolle" Idee hilft man den deutschen Herstellern sicherlich sehr weiter und die Chinesen trifft man echt hart damit.

    Man(n) sollte lieber mal darüber nachdenken wen man fördert und in welcher Höhe.

    Und die Agumentation bezüglich der dauerhaften Subvention ist auch sehr interessant. Das Atomstrom uind Kohlekraftwerke heute noch immer subventioniert werden will scheinbar keiner wissen oder hören.

    Mit diesem "Kleinjungenvorschlag" legt man eine ganze Branche inerhalb von kürzester Zeit lahm. Sicher wird es nun nochmal ein sehr starken Zubau geben, da ab Juli keinefr mehr weiß woran er sein wird. Angefangen von der Kalkulation und der Finanzierung der PV-Anlagen. Welche Bank will in Zukunft dieses Risiko mittragen. Es werde somit nur noch Kunden finanziert, die auch in der Lage wären eine solche Anlage ohne EEG-Vergütung auch bezahlen zu können. Der "gemeine" Hausbesitzer und Ottonormalverbraucher sicherlich nur noch in wenigen Ausnahmen.

    Vorschlag?!
    Man sollte die Kürzung an die Umfragewerte der FDP koppeln, dann kommen eventuell mal vernünftige Vorschläge aus dieser "Parteichen".

    Wünsche allen weiterhin sonnige Zeiten!

  • Auch das ist noch eine Subventionierung, denn im stand-alone-Betrieb funktioniert die PV-Anlage nicht, sie regelt nicht die Netzfrequenz (kommt aus dem Netz, wofür Regelleistung betrieben wird), sie kann nicht exakt auf den Bedarf abgestimmt produzieren, muss also Überschuß- und auch Fehlmengen mit dem Netz ausgleichen, die Kosten des Netzes werden dann allen anderen Verbrauchern in Rechnung gestellt, dem PV-Nutzer jedoch nicht, usw, usf. Fazit: Keine Chance des wirtschaftlichen, d.h. unsubventionierten PV-Betriebes innerhalb von Versorgungsnetzen.

  • Das ist nur halbherzig. Die Förderung von PV-Technologie ist kurzfristig komplett einzustellen. Röttgers Behauptung, sie sei ein wichtiger Exportfaktor, ist absolut lächerlich - die effektiven Exportzahlen sind kaum der Rede wert. In 2010 war der Export mit 5,4 Mia. noch nicht einmal halb so hoch wie der Import: http://www.stromvergleich.de/stromnachrichten/3658-geringer-export-der-photovoltaik-produkte-13-3-2011

  • ...daraus folgt => nix PV-Anlagen kaufen und nix Ausland fördern => nix mit hohen Einspeisungsvergütungen => keine diesbezügliche Verbraucherpreiserhöhung mehr... ...das würden ja dann mal paradiesische Zustände hier in D...

  • In der Politik werden Kompromisse entschieden. Auch wenn die Sach- und Logiklage längst anders ist.
    "Sich mit der Solarindustrie" geeinigt ? Welche denn - die Reste der deutschen Solarpanelhersteller, wo doch die meisten Kunden chinesischen Panels kaufen. Es ist ein unglaubliches hohes Geschenk für die chinesische Solarindustrie. Die Produktion von Panels geht aber leider den Weg der "Flachbildschirme". Zunehmend wird in Korea und China gefertigt - hier liegt die globale Produktionsquelle für die ganze Welt. Deutsche Verbraucher "dürfen" so die Arbeitsplätze in diesem Ländereck finanzieren und in der EU mit zur industriellen Auslagerung beitragen. Tolle Logik.

  • Warum drängt sich mir eigentlich
    so renitent die Meinung auf,
    dass die deutsche Politik
    eine Vollidioten Politik ist?

  • Für denjenigen, der sonst seinen Strom für ca. 20 Cent Arbeitspreis von seinem Anbieter bezieht, sieht die Rechnung ein wenig anders aus. Selbst wenn der Eigenverbrauch nur bei 50% liegen sollte, würde das Sinn machen. Dann kann der "Rest" gerne für 3 Cent/ kWh verschenkt werden. Drei Cent kostet bereits allein die importierte Steinkohle, wenn mit dieser in Kraftwerken Strom erzeugt wird. Und dann haben sie noch keine Fixkosten für das Kraftwerk, Personal noch Wartung u. Reparatur gedeckt.

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