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Einkommensteuer-Rechner Wie viel Steuern Sie im Vergleich zu anderen zahlen

Die boomende Wirtschaft beschert dem Staat Rekordsteuereinnahmen. Mithilfe eines IW-Tools können Sie nun berechnen, wie viel Sie und andere dazu beitragen.
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Gut die Hälfte der Steuerlast wird von den Top zehn Prozent der Einkommensbezieher geschultert. Quelle: dpa
Steuern

Gut die Hälfte der Steuerlast wird von den Top zehn Prozent der Einkommensbezieher geschultert.

(Foto: dpa)

BerlinKleptokratie, fiskalischer Diebstahl, die Mittelschicht als Melkvieh: Wie sehr der Frust über den Steuerstaat in den vergangenen Jahren zugenommen hat, lässt sich auch an der drastischen Wortwahl ablesen, zu der Politiker wie etwa FDP-Chef Christian Lindner greifen. Der weit verbreitete Eindruck ist: Der Aufschwung spült gigantische Summen in die Staatskasse, doch der einfache Bürger hat davon wenig – denn er zahlt immer mehr Steuern.

Mithilfe eines interaktiven Einkommensteuer-Rechners des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) kann nun jeder Steuerzahler selbst berechnen, wie viel Steuern er oder sie im Vergleich zu anderen zahlt. Dabei lässt sich auch durchspielen, wie hoch die Entlastung durch die geplante Teilabschaffung des Solidaritätszuschlags ist, die für 2021 anvisiert ist.

Mit dem folgenden IW-Tool können Sie ihre Steuerlast im Vergleich zu anderen selbst berechnen:

Die Ergebnisse dürften für so manche Überraschung sorgen: Denn gerade Familien mit Kindern stehen bei der Steuerbelastung keinesfalls so schlecht da.

Dank Ehegattensplitting und Kindergeld/Kinderfreibeträgen müssen sie deutlich weniger Steuern zahlen als Singles, die dafür auch im internationalen Vergleich, wie andere Studien zeigen, zur Kasse gebeten werden.

Auch dürfte einigen Steuerzahlern dämmern, dass sie im Vergleich zu anderen gar nicht so schlecht dastehen, was den Verdienst angeht. Das zeigen auch die Daten, die das IW Köln für das Erstellen des Rechners zusammengetragen hat:

  • Rund 70 Prozent der Bevölkerung zahlen Einkommensteuer.
  • Das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Vollzeitbeschäftigten lag 2017 laut Statistischem Bundesamt bei rund 50.000 Euro, das sind rund 4167 Euro im Monat.
  • Wer als Lediger über ein Bruttoeinkommen von knapp 55.000 Euro verfügt, reiht sich beim Verdienst bereits unter den Top zehn Prozent ein.
  • Diese Top zehn Prozent schultern allein gut die Hälfte der gesamten Steuerlast. Allein die 6,4 Prozent Topverdiener, die mindestens 15.000 Euro Steuern im Jahr zahlen, tragen zu 41,5 Prozent des gesamten Einkommensteueraufkommens bei.
  • 2,3 Prozent, das sind rund 1,6 Millionen Menschen, zahlen Steuern von mehr als 25.000 Euro. Zu dieser Gruppe gehören Ledige ohne Kinder mit einem Bruttojahreseinkommen von mindestens 92.000 Euro.
  • Etwas über 20 Millionen Menschen zahlen gar keine Einkommensteuer, weil ihr steuerpflichtiges Einkommen zu gering ist. Darunter befinden sich sieben Millionen Rentner, aber auch Millionen Auszubildende und Studierende sowie geringfügig Beschäftigte und Arbeitslose.
  • Den Solidaritätszuschlag zahlen 60 Prozent der Steuerzahler. Dass viele ihn nicht mehr zahlen, liegt daran, dass es auch beim Soli Freibeträge gibt, bis zu denen der Zuschlag nicht an den Fiskus abgeführt werden muss.

 

Was folgt aus diesen Zahlen politisch?

  • Vom Durchschnittsverdiener bis zum Topverdiener ist es ein kurzer Weg. Deshalb hatten im Wahlkampf sowohl Union wie SPD gefordert, den Spitzensteuersatz von 42 Prozent erst ab einem höheren Gehalt greifen zu lassen. Derzeit wird er bereits ab einem zu versteuernden Einkommen von 55.000 Euro fällig. Doch am Ende konnten sich beide Parteien in den Koalitionsverhandlungen nicht auf ein Vorgehen einigen.
  • Untere Einkommen leiden nicht an zu hohen Steuern, sondern unter zu hohen Sozialabgaben. Denn diese werden sehr schnell schon ab geringen Gehaltssteigerungen fällig. Und anders als im Steuersystem gibt es bei den Sozialabgaben nur eine sehr geringe Progression. Es werden also sehr schnell die vollen Beiträge fällig.
  • Insgesamt funktioniert die Umverteilung über das deutsche Steuersystem gut: Starke Schultern tragen allein gut die Hälfte des Einkommensteueraufkommens in Deutschland.

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