Einsatz im Mittelmeer Bundeswehr erstellt Personenprofile von Flüchtlingen

Die Bundeswehr erstellt laut einem Medienbericht umfangreiche Profile von Flüchtlingen. Die Daten könnten später von „großer Bedeutung“ sein, Einzelheiten will die Bundesregierung aber nicht preisgeben.
1 Kommentar
Von den Flüchtlingen, die die Bundeswehr auf dem Mittelmeer rettet, wird ein umfangreiches Personenprofil erstellt. Auch der Bundesnachrichtendienst ist involviert. Quelle: dpa
Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

Von den Flüchtlingen, die die Bundeswehr auf dem Mittelmeer rettet, wird ein umfangreiches Personenprofil erstellt. Auch der Bundesnachrichtendienst ist involviert.

(Foto: dpa)

HamburgDie Bundeswehr erstellt nach Informationen des „Spiegel“ umfangreiche Personenprofile von Flüchtlingen, die sie im Mittelmeer aufgreift. Dazu seien vier Soldaten der Feldnachrichtentruppe zu der EU-Krisenoperation im Mittelmeer „European Union Naval Force – Mediterranean“ abkommandiert worden, berichtete das Nachrichtenmagazin am Freitag vorab aus seiner neuen Ausgabe.

Die Soldaten befragten „grundsätzlich alle“ Flüchtlinge nach Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Passdaten, außerdem sollen auch die letzten Aufenthaltsorte und Transitwege in Erfahrung gebracht werden, heißt es demnach in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion.

Chaos auf Kos
Flüchtlinge auf Kos
1 von 7

Auf der einen Seite sonnen sich Touristen auf der griechischen Ferieninsel Kos, doch jeden Tag versuchen Flüchtlinge an Land zu kommen. Die Behörden auf der griechischen Insel Kos sind vom Ansturm der Flüchtlinge zunehmend überfordert.

Zwischen Urlaubsparadies und Flüchtlingsinsel
2 von 7

Der Bürgermeister schlägt bereits Alarm und warnt vor Blutvergießen auf seiner Insel, „wenn nicht sofort Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung getroffen“ würden. Das schrieb Giorgos Kyritsis am Dienstag an die Regierung in Athen.

Ausschreitungen befürchtet
3 von 7

Auf Kos seien mehr als 7000 Migranten angekommen. Man könne mit dem Problem nicht mehr fertig werden. „Ich warne davor, die Gefahr eines Blutvergießens ist real“, erklärte der Bürgermeister. Der Brief wurde am Dienstag in der griechischen Presse veröffentlicht.

Gewalt
4 von 7

Wie Reporter vor Ort berichteten, blockierten Migranten am Dienstagmorgen die Küstenpromenade des Hauptortes der Insel. Sie forderten lautstark Papiere, um die Insel zu verlassen und weiter nach Mitteleuropa zu reisen. Im kleinen Stadion der Insel ist es nach Augenzeugenberichten zu Schlägereien zwischen Migranten gekommen. Zudem seien auch Polizisten angegriffen worden, die Schlagstöcke einsetzten, um sich zu wehren, hieß es.

Chaos auf Kos
5 von 7

Auf der Insel Kos herrschen chaotische Zustände. Hunderte Migranten kommen täglich von der wenige Seemeilen entfernten türkischen Küste. Hilfsorganisationen, der Staat und die Bevölkerung sind restlos überfordert. Ähnlich ist die Situation auf zahlreichen anderen Inseln im Osten der Ägäis. Viele der Flüchtlinge stammen aus Krisengebieten wie Syrien oder Afghanistan. Zum Teil kampierten sie nach ihrer Ankunft in den Parks und auf den Plätzen der Stadt Kos.

jede Nacht kommen Flüchtlinge an
6 von 7

Bei einem Versuch, sie in ein Stadion zu verlegen, kam es zu den Prügeleien unter den Wartenden in einer langen Schlange. Die Polizei war nur mit einigen wenigen Beamten vor Ort und hatte große Mühe, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Sonnenuntergang
7 von 7

Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres haben nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks etwa 124.000 Flüchtlinge und Migranten Griechenland per Schiff erreicht. Das sei ein Anstieg von 750 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2014, hieß es. Allein im Juli kamen demnach 50.000 an, davon rund 70 Prozent aus Syrien. Die meisten treffen auf den fünf Inseln Lesbos, Chios, Kos, Samos und Leros ein, wie das UNHCR am Freitag mitteilte.

Die Angaben der Flüchtlinge würden in einer Datenbank gespeichert und könnten in einer späteren Phase der Militäroperation im Mittelmeer von großer Bedeutung sein, schrieb der „Spiegel“. Die EU-Mitgliedstaaten erwägen, Schlepperboote in nordafrikanischen Häfen zu zerstören und eventuell sogar Bodentruppen zu entsenden. Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) ist nach „Spiegel“-Informationen in die Militäroperation eingebunden: Er habe ein „Unterstützungselement Militärisches Nachrichtenwesen bereitgestellt“, heißt es demnach.

Weitere Einzelheiten wolle die Regierung unter Verweis auf das „Staatswohl“ nicht offen mitteilen, berichtete das Magazin. Der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko von der Linkspartei kommentierte das Vorgehen laut „Spiegel“ skeptisch: „Der Einsatz von Militär und Geheimdiensten ist geeignet, die europäische Migrationspolitik weiter zu eskalieren.“ Aus seiner Sicht wäre es besser, die zivile Seenotrettung zu fördern.

  • afp
Startseite

Mehr zu: Einsatz im Mittelmeer - Bundeswehr erstellt Personenprofile von Flüchtlingen

1 Kommentar zu "Einsatz im Mittelmeer: Bundeswehr erstellt Personenprofile von Flüchtlingen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Alles Scheise Drecke Friedrich auch auf Bild und immer noch in Euroland mit
    die Stuezte von die Arge.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%