Einwohnerzahl Deutschland wächst dank Zuwanderung weiter

Die Einwohnerzahl in Deutschland ist dank Zuwanderung erneut gestiegen, und zwar so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr. Als eine Ursache sehen Statistiker die vollständige Freizügigkeit für Rumänen und Bulgaren.
Update: 21.01.2015 - 10:47 Uhr 20 Kommentare
Die Einwohnerzahl Deutschlands ist 2014 erneut gestiegen. Jetzt leben hier knapp 81,1 Millionen Menschen. Quelle: picture-alliance/ dpadpa / picture alliance

Die Einwohnerzahl Deutschlands ist 2014 erneut gestiegen. Jetzt leben hier knapp 81,1 Millionen Menschen.

(Foto: picture-alliance/ dpadpa / picture alliance)

BerlinDeutschland hat 2014 die höchste Zuwanderung seit 22 Jahren verzeichnet. Das Statistische Bundesamt erwartet nach einer am Mittwoch veröffentlichten ersten Schätzung, dass die Zahl der Zuzüge nach Deutschland die Zahl der Fortzüge um mindestens 470.000 übertroffen hat. Noch höher war die Zuwanderung zuletzt 1992, als rund 782.000 Menschen zuwanderten. Damit wurden die Zuwanderungszahlen von 2013 nochmals übertroffen.

Gründe dafür sind die Arbeitnehmerfreizügigkeit für die EU-Beitrittsstaaten Rumänien und Bulgarien, die wirtschaftliche Misere in Südeuropa und eine wachsende Zahl von Flüchtlingen. Etwa drei Viertel der Zuwanderer kommen aus EU-Staaten. Dies zeigt auch der Migrationsbericht auf Grundlage der Zahlen für 2013, der am Mittwoch vom Kabinett gebilligt wurde.

Die hohe Zuwanderung sorgte 2014 dafür, dass die Bevölkerung in Deutschland weiter gewachsen und nicht geschrumpft ist. Denn erneut starben mehr Menschen in der Bundesrepublik als geboren wurden. Trotz neuer Förderprogramme für Familien wie dem Elterngeld lag die Zahl der neugeborenen Kinder 2014 nach den ersten Schätzungen der Statistiker nur zwischen 675.000 und 700.000. Die Sterbefälle betrugen 875.000 bis 900.000.

Deutsche Wirtschaft auf Zuwanderung angewiesen

Die Statistiker legten noch keine detaillierten Zahlen für 2014 vor. Die im Migrationsbericht aufgeschlüsselten Details für 2013 zeigen aber, dass unverändert die große Mehrheit der Zugewanderten aus Staaten der Europäischen Union kommt. Seit 1996 ist Polen das Hauptherkunftsland. Das dürfte sich 2014 geändert haben. Nach den Zahlen für die ersten fünf Monate 2014 führten Rumänen (36.200), Polen (22.700), Italiener (15.100), Bulgaren (13.500) und Kroaten (10.800) die Zuwandererliste aus der EU an. Ins Gewicht fällt aber auch der Bürgerkrieg in Syrien: Bis Mai 2014 waren fast 16.000 Syrer zugewandert, die drittgrößte Zuwanderergruppe nach Rumänen und Polen. Diese Entwicklung dürfte sich im Rest des Jahres fortgesetzt haben, da die Zahl der Asylbewerber aus Syrien weiter stieg.

Experten erwarten, dass die hohe Zuwanderung nicht von Dauer sein wird. Die Bevölkerung dürfte dann wieder schrumpfen, so dass es weniger Arbeitskräfte gäbe. Die Wirtschaft und auch die Bundesregierung werben daher um Zuwanderung aus dem Ausland. „Mit Einwanderung sichern wir in unserem Land dauerhaft Wachstum und Wohlstand angesichts unserer kritischen demografischen Entwicklung“, erklärte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo. „Die meisten Einwanderer wollen arbeiten, etwas leisten, sie wollen sich beweisen und sind motiviert.“

In der Koalition wird daher darüber diskutiert, erstmals ein Einwanderungsgesetz zu verfassen. Während Teile der Union darin vor allem die bestehenden Regelungen übersichtlich bündeln wollen, will die SPD auch weitere Anreize für Zuwanderung setzen. Die SPD will bis Ende Februar ein Positionspapier vorlegen. In der Union war CDU-Generalsekretär Peter Tauber mit dem Vorschlag eines Einwanderungsgesetzes auf Kritik gestoßen.

  • rtr
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20 Kommentare zu "Einwohnerzahl: Deutschland wächst dank Zuwanderung weiter"

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  • Was ist der echte Gewinn, alles eingerechnet? Ausländische Arbeitekräfte? Was ist mit der Entwicklungshilfe? Wer bau die Länder auf? Was ist mit den alten Polen, wenn alle nur Deutsche pflegen versorgen? Nur menschenverachtend auf Anweisung unserer Politiekr, Manager??????

  • Guter Punkt!

  • Auf diese Zuwanderung braucht die Politik nicht stolz sein.
    Z. T. kommen die Leute tatsächlich nur in die Sozialsysteme, kann man statist. Bundesamt nachsehen.
    Und zum andren Teil beuten wir diese Länder aus.
    Wie sollen die je hoch kommen, wenn wir ihnen die Fachräfte wegnahmen?
    Aber weiterhin leben bei uns Millionen in Hartz IV, aber das sind ja Deutsche und die interessieren ja nicht
    Aber unsere Ärzte z. B. werden von der Politik verjagt. Ärzte, viele Krankenschestern sind nach Norwegen, Schweden und in die Schweiz gegangen, weil unsre Politik nicht in der Lage ist, die Arbeitsbedigungen zu verbessern.
    Hinzu kommt, dass Rot-Grün seinerzeit für viele Berufe den Meistertitel abgechafft hat.
    Hat zur Folge, ass sich Rumänen oder Bulgaren als Selbständige anmelden, ob die nun wirklich Fliesenleger sind oder nicht, ist nicht überprüfbar. Nach 3 Monaten, wenn die Selbständigkeit nicht läuft, haben sie Anspruch auf Hartz IV
    Und unsere deutschfeindlichen Politker wundern sich über Pegida.
    Wenn es so weitergeht, wird es nicht bei Pegida bleiben, sondern es wird Bürgerkrieg geben

  • Kommt alle, die ihr mühselig und beladen seid ... Quantität vor Qualität eben.

  • "dank Zuwanderung"
    Sollen wir uns etwa noch dafür bedanken, daß politisch gewollt...
    --immer mehr Leute in unsere Sozialsysteme einwandern,
    --die ohnehin schon hohe Bevölkerungsdichte weiter steigt,
    --es hier bei schon jetzt verstopften Straßen, vollen Bahnen usw. noch voller wird,
    --in manchen Städten die Immobilienpreise für die meisten Menschen unerschwinglich werden,
    --die Kriminalitätsrate durch die Decke geht,
    --und wir bei unterschiedlichen Fertilitätsraten bei Biodeutschen und muslimischen Zuwanderern in absehbarer Zeit ganz sicher eine Minderheit im eigenen Land werden?

  • Der demographischen Entwicklung werden mit der Zuwanderungspolitik keine Lösungsansätze gegenübergestellt. So werden in Deutschland immer weniger Kinder geboren. Die Zuwanderer wissen nicht, warum es in Deutschland immer weniger Kinder gibt, aber wir Deutsche wissen das: wir leben ein Leben der Zahlen (Geld) und Vorschriften ( du musst Geld verdienen, gehe Arbeiten, nimm aber keine sozialen Leistungen in Anspruch und fordere nie nach mehr Lohn) .

    Nur in wenigen Bereichen unserer Gesellschaft ist das Leben intakt. Fast 4 Mio. Menschen brauchen den Mindestlohn und er reicht dennoch nur zum Überleben, und mehr nicht. Selbst wer die 10€ pro Arbeitstunde verdient, geht nach 90 oder 100 Arbeitsstunden mit einem Bruttolohn von gerade einmal 900 oder 1000 € nach Hause, ein Mindestlöhner hat sogar noch weniger.

    Und da muss man sich nicht wundern darüber, dass in Deutschland kaum noch Kinder geboren werden. Selbst in der gesellschaftlichen Mitte sieht es nicht besser aus. Denn wer Arbeit hat, der hat reichlich davon. Überstunden, Wochenendarbeit, kein Lohn- oder Freizeitausgleich. Ob in der Verwaltung, der Lehre oder bei der Polizei und den Ordnungsämtern, alles ist viel zu viel. Und das Hauptproblem sind Arbeitgeber, die nicht zahlen oder nicht richtig zahlen und infolgedesssen die Menschen eher am Eigentum der anderen rütteln, widerrechtlich versteht sich. Wer klaut und betrügt, der erzeugt neue Diebe und Betrüger.

    Und wer betrogen wurde und noch in gesitteten familiären Verhältnissen aufgewachsen ist, ja was ist mit dem: sollen diese Menschen auch ihren Kindern Betrug, Diebstahl oder vielleicht Drogenhandel lehren? Die meisten Menschen wenden sich von dieser Gesellschaft ab, angeekelt. Die Geburten sprechen Bände, die Demonstrationen, die Straftaten.

    Mit der Zuwanderung wird das Demographieproblem nicht behoben. Sie ist nur Flickschusterei. Sonst nichts.

    So gesehen, ist es besser, wenn die Menschen nicht zu uns nach Deutschland kommen. Und besser zu Hause bleiben.

  • Ich denke gerade im Bezug auf die Zuwanderung darüber nach, welche Vorteile sich Unternehmen in den vergangenen Jahren mit der Verlagerung der Produktion ins Ausland verschafft haben. Die Gründe für diese Auslagerung waren eindeutig, denn diese wurden immer wieder als Motiv gwählt, die deutsche Lohnpolitik zu Lasten der Arbeitnehmer auszulegen: mehr Arbeitszeit für die Arbeitnehmer bei gleichzeitg abnehmenden Lohnstückkosten. Man wollte die Lohnstückkosten der chinesischen Industrie als Maßstab ansetzen. Doch damit hatte sich die Industrie ins eigene Fleisch geschnitten. So betrieben die Unternehmen Sozialtourismus, denn sie haben sie auf den billigen Löhnen bei gleicher oder sogar längerer Arbeitszeit bereichert. Die Fokge war, dass Menschen aus dem europäischen Ausland neugierig wurden und wissen wollten, was denn in Deutschland verdient wird. Das Ergebnis dieser Selbsterfahrung sind Missstimmungen auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Es wurden Standard gesetzt, zeitgleich wanderten immer mehr Menschen aus der EU nach Deutschland aus.

    Diese in Deutschland zugewanderten Menschen wurden zunächst verdächtigt, Sozialtourismus zu betreiben, d.h. ihnen wurde unterstellt, dass sie sich hier mit dem Sozialsystem bereichern wollten. Was die Industrie forderte wurde zeitgleich von der Politik geschreddert: eine gesittete Zuwanderungspolitik.

    Die Menschen kommen nicht hierher, weil sie sich auf dem Sozialstaat ausruhen wollten, sondern weil die Industrie dafür gesorgt hat. Und Sozialtourismus wurde wohl von beiden Seiten her betrieben.Zum einen durch die Industrie aufgrund der Niedriglohnpolitik und zum anderen durch die zugewanderten Europäer, weil sie sich in Deutschland ein besseres Leben versprochen haben.

    Was ich sonst noch beschämend finde ist, dass die Zuwanderer durch die Arbeitgeber gegen die deutsche Arbeitnehmerschaft ausgespielt wird. Ich habe davon gehört, dass die Zuwanderer bevorzugt werden, weil sie billiger sind. Und das wird wohl für böses Blut sorgen.

  • Meiner Meinung nach bereitet man gerade die nächste europäische Katastrophe vor, die in 10-15 Jahren ausbrechen wird. Natürlich ist die Zuwanderung von jungen ,ausgebildeten Menschen ein Segen für Deutschland. Zumindest für einen kurzfristigen Zeitraum. Aber die Abwanderung von genau diesen jungen Menschen bewirkt eine demografische Entwicklung in den Abwanderungsländern der wir hier verbissen entgegentreten. Was wird passieren , wenn Ingenieure, Ärzte usw. aus Rumänien, Ungarn, Spanien oder Griechenland abwandern? Diese Länder werden noch schwächer, mit noch schlimmeren wirtschaftlichen Verhältnissen als sie heute schon sind. Ich mag mir nicht ausmalen wollen, was für eine Entwicklung ein Land wie Rumänien nehmen soll, wenn es ausschließlich aus einer überalterten, kaum noch arbeitsfähigen und schlecht ausgebildeten Bevölkerung besteht. Wer wird dafür wohl gerade stehen?

  • Deutschland wächst dank Zuwanderung weiter


    Wo für und bei wem muß sich Dtl., oder besser die deutsche Bevölkerung bedanken, daß es immer enger wird in unserem kleinen Land und Umfeld und die Sozialkassen mehr und mehr von meißt unqualifizierten oder nicht nachgefragter „Ausbildung“ der Zuwanderer geplündert und überbelastet wird?????

    …...„Als eine Ursache hierfür kann die ab 2014 für Rumänen und Bulgaren geltende vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit angesehen werden, …...... Das führe zu einem „verstärkten Zuzug nach Deutschland“.........

    Wo sind denn diese Zuwanderer beschäftigt als „selbst Versorger“ und nicht als Sozialhilfeempfänger, Aufstocker oder Scheinselbstständige (oder z.T. auch als„Mitternachtsschlosser“) auf Staatskosten?????
    Wer einen Job hat und sich selber Versorgen kann, warum nicht.


    …..Erneut starben in der Bundesrepublik mehr Menschen als geboren wurden. Damit setzte sich der 1972 begonnene Trend fort......

    Wenn sich der Trend auf die deutsche Bevölkerung bezieht sind wir ja auf dem richtigen Weg, wenn wir weniger werden, braucht es auch keine Zuwanderung mehr in diesen momentanen Ausmaß.

    …..Viele Experten befürchten, dass sich die hohe Zuwanderung auf Dauer nicht halten lässt......

    Die „Experten“ sind größtenteils Patentschwätzer, reden viel wenn der Tag lang ist,(ist ihr Job) das darf man nicht alles so eins zu eins als bare Münze nehmen.

    Weniger Bevölkerung ist gleich mehr Lebensqualität für den Einzelnen.

  • Merkwürdiges Verständnis von Wachstum. Na ja, die Natur wird auch damit fertig.

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