Eiszeit für Solaranlagen Regierung kürzt Förderung

Der Streit zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium über die Förderung von Solaranlagen ist beigelegt. Eine vorgesehene Kürzung soll um drei Monate vorgezogen werden. Die Börse reagierte sofort.
Update: 22.02.2012 - 22:28 Uhr 63 Kommentare
Im Februar: Schnee bedeckt teilweise eine Solaranlage in Straßkirchen (Niederbayern). Quelle: dpa

Im Februar: Schnee bedeckt teilweise eine Solaranlage in Straßkirchen (Niederbayern).

(Foto: dpa)

BerlinBundesumweltministerium und Bundeswirtschaftsministerium haben sich nach Informationen von Handelsblatt Online auf drastische Kürzungen der Vergütungen für die Photovoltaik verständigt. Nach übereinstimmenden Angaben aus Regierungs- und Branchenkreisen sind Einschnitte geplant, die bei einzelnen Anlagentypen mehr als 30 Prozent betragen.

Dazu soll die Kürzung von 15 Prozent, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für den 1. Juli vorgesehen ist, auf den 1. April vorgezogen und zusätzlich erhöht werden. Bei kleineren Anlagen, wie sie etwa auf Hausdächern installiert werden, werde die Kürzung 20 Prozent betragen. Bei Freiflächenanlagen werde die Kürzung mehr als 30 Prozent betragen, hieß es in den Kreisen weiter.

Die Förderung von sehr großen Solaranlagen auf freien Flächen wird nach den Angaben sogar komplett gestoppt werden. Bei einer Leistung von mehr als zehn Megawatt solle die garantierte Stromabnahme zu festen Preisen komplett entfallen, hieß es. Damit wolle man Riesenanlagen mit großem Flächenverbrauch verhindern. Zuletzt waren im brandenburgischen Finow solche Projekte in Betrieb gegangen.

An der Börse sprach sich die Nachricht schnell herum: Die Kurse von Solaraktien rutschten am späten Nachmittag deutlich ab. Solarworld ging mit einem Minus von 4,85 Prozent bei 3,98 Euro aus dem Handel. In New York gab First Solar im Handelsverlauf um 4,3 Prozent auf 40,54 Dollar nach. Für das US-Unternehmen ist Deutschland ein wichtiger Markt.

Solarzellen aus Kunststoff

Die übrigen Solaranlagen werden in nur noch drei Gruppen eingeteilt: Bis zehn Kilowatt, zehn bis 1000 Kilowatt und über 1000 Kilowatt. Die Kürzungen der Förderung in den Segmenten sollen ab April bei rund 20, etwa 25 und gut 30 Prozent liegen. Darüber hinaus wird bei Kleinanlagen nur noch 85 Prozent des Stroms zu staatlich garantierten Preisen abgenommen, für die übrigen beiden 90 Prozent, was die Kürzungen noch einmal verschärft. Zudem entfällt der bisherige Bonus für den Eigenverbrauch von Solarstrom. Ab Mai kommt zudem monatlich eine Kürzung der Abnahmepreise für neue Anlagen im festen Cent-Bereich hinzu, die gut einem Prozent entspricht. Auf das Jahr gerechnet bedeutet dies je nach Anlagenkategorie zwischen 10 und 15 Prozent Kappung. Durch die feste Cent-Größe erhöht sich die prozentuale Kürzung aber über die Jahre.

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63 Kommentare zu "Eiszeit für Solaranlagen: Regierung kürzt Förderung"

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  • Komisch daß der Stromkunde von den angeblichen Subventionen für AKW nie belastet wurde - der Strompreis blieb relativ niedrig, erst seit dem EEG explodieren die Preise. Da ist sicher die böse Atom-Lobby dran schuld.

    In Fukushima herrschen in der Tat schreckliche Zustände: Noch immer warten die Medien gespannt auf den ersten Strahlentoten oder -Verletzten, nur Geduld es kann sich nur noch um Jahre handeln. Die Strahlenkontamination in der "Todeszone" rund um Fukushima ist so schrecklich, sie ist fast schon so hoch wie die natürliche Hintergrundstrahlung in einigen deutschen Wäldern - das ist wirklich schlimm!!

    Ja und die Kosten von Fukushima - Wahnsinn. Nur weil Japanische Politiker als "Vorsichtsmassnahme" mal eben alle AKW c.a. 12 Monate lang abgeschaltet haben, und im ganzen Land die Stromversorgung beeinträchtigt haben und Fabriken zum Stillstand gebracht haben, und ein riesiges Gebiet aus "Vorsicht" mal so 1 Jahr lang geräumt haben, nur deshalb will die böse Industrie jetzt hunderte Milliarden an Schäden einklagen. Da ist auch die Atom-Lobby schuld, ganz sicher.

  • Das Einzige vor dem die Ölkonzerne wirklich Angst haben, ist die Atomenergie! Vor Solaranalgen die nach 100 Milliarden Förderung (also c.a. 5000 Euro aus den Taschen jedes Berufstätigen) nur wetterabhängig mal 1-2% der Stromversorgung bereitstellen, haben die sicher keine Angst. Da können die sicher sein, daß der Deutsche brav weiter sein Auto mit Benzin/Diesel auftankt, und im Winter viel Heizöl/Gas verbrennt.
    Wer glaubt daß man in "Schilda" nicht an die Kosten für den Rückbau von AKW gedacht hat, muss sehr naiv sein. Selbstverständlich hat man hier schon längst aus jeder kWh Atomstrom eine "Abgabe" abgezweigt, die den Rückbau der AKW locker finanzieren kann - also keine Spur von "wer zahlt für das alles, Hilfe!!!" - von wegen! Gorleben hat beispielsweise 1,5 Milliarden Euro gekostet und wurde zu 96% von den "bösen" Atomkraftwerken bezahlt. Das sollten die Gorleben Chaoten bei ihrer nächsten "Party" dort mal bedenken.

  • ca. 150. 000 Arbeitslätze mal schnell in Gefahr gebracht nur weil ein Politiker gut mit den E-Werken steht. Hier geht es doch nur um Profit, Angst das die Bürger unabhängig Strom produzieren und somit keine Steuern und Einnahmen mehr da sind. Wo sind jetzt eigentlich jetzt die "Grünen". Wenn Ölkonzerne oder die Regierung die Preise / Steuern erhöhen, schreit keiner die armen Bürger. Ausstieg aus dem Atomprogramm geht ja wohl nur mit Alternativen - wer bezahlt dann die Entsorgung !!

  • Was ist nur aus unserem Land geworden? Eine Bananenrepublik? Der voreilig und unüberlegte Vorstoss von Rösler und Röttgen trifft nicht nur große PV-Unternehmen, sondern vor allem den kleinen Häuslebauer, der sich im Moment eine Anlage auf sein Dach montiert und diese nicht mehr bis zum 9. März fertigstellen kann. Dies wird viele Häuslebauer in den finanziellen Ruin treiben, da sie Finanzierungen zu erfüllen haben, die so nicht mehr möglich sind. Jahrelange Ersparnisse sind dahin!

  • Wie in Griechenland muss die deutsche Solarindustrie durch Lohnkürzungen wieder wettbewerbsfähig gegen die Konkurrenz aus Asien, vor allem aus China, werden.
    Was man von den Griechen verlangt hat (interne Abwertung ist das Zauberwort) wird man wohl auch von den Deutschen verlangen können. Gleicher Lohn und gleiche Sozialleistungen für alle in der Währungsunion! Das hat doch unsere Angela lautstark verlangt. In Griechenland gibt es kein Hartz IV, also weg mit Hartz IV in Germany, wie in Griechenland sollen auch hier Volkssuppen organisiert werden.
    Dann wird die deutsche Solarindustrie wieder aufblühen, wie die griechische Wirtschaft auch.

  • Ein mietvertrag hat drei monate kuendigungsfrist, ein arbeitsvertrag vier wochen... Faszinierend ist doch, dass unsere Regierung sich an keine der üblichen vertragskuendigungsfristen halten muss. Da werden bestehende Gesetze mit einer Frist von rund zwei Wochen geändert. Was ist mit den mitbuergern, die die gerade tausende von euro investieren, aufgrund einer Kalkulation, die nun keinen bestand mehr hat, weil sie es nicht mehr schaffen, die Anlage noch bis zum 9. März zum laufen zu bringen? Tja, Pech gehabt. Sie hätten das Geld lieber in Aktien der Energieunternehmen investieren sollen, die steigen jetzt bestimmt wieder und wer weiß, vielleicht werden die AKW Laufzeiten doch nochmal überdacht....

  • Stellt euch doch mal vor, dass wir zukünftig alle wie von der Politik gewünscht nur noch Elektro-Autos fahren. Und jeder erzeugt seinen Strom mit PV selbst. Dann kann man sich entscheiden, ob man sein Auto lädt oder den Herd an macht und etwas zu essen kocht. aber selbst wenn alles funktioniert. Wir haben Stromspeicher usw., was denkt ihr was der Staat dann macht? Er hat uns von der einen Abhängigkeit in die Nächste getrieben und lässt sich den Einnahmeausfall teuer bezahlen. Dann muss eben jeder für seine selbsterzeugte kWh Strom 1 Euro Energiesteuer bezahlen. Um die entgangene Mineralölsteuer aufzufangen, könnten es aber auch 2 Euro pro kWh sein. Und da der Autoladestrom vom normalen Haushaltsstrom nicht getrennt werden kann, bezahlt man beim Wäschewaschen gleich ordentlich mit drauf. Glaubt irgendjemand dass er etwas geschenkt bekommt, wenn die bösen bösen Energiekonzerne nicht mehr ihre Gewinne einfahren dürfen. Für den Verbraucher ändert sich garnichts. Ihr müsst sowieso die Zeche bezahlen. Naives Menschenvolk.

  • @Eddi
    Ich sagte schonmal in meinen ersten Kommentaren zu diesem Thema, dass ich vor Menschen, die von "Erneuerbaren Energien" sprechen jeglichen Respekt verloren habe. Denn Energie lässt sich nunmal nicht erneuern. Aber ich möchte trotzdem mal etwas erklären. Es ist völlig egal woher der Strom zuhause kommt. Es wird niemals Strom geben, der für die Menschen unabhängig von irgendeiner Gewinn orientierten Branche zu bekommen ist. Wenn wir dann alle Solar auf dem Dach haben, dann brauchen wir ja "nur" noch intelligente Energiespeicher. Das ist technisch alles ein Klacks, passt in eine Streichholzschachtel und kostet soviel, wie eine 9V-Blockbatterie. Nur die bösen Energiekonzerne wollen ja nur Milliardengewinne kassieren und lassen diese Entwicklung nicht zu. Angenommen es gäbe diese Speicher. Dann müssten Sie leider soviel Geld dafür bezahlen, dass Sie sich wünschten den Strom vom Energieversorger zu bekommen. Unsere Autos könnten längst alle mit einem Tropfen Wasser 1000km fahren, aber die Mineralölkonzerne wollen, dass die Entwicklung in den Schubladen bleibt. Solange die Regeln der Physik gelten, auch wenn eine Kanzlerin angeblich Physik studiert hat diese Regeln per Gesetz gerne außer Kraft setzen möchte, ist das alles nicht so einfach umgesetzt. Die Studien, dass wir schon in Kürze mit den sogenannten "Erneuerbaren Energien" unseren Energiebedarf decken können, stützen sich alle auf den Falschaussagen, dass wir durch Effizienzsteigerung u. Energieeinsparung zukünftig weniger Energie verbrauchen. Das ist ein Propagandamärchen. Wer das glaubt, tut mir leid.

  • Nee is klar!! Und wem liege ich als Arbeitsloser auf der Tasche? Etwa nicht der Allgemeinheit? Es ist also unproduktive das durch den Aufbau von Solaranlagen erwirtschaftes Kapital (werkzeug, autos, büromittel usw) wieder dem Wirtschaftskreislauf zuzuführen. Nur wer Geld hatt kann auch welches ausgeben. Werde dann in Zukunft wohl Kohlekraftwerke aufbauen.

  • Wer so was schreibt, hat noch nicht verstanden, in welcher Situation sich unsere Gesellschaft energietechnisch befindet oder er ist Lobyist von REW&Co.. Natürlich sind die erneuerbaren Energieformen noch nicht in der Lage, unsere Versorgung problemlos zu übernehmen und selbstverständlich steht PV-Energie ohne Puffer nur zur Tageszeit zur Verfügung, aber das sind technische Aufgaben, die leichter lösbar sind, als z.B. ein atomares Endlager zu finden. Man muß es nur wollen! In Wahrheit ist es doch so, daß Energie Macht bedeutet und die ist derzeit noch bei den großen Versorgen und die tuen alles, daß es auch so bleibt. Unter anderem durch Kampagnien und Sprüche wie dieser wird versucht, die öffentliche Meinung in ihrem Sinne beeinflussen. Es gibt auf dauer keine Alternative zu einer Energieversorgung, die sich auf erneuerbare Quellen stützt. Das gilt ökologisch aber auch ökonomisch!

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