Elektroautos Bundesregierung standardisiert Ladesäulen

Das Ladegerät fürs Elektroauto wird vereinheitlicht. Eine „Ladesäulenverordnung“ regelt den Ausbau der Infrastruktur und legt Standards fest. Das Nachsehen hat dabei die US-Elektropioniere des Herstellers Tesla.
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Ladestation in Deutschland: Die Bundesregierung begünstigt die heimischen Autohersteller. Quelle: dpa

Ladestation in Deutschland: Die Bundesregierung begünstigt die heimischen Autohersteller.

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BerlinElektroautos saugen die Energie künftig standardisiert aus dem Netz: Per „Ladesäulenverordnung“ schreibt die Bundesregierung die Spezifikationen für den Betrieb von Ladesäulen fest. Die Verordnung, deren Entwurf dem Handelsblatt (Freitagausgabe) vorliegt, orientiert sich dabei an den Standards, auf die sich die europäischen Autobauer verständigt haben. Man wolle mit den Vorgaben den Ausbau von Ladeeinrichtungen beschleunigen und Rechtssicherheit schaffen, heißt es im Bundeswirtschaftsministerium.

Das Nachsehen hat Tesla: Die Schnell-Ladestationen („Supercharger“), die der kalifornische Hersteller auch entlang deutscher Autobahnen aufbaut, sind bislang nicht mit dem europäischen System kompatibel. Künftig müssen neue öffentlich zugängliche Tesla-Ladesäulen zusätzlich nach dem europäischen Ladesystem funktionieren. „Für den Erfolg der Elektromobilität ist es wichtig, dass an öffentlich zugänglichen Ladestationen jeder diskriminierungsfrei sein Fahrzeug laden kann“, heißt es dazu im Wirtschaftsministerium.

Ein flächendeckender Ausbau der Ladeinfrastruktur gilt als wichtige Voraussetzung, um Elektrofahrzeugen zum Durchbruch zu verhelfen. Ziel der Bundesregierung ist es, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sind. Bislang sind erst gut 12.000 reine Elektrofahrzeuge angemeldet.

Derzeit gibt es in Deutschland laut Nationaler Plattform Elektromobilität (NPE) 4. 800 öffentlich zugängliche Lademöglichkeiten mit normaler und 100 mit schneller Ladegeschwindigkeit. Hinzu kommen Lademöglichkeiten zu Hause und am Arbeitsplatz. Bundesregierung und Industrie wollen vor allem entlang der Autobahnen und in den Metropolregionen die Zahl der öffentlichen Ladestationen stark erhöhen. Laut Verordnung sind 7. 000 Schnell-Ladepunkte und 28.000 Normal-Ladepunkte bis 2020 das Ziel.

An Schnell-Ladestationen kann ein Auto innerhalb einiger Minuten zwischen- oder gar vollgetankt werden; an gewöhnlichen Ladepunkten dauert der Vorgang mehrere Stunden.

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6 Kommentare zu "Elektroautos: Bundesregierung standardisiert Ladesäulen "

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  • Die EU redet gerade mit den USA über das Freihandelsabkommen TIPP. Das wäre eine Chance gewesen auch den Stecker zu harmonisieren. Hat man Tesla überhaupt mal informiert, dass ein anderer Standard geplant ist? Auf jeden Fall werden auch die Besitzer eines Tesla PKW von der größeren Tankstellendichte profitieren, wenn die Ladetechnik von Tesla dieses zulassen sollte.

  • Die inzwischen von der Automobilindustrie etablierten Standards betreffen vor allem die physische Verbindung, den Stecker und die Buchse. Abrechnungsverfahren sind bisher die Domäne der Energieversorger. Hier ist der eigentliche Wildwuchs entstanden, der der Verbreitung der E-Mobilität im Wege steht. Es ist zum Beispiel nicht nachvollziehbar, warum für den Bezug von wenigen Kilowattstunden im Wert von einem oder zwei Euro an einer Ladestation im öffentlichen Parkraum eine kostenintensive Bürokratie mit vorher zu beantragender Zugangskarte und monatlicher Rechnungsstellung aufgebaut wurde. Hier wäre es angemessen gewesen die relativ geringe Energiemenge für die Heimfahrt von der City in den Vorort schlicht im Rahmen eine Parkgebühr abzugeben. Unglücklicherweise hat sich insbesondere die akademische Gemeinschaft in den letzten Jahren dazu hergegeben, den Herstellern von Stadtmöbeln und den Energieversorgern Konzepte zu liefern, die dem unheiligen weil dem Überwachungstrend folgenden "Strom-Roaming" den Steigbügel halten. Jetzt haben wir eine Abrechungs-Kleinstaaterei und damit die eigentliche, hartnäckige Reichweitenbegrenzung. Dass diese restriktive Infrastruktur der Nachversteuerung von Stromtarifen Tür und Tor öffnet - Honi soit qui mal y pense.

  • Weiterhin interessant ist, dass es in Deutschland offiziell nur 14.500 Kraftstoff-Tankstellen geben soll. Dazu nun also rund die Hälfte Schnellader und das Vierfache an öffentlichen Normalladern?
    Vielleicht ist da der (Steuer-) Wunsch Vater des Gedankens, denn in den letzten 5 Jahren wurden gerade mal 1,2 Prozent der angedachten Zulassungen bis 2020 erreicht. Nun sollen in den rechtlichen 5 Jahren die anderen 98,8 Prozent erreicht werden...

  • Der auswechselbare Akku ist keine gute Idee. Immerhin ist er einige hundert kg schwer und seine Anschlüsse führen hohe Spannung. Dadurch muss er an diversen Punkten starr mit dem Fahrzeug verbunden werden. Also Gabelstapler und kräftige Verbindungen. Wer soll das rund um die Uhr zu welchem Preis machen?
    Tesla hingegen muss sich nicht an die Verordnung halten. Sie erklären ihre Ladestation einfach für privat - also nicht öffentlich - was ja auch stimmt. Es wäre nicht gut für Tesla, wenn an deren Ladestation die Konkurrenz die übliche halbe Stunde auflädt und ein Tesla-Fahrer auf seine gratis-Energie warten muss. Auch müsste man für die anderen nicht nur eine andere Elektronik und Stecker, sondern auch noch eine Abrechnung der Energie integrieren.

    Die Verordnung zielt jedoch vor allem auf die Besteuerung der Elektro-Energie!
    Da schon bei Kraftstoffen rund die Hälfte Steuern sind, wird der Strom dann auch doppelt so teuer :-(

  • Na ja, ganz so einfach ist es wohl dann doch nicht. Denn erstens vermute ich mal, dass eine Batterie, die ein KFZ ein paar hundert Kilometer antreiben soll, deutlich größer ist und deutlich mehr wiegt, als eine normale Auto-Batterie in ihrem KFZ. Glaube, bei Tesla ist die Batterie in die komplette Bodenplatte verbaut und wirkt wohl ca. 500 kilo Und wer will schon seine neue Batterie aus einem Eletro-Auto mit vielleicht gerade mal 2.000 KM Laufleistung eintauschen gegen eine Batterie, die vielleicht schon 200.000 KM auf dem Buckel hat - da hat man schnell mal ein paar tausend Euro verloren. In den USA gab es eine Firma mit dem Konzept "Batterie Swap", aber die sind konsequenterweise auch schnell pleite gegangen..

  • Es bleibt unverständlich, warum nicht die Stromspeichereinheit im Fahrzeug mobil ist, um an Tankstellen (auch herkömmlicher Art) einfach gegen bereits vorgehaltene aufgeladene Module ausgetauscht zu werden.

    Eine Angelegenheit von u.U. unter einer Minute.

    Vermutlich zu billig, zu einfach und viel zu praktisch.

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