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Elektromobilität Grünen-Fraktionschef Hofreiter kritisiert schleppenden Ausbau von E-Ladepunkten

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos hat sich zuletzt verlangsamt. Die Bundesregierung hält ihr Ziel, bis 2030 eine Million Ladepunkte zu errichten, dennoch für erreichbar.
15.09.2020 - 11:58 Uhr 1 Kommentar
Bislang spielt Elektromobilität im Antriebsmix der in Deutschland zugelassenen Personenkraftwagen noch eine untergeordnete Rolle. Quelle: dpa
Ladesäule für E-Autos

Bislang spielt Elektromobilität im Antriebsmix der in Deutschland zugelassenen Personenkraftwagen noch eine untergeordnete Rolle.

(Foto: dpa)

Berlin Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter wirft der Bundesregierung vor, bei der Elektromobilität weiter auf der Bremse zu stehen. „Der Ausbau der Ladeinfrastruktur muss deutlich beschleunigt werden, wenn die Bundesregierung das selbst gesteckte Ziel von einer Million Ladepunkten im Jahr 2030 ernst meint“, sagte Hofreiter dem Handelsblatt.

Anlass für Hofreiters Kritik ist eine Antwort der Bundesregierung auf eine Frage des Grünen-Politikers zum Ausbaustand der E-Ladeinfrastruktur. Diese zeigt, dass sich der Ausbau der öffentlich zugänglichen Ladepunkte in den vergangenen Monaten sogar verlangsamt hat.

„Insgesamt sind bei der Bundesnetzagentur 29.427 Ladepunkte, darunter 26.055 Normalladepunkte und 3.372 Schnellladepunkte gemeldet“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung, die dem Handelsblatt vorliegt. Davon sind deutlich mehr als zwei Drittel, konkret 24.798 Ladepunkte, in der laufenden Legislaturperiode errichtet worden. „Zur Anzahl aufgebauter privater Ladeinfrastruktur liegen der Bundesregierung keine Zahlen vor“, heißt es weiter in der Antwort des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger.

Auffällig ist, dass seit dem Beschluss des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung am 9. Oktober 2019 der Ausbau der Ladepunkte erlahmt ist. So wurden seit dem Koalitionsvertrag von Union und SPD am 7. Februar 2018 bis Anfang Oktober 2019 knapp 19.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte errichtet, seit Oktober 2019 aber nur noch 5.834 Ladepunkte. Selbst unter Berücksichtigung des kürzeren Zeitraums ergibt sich ein geringerer Wert.

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    Für die Grünen ist das eine nicht akzeptable Entwicklung. „Die Regierung gefährdet die nötige Antriebswende auf der Straße und die Modernisierung der deutschen Autoindustrie“, kritisierte Hofreiter.

    Regierung hält dagegen

    Der Umstieg aufs Elektroauto könne nur mit einem dichten, einheitlichen, bedienungsfreundlichen Ladenetz und attraktiven Preisen gelingen. „Spätestens, wenn die Produktion von E-Autos auf die Überholspur wechselt, wird die Ladeinfrastruktur beim derzeitigen Ausbautempo nicht Schritt halten können“, prognostizierte Hofreiter.

    Die Regierung hält dagegen: „Das ambitionierte Ziel der Bundesregierung von einer Million öffentlichen Ladepunkten in 2030 kann unter Mitwirkung aller relevanten Akteure erreicht werden“, schreibt Staatssekretär Bilger in der Antwort auf die Grünen-Anfrage.

    Die Bundesregierung werde gemäß dem Masterplan Ladeinfrastruktur gemeinsam mit den Ländern und Kommunen sowie der Automobil- und Energiewirtschaft den Aufbau der Ladeinfrastruktur beschleunigen. Die Automobilwirtschaft habe zugesagt, bis 2022 mindestens 15.000 zusätzliche öffentliche Ladepunkte beizusteuern.

    Bislang spielt Elektromobilität im Antriebsmix der in Deutschland zugelassenen Personenkraftwagen noch eine untergeordnete Rolle. Der Anteil an Pkw mit konventionellem Verbrennungsmotor lag nach Angaben des Statistischen Bundesamts Anfang 2020 bei mehr als 98 Prozent.

    Die Zahl der reinen Elektrofahrzeuge steigt jedoch stetig. Seit Jahresbeginn wurden rund 77.200 E-Autos neu in Deutschland zugelassen. Im August lag der Anteil der neu zugelassenen rein batteriebetriebenen Fahrzeuge bei 6,4 Prozent. Ein Grund, der Autokäufer häufig vom Kauf eines E-Autos abschreckt, ist die unzureichende Ladeinfrastruktur.

    Mehr: „Zu risikoreicher Weg“: Autoindustrie warnt vor Jobverlust bei schärferen EU-Klimavorgaben.

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    1 Kommentar zu "Elektromobilität : Grünen-Fraktionschef Hofreiter kritisiert schleppenden Ausbau von E-Ladepunkten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ist diesen Vollpfosten überhaupt klar was ein solcher Netzausbau kostet? Denn bevor Ladepunkte installiert werden, muß zuerst einmal die entsprechende Netzleistung vorhanden sein, einschließlich der Infrastruktur wie Verkabelung etc. Aber bei den Grünen ist das je alles mit dem Kobold im Netz gespeichert. Typen wie der Herr Hofreiter behaupten dann noch sie hätten Abitur.

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