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Elektromobilität Kretschmann bezweifelt schnellen Siegeszug des E-Autos

Das Autoland Baden-Württemberg steht vor dem Wandel. Doch Ministerpräsident Winfried Kretschmann glaubt nicht an ein schnelles Ende des Verbrennungsmotors.
25.09.2020 - 08:40 Uhr 7 Kommentare
Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg glaubt weiter an den Verbrennungsmotor. Quelle: dpa
Winfried Kretschmann

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg glaubt weiter an den Verbrennungsmotor.

(Foto: dpa)

Stuttgart Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält einen schnellen Erfolg des Elektroautos in Deutschland für unwahrscheinlich. „Trotz der ganzen Transformation werden wir auch 2030 noch einen hohen Anteil an Verbrennern und Hybridfahrzeugen haben“, sagte Kretschmann der „Wirtschaftswoche“. Das Fortführen dieser Produktionslinien sichere auch das Überleben der Zulieferindustrie. „Die Deckungsbeiträge beim Verbrenner sind eben ganz anders als beim Elektrofahrzeug“, sagte der Grünen-Politiker.

Kretschmann sieht auch strategische Gründe, an Verbrennungsmotoren und Hybridfahrzeugen festzuhalten. „So lange wir bei den Batterien noch von Asien abhängen, ist es industriepolitisch gesehen nicht ratsam, nur auf einem Bein zu stehen.“

Der Regierungschef verwies überdies auf die kritische Ökobilanz reiner Elektrofahrzeuge. „Die Elektrifizierung des Verkehrs macht nur Sinn, wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen kommt.“ Davon sei man aber noch weit entfernt. Das gelte erst recht, wenn künftig auch Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe breiter eingesetzt werden. „Denn die brauchen ja noch mehr Energie in der Herstellung.“

Der Grünen-Politiker versicherte, dass seine Parteifreunde kein Problem mit dem Auto und der Fahrzeugindustrie haben. „Auch Grüne fahren Auto“, sagte er. Es komme allerdings auf dessen Emissionen an. „Ein Auto, das keine Schadstoffe mehr emittiert, ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.“

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    Skeptisch sieht der Ministerpräsident des Autolandes die Entwicklung des autonomen Fahrens. Dafür fehle noch die notwendige Infrastruktur. „Dass wir irgendwann bei einer Überlandfahrt das Steuer aus der Hand geben und die Zeitung lesen können, ist noch Zukunftsmusik.“

    Rund 30 Prozent (Stand 2019) des Industrie-Umsatzes entfallen im Südwesten auf die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen. Die Exportquote liegt bei 70 Prozent.

    Mehr: Kaliforniens Verbrenner-Verbot ist ein Blick in die globale Zukunft

    • dpa
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    7 Kommentare zu "Elektromobilität: Kretschmann bezweifelt schnellen Siegeszug des E-Autos"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Dass Herr Kretzschmar sagt was er sagt ist wenig verwunderlich, da der Ministerpräsident von Baden-Württemberg egal ob schwarz oder grün an den Fäden von Daimler Porsche Bosch und anderen Automobil Herstellern hängt.
      Erstaunlich finde ich eher das 5 von 6 Floristen das als vernünftig und klug halten. Beim Auto ist es wie beim Fußball. Deutschland besteht aus 80 Millionen Automobilindustriespezialisten.
      Ganz allgemein gesagt:
      1. Es ist nicht entscheidend was man sich wünscht, ist es entscheidend was passiert.
      2. Wie Leser Volk richtig drauf hinweist, ist der Automobilmarkt Global und nicht national. Mercedes und Porsche verkaufen mehr Autos in China als in Deutschland. Dort und im europäisch/amerikanischen Ausland spielt die Musik. Und wer wie Professor Unsinn glaubt, man könne für China Elektroautos bauen und in Deutschland am Verbrenner festhalten der täuscht sich gewaltig, da bei Produktion und Entwicklung aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks nur für einen ganzen Weltmarkt aber nicht für kleine Nischenmärkte sinnvoll sind.
      3. The winner takes it all. Der Wettbewerbsdruck in der Autoindustrie ist gigantisch. Nach dem Krieg ist die Zahl der Hersteller in Amerika von 50 auf 2 1/2 (ohne Tesla und ohne Berücksichtigung das GM mit Milliarden gerettet wurde) gesunken. Niemand wird 10.000 € mehr für ein Auto ausgeben damit er zweimal im Jahr ohne zu tanken zum Gardasee fahren kann. Und erst recht nicht wenn, wie bei Tesla und Porsche sich 100 km Reichweite sich in 7 Minuten nachladen lassen.
      4. Ich fahre ein Tesla Modell 3 seit 3 Monaten. Ich bin vorher Mercedes E Klasse und gelegentlich Porsche 911 gefahren. Der Tesla ist die Kombination aus beiden und vom Fahrerlebnis und seinen technischen Möglichkeiten beiden überlegen. Das ganze zum halben Anschaffungspreis und zu einem Viertel der Gesamtkosten. Wer also was anderes behauptet soll erst mal 1 oder besser 3 Tage mit einem Tesla fahren. Danach wird er sich große Sorgen um die deutsche Automobilindustrie machen.

    • Endlich ein vernünftiger Politiker, der in der Realität lebt und enkt und nicht mit Gewalt das E-Auto als einziges Auto lobt. Sehen sich auch mal die Preise der Familien-tauglichen E-Autos an. Ab 50.000 € fängt es an und die Versprechen von Tesla sind noch in weiter Ferne

    • Herr Kretschmann hat einen vernünftigen, pragmatischen Ansatz der Evolution: Nicht mit einer chaotischen Revolution "von heute auf morgen dürfen nur noch e-Autos gefertigt werden" sondern mit einem vernünftigen Übergang über CO2/Schadstoff reduzierte bis CO2 freie Autos kann man wirtschaftlich bestehen und einen Übergang meistern.
      Tesla, das Fabriken neu aufbauen und von Grund auf nur auf Elektro mit allen negativen Eigenschaften setzen kann und der Deutschen Umwelthilfe, die uns eintrichtert "Verbrenner sind böse", können wenig Menschen im "Dichter und Denker" Deutschland etwas anfangen.
      Deshalb werden wohl - im Sinne der Evolution - die Plug-In-Hybride in Deutschland stark gefragt sein - und wohl irgendwann die Wasserstofftechnik.
      Ich persönlich bin kein LADESTELLENSUCHGERÄT und möchte auch nicht an der Umweltverschmutzung, die die Batterieproduktion bedingt, schuld sein. Mein Mantra "kleine Batterie GUT, große Batterie BÖSE" oder "Wasserstpff oder Plug-In-Hybrid GUT, e-Auto (mit großer Reichweite) BÖSE".

    • Herr Kretschmann, was wir in Deutschland für Autos fahren ist im globalen Maßstab völlig irrelevant. Ob deutsche Unternehmen die Autos für den Weltmarkt herstellen oder Hersteller aus anderen Ländern liegt auch nicht an uns.
      Ich fände es allerdings sehr traurig, wenn wir auf Sicht der nächsten 15 Jahre nicht nur einen Teil der Belegschaften und Zulieferer verlieren würden (das wird wohl bei der Umstellung auf E-Mobilität so kommen) sondern nahezu alle (das würde wohl passieren, wenn die deutschen Hersteller und Zulieferer am Verbrenner festhalten würden).
      Die aktuelle YouGov-Umfrage in Europa zeigt auch mal wieder eindrucksvoll, dass wir in Deutschland mit unseren extremen Vorbehalten gegen Elektromobilität ziemlich isoliert sind.
      Das Thema E-Mobilität (Batterie und/oder H2) ist international schon lange durch - es gibt kein Zurück mehr. Je schneller wir das alle einsehen, desto weniger schmerzhaft wird der Prozess.

    • Durch Subventionen, die letztlich der Steuerzahler finanziert, werden wirtschaftlich unrentable Methoden der Energieerzeugung und der E-Mobilität gewaltsam in den Markt gedrückt. Dem Wirtschafts- und Industriestandort schadet das. Und den Bürgern ebenfalls. Man kann das beispielhaft an der Entwicklung der deutschen Industrie in den Segmenten Photovoltaik und Windrad studieren. Auf dem Rücken der Bürger werden Technologien entwickelt, deren Fertigung dann dauerhaft woanders stattfindet.

    • Hier mein Schreiben an den Bundesminister:
      Hallo Herr Scholz,
      Ich bezahle etwa 1€ für ein Liter Dieselkraftstoff. Das sind 9,8kWh Energie. An der Ladesäule müsste ich allerdings 3€ bis 6€ für die gleiche Menge Elektroenergie bezahlen. Ein Irrsinn! Wer will sich bitte freiwillig so ausbeuten lassen? Würden Sie bitte diese Ausbeutung beenden und die Elektroautos verbieten.
      Mit freundlichen Grüssen

    • Ein vernünftiger Mann mit Weitblick. Danke. Einer der wenigen in unserem System.

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