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Elektromobilität Niedersachsen unterstützt Pläne für deutsche Batteriezellfabrik

Zusammen mit dem Bund möchte Ministerpräsident Weil den Aufbau einer Batteriezellfabrik fördern. An Verträgen mit Herstellern wird bereits gearbeitet.
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Das Land Niedersachsen will sich an einer Batteriezellfabrik „in angemessener Höhe“ beteiligen. Quelle: dpa
Stephan Weil

Das Land Niedersachsen will sich an einer Batteriezellfabrik „in angemessener Höhe“ beteiligen.

(Foto: dpa)

BerlinDer Vorstoß von Unionsfraktionschef Volker Kauder, Unternehmen wie Continental und Volkswagen beim Aufbau einer Batteriezellfabrik in Deutschland zu unterstützen, findet Unterstützung in Niedersachsen, dem Stammland beider Unternehmen. „Ich begrüße es außerordentlich, wenn der Bund jetzt Fördermittel für eine Batteriezellenfabrik in Niedersachsen in enger Kooperation von Volkswagen und Conti in Aussicht stellt“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil dem Handelsblatt.

„Wir brauchen dringend eine im Bereich der alternativen Antriebe gut aufgestellte Automobilindustrie“, meinte der SPD-Politiker, der selbst Aufsichtsrat bei VW ist. Dazu gehöre eine eigene Batteriezellfertigung. 

Weil kündigte an, dass sich das Land ebenfalls beteiligt. „Im Rahmen eines Gesamtpaketes aus Fördermitteln der EU und des Bundes würde sich Niedersachsen im Rahmen unserer finanziellen Leistungsfähigkeit in angemessener Höhe beteiligen.“ 

Ebenso wie Ministerpräsident Weil setzt sich auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann dafür ein, den Aufbau einer Batteriezellfertigung mit staatlichen Mitteln zu unterstützen. „Dies wäre ein wichtiges Signal für einen Batteriezellen-Fertigungsstandort in Deutschland und könnte die Elektromobilitäts-Strategie von VW maßgeblich befördern“, sagte er dem Handelsblatt.

„Immerhin plant VW, in den kommenden Jahren rund 35 Milliarden Euro in die Elektromobilität zu   investieren“, erklärte der CDU-Politiker, der wie Weil Aufsichtsrat im Unternehmen ist. Mit einer eigenen Fabrik könne sich die deutsche Automobilindustrie deutlich unabhängiger auf den härter werdenden Wettbewerb vorbereiten, sagte er.

„Mit Continental stünde darüber hinaus ein Hochtechnologie-Unternehmen zur Verfügung, das innovative Lösungen für die künftige Generation der Feststoff-Batterie entwickeln kann, mit einer deutlich höheren Speicherkapazität und damit höheren Reichweite künftiger Elektrofahrzeuge.“

Unionsfraktionschef für Fördermittel

Kauder hatte im Handelsblatt die Investitionsbereitschaft der Unternehmen begrüßt und gesagt: „Die Koalition ist bereit, solche Ambitionen mit Fördermitteln zu unterstützen.“ Er reagierte damit auf Äußerungen von Continental-Chef Elmar Degenhart. Er hatte im Interview mit dem Handelsblatt den Bau einer Zellfertigung in Aussicht gestellt, um ab 2025 Feststoffzellen zu produzieren und die Technologie zuvor zu erforschen.

Am Mittwoch dann hatte auch VW-Chef Herbert Diess bei der Präsentation der Halbjahreszahlen die Produktion von Batteriezellen der neuen Generation angekündigt. „Wir dürfen uns langfristig nicht von wenigen asiatischen Herstellern abhängig machen“, hatte er erklärt. Sollten Feststoffzellen industriell produziert werden können, sei dies eine Option.

Innerhalb der Großen Koalition in Berlin scheint Einigkeit darüber zu herrschen, die kostspieligen Vorhaben der Unternehmen – Conti-Chef Degenhart rechnet mit Investitionen von drei Milliarden Dollar – zu unterstützen.

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So signalisierte nach Kauder auch SPD-Fraktionsvize Sören Bartol Hilfsbereitschaft: „Der Aufbau einer Batterieproduktion in Europa ist für die zukünftige Wertschöpfung in der Automobilindustrie von besonderer Bedeutung“, sagte er dem Handelsblatt.

Allerdings will er eine Förderung durch den Staat beschränkt wissen. „Ich sehe die Verantwortung zunächst bei den Unternehmen, sich wirtschaftlich zu betätigen und in ihre eigene Zukunft zu investieren“, bemerkte Bartol. „Sofern es sich um Investitionen in strukturschwachen Regionen handeln sollte, kann ich mir vorstellen, dass wir bei der Aus- und Fortbildung von Fachkräften, dem Ausbau der Infrastruktur sowie im universitären Umfeld bei Forschung und Entwicklung unterstützen könnten.“

Batteriekonzept im Wirtschaftsministerium in Arbeit

Das Bundeswirtschaftsministerium erarbeitet derzeit gemeinsam mit dem Forschungsministerium einen Plan, um die Produktion und Erforschung von Batteriezellen neuer Generationen voranzubringen. „Das Konzept soll im Herbst im Kabinett verabschiedet werden“, erklärte eine Sprecherin. „Parallel dazu werden Gespräche mit infrage kommenden deutschen und europäischen Unternehmen ausgelotet, mit dem Ziel, vertragliche Vereinbarungen möglichst bis Ende 2019 herbeizuführen.“

Auf europäischer Ebene gibt es bereits seit längerer Zeit Gespräche für eine eigene Zellfertigung. Die Kommission sieht für das Jahr 2035 einen Markt für Batterien im Wert von 250 Milliarden Euro.

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2 Kommentare zu "Elektromobilität: Niedersachsen unterstützt Pläne für deutsche Batteriezellfabrik"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich freue mich mit Frau Kah einer Meinung zu sein - kommt nicht so oft vor.

  • Ob sich Herr Weil im Hinblick auf die Rolle des Staates nicht ein wenig verhebt? Man muß dabei nicht unbedingt an Großprojekte wie den Berliner Flughafen oder Stuttgart 21 denken. Schon die meisten Beschaffungsaufträge der Bundeswehr sind für die staatlichen Stellen in aller Regel kein Ruhmesblatt. Neulich habe ich gelesen, dass deren Expertise nicht einmal für die Bestellung von Polizeipistolen ausreicht. Dass ausgerechnet diese Herren die deutsche Autoindustrie retten sollen, halte ich für einen Witz.

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