Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Elektroautos

Der Fortschritt in der E-Mobilität soll laut der Regierung nicht den Asiaten oder Amerikanern überlassen werden.

(Foto: dpa)

Elektromobilität Volker Kauder stellt Förderung für Batteriezellfabrik in Aussicht

Der Unionsfraktionschef möchte den Bau einer Fabrik für Batteriezellen subventionieren. Die Bundesregierung will asiatische Konkurrenz auf Distanz halten.
1 Kommentar

BerlinAngesichts der Pläne des Technologieunternehmens Continental, eine eigene Fabrik zur Produktion von Batteriezellen in Deutschland aufzubauen, deutet sich breite politische Unterstützung für das Vorhaben an. „Es ist zu begrüßen, dass der Autozulieferer Continental ernsthaft erwägt, in die Produktion von Batteriezellen einzusteigen“, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder dem Handelsblatt.

Es könne nicht sein, „dass Europa diesen wichtigen Zukunftsmarkt – eine Kernkompetenz in der E-Mobilität – alleine chinesischen und koreanischen Anbietern überlässt“. Kauder stieg damit auch in die Kritik ein, dass chinesische Unternehmen sich verstärkt in Unternehmen mit Schlüsseltechnologien einkaufen, um international ihren Einfluss auszuweiten.

„Wir müssen im globalen Wettbewerb mit eigenen Batterieherstellern präsent sein, sonst hängt unsere Automobilindustrie auf Dauer komplett von den Zulieferern in Asien ab“, sagte Kauder.

Um dem zu begegnen, kündigte der Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel staatliche Hilfen an, um etwa Continental bei seinen Plänen zu unterstützen. „Die Koalition ist bereit, solche Ambitionen mit Fördermitteln zu unterstützen“, sagte Kauder. Es sei wichtig, dass Deutschland den Anschluss an die Hightech-Märkte USA und China schaffe.

Parallelen zum Airbus-Projekt

„Es war falsch, etwa in der Computerchip-Technologie den Markt den Amerikanern zu überlassen“, sagte Kauder. Daher sei es wichtig, jetzt bei der Batteriezellfertigung vorne dabei zu sein und ein ähnlich erfolgreiches europäisches Projekt wie einst die Gründung von Airbus im Flugzeugbau zu starten.

Vor einer Woche hatte Continental-Chef Elmar Degenhart im Handelsblatt erklärt, das Unternehmen halte sich die Möglichkeit offen, in das Geschäft mit Batteriezellen einzusteigen. Da bei Elektrofahrzeugen die Wertschöpfung überwiegend in der Batterie liegt, wächst der Druck auf die deutsche Automobilindustrie, auch in diesen Bereich zu investieren.

VW hat noch keine Entscheidung über Batteriefertigung getroffen

Am Mittwoch nun stellte auch VW-Chef Herbert Diess eine eigene Fertigung in Aussicht, während sich Zulieferer wie Bosch zieren. VW werde in seinem Gemeinschaftsunternehmen mit dem kalifornischen Start-up Quantum Scape in den kommenden zwei, drei Jahren erkunden, ob Feststoffzellen industriell produziert werden könnten. Falls ja, sei eine Pilotfertigung 2022/23 vorstellbar und eine Serienfertigung dann ab 2024/25, sagte Diess in Wolfsburg. Finanzchef Frank Witter betonte unterdessen, eine Entscheidung über eine Zellproduktion sei damit noch nicht gefallen.

Kanzlerin Angela Merkel im Mai erklärt, dass sie sich für die Produktion von Batteriezellen in Europa einsetze. „Denn wenn man sich überlegt, dass eines Tages 40 bis 50 Prozent der Wertschöpfung eines Elektromobils in Form der Batterie erfolgen wird und dann noch 20 Prozent bis 30 Prozent durch digitale Komponenten und dass das eine vielleicht aus Asien und das andere aus Amerika kommt, dann sieht man, dass für die deutsche Wertschöpfung nicht mehr viel übrigbleibt“, hatte sie gesagt und zugleich an die deutsche Wirtschaft appelliert, sich stärker einzubringen. „Es reicht nicht, wenn die Politik jeden Tag sagt: Ihr braucht aber Batteriezellen, glaubt’s mir nur“, hatte Merkel gesagt.

Continental erwartet technologischen Durchbruch

Entsprechend positiv wurde innerhalb der Bundesregierung und der Koalition die Äußerung Degenharts aufgenommen. Continental rechnet mit einem Durchbruch von Fahrzeugen mit Elektroantrieben, wenn sie mit Blick auf Kosten und Reichweite mit Diesel- oder Benzinmotoren gleichziehen. „Wir glauben, das geht nur mit Feststoffzellen“, sagte Degenhart.

Deshalb suchen die Niedersachsen einen Partner für Forschung und Entwicklung und erwägen, ab 2025 in die Massenproduktion der neuen Speicher einzusteigen. „Das könnte ein erfolgreiches Modell sein“, sagte Degenhart.

Ein großes Werk zur Herstellung von Zellen würde eine Kapazität von 40 Gigawattstunden pro Jahr haben und könne ungefähr 500.000 bis 600.000 Elektroautos pro Jahr ausrüsten, so Degenhart. Die Investition liege „bei etwa drei Milliarden Dollar“.

Zugleich beklagte der Continental-Chef, dass in China Zellhersteller massiv staatlich unterstützt und beschützt würden. „Das hat mit Freihandel wenig zu tun“, kritisierte Degenhart. „Was wir brauchen, ist eine viel intensivere staatliche Unterstützung insbesondere bei Forschung und Entwicklung.“ Dazu scheint die Bundesregierung bereit.

Auch der ehemalige SAP-Chef Henning Kagermann hat sich für eine Batteriezellen-Produktion in Europa ausgesprochen. „Ich bin der Meinung, dass es gut wäre, wenn auch die Produktion von Batteriezellen zumindest von einem europäischen Hersteller aufgebaut wird, um mögliche Abhängigkeiten oder Lieferengpässe zu vermeiden“, sagte er ebenfalls im Mai.

Kagermann soll künftig auch die „Plattform Zukunft der Mobilität“ innerhalb der Bundesregierung leiten. In ihr wird auch die bisherige „Nationale Plattform Elektromobilität“ aufgehen, die Kagermann ebenfalls leitet.

„Aufgabe dieser Plattform ist es, unter Einbeziehung der unterschiedlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, die dem Klima- und Umweltschutz dienen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie gewährleisten“, hieß es auf Nachfrage beim federführenden Bundesverkehrsministerium.

„Damit soll auch die Industrie dabei unterstützt werden, die gesamte Wertschöpfungskette der Elektromobilität in Deutschland vorzuhalten, das heißt die Ansiedelung einer Batteriezellfertigung in Deutschland voranzubringen.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Elektromobilität - Volker Kauder stellt Förderung für Batteriezellfabrik in Aussicht

1 Kommentar zu "Elektromobilität: Volker Kauder stellt Förderung für Batteriezellfabrik in Aussicht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wann immer unsere promovierte Physikerin eine Richtungsentscheidung trifft, die mit
    Physik zu tun hat, liegt sie falsch - Atomausstieg, 2020 eine Mio. E-Autos, etc.
    Das Problem der Batteriefertigung ist, das sie eine sehr hohe Investition erfordert, die
    viele Jahre braucht um sich zu rechnen, und dass moeglicherweise neue Technologien
    produktionsreif werden, die die derzeitigen Technologien abloesen. Bosch hat deswegen
    seine Plaene aufgegeben, und die Leute sind nicht allwissend, aber haben wahrscheinlich
    das meiste Wissen in der Sparte Auto-Elektrik.