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Eltern von Geburt an BGH stärkt Rechte schwuler Eltern

Der Bundesgerichtshof stärkt mit einem Urteil die Rechte schwuler Lebenspartner. Demnach hat die kalifornische Mutter eines Kindes zweier Berliner keine „Elternstellung“, sondern nur die beiden Partner.
19.12.2014 - 13:50 Uhr Kommentieren
Das Obergericht in Kalifornien und nun auch der BGH entschieden, dass die Leihmutter keine „Elternstellung“ hat und daher die Lebenspartner als Eltern gelten. Quelle: dpa

Das Obergericht in Kalifornien und nun auch der BGH entschieden, dass die Leihmutter keine „Elternstellung“ hat und daher die Lebenspartner als Eltern gelten.

(Foto: dpa)

Karlsruhe Schwule eingetragene Lebenspartner können von Geburt an die rechtlichen Eltern eines von einer Leihmutter ausgetragenen Kindes sein. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss entschieden. Danach muss Deutschland ein entsprechendes kalifornisches Gerichtsurteil anerkennen, das der Leihmutter keine Elternstellung zuspricht. (Az: XII ZB 463/13)

Damit gab der BGH zwei verpartnerten Männern aus Berlin recht. Sie hatten 2010 mit einer Frau in Kalifornien einen Leihmutterschaftsvertrag geschlossen. Das Kind wurde mit dem Samen eines der Männer und eine gespendeten Eizelle gezeugt und von der Leihmutter ausgetragen.

Das Obergericht in Kalifornien entschied, dass die Leihmutter keine „Elternstellung“ hat und daher die Lebenspartner als Eltern gelten.

Nach der Geburt im Mai 2011 reisten die Männer mit dem Kind nach Berlin, wo sie nun als Familie leben. Das Standesamt weigerte sich allerdings, die Lebenspartner als "Eltern" einzutragen. Auch die Instanzgerichte lehnten dies ab, denn in Deutschland sind sowohl Leihmutterschaft als auch Eizellspenden verboten.

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    Der BGH hob diese Urteile nun auf und gab den Männern recht. „Die Entscheidung des kalifornischen Gerichts, die die Elternstellung den Lebenspartnern zuweist, ist in Deutschland anzuerkennen“, erklärten die Karlsruher Richter.

    Denn nach internationalen Gepflogenheiten würden ausländische Entscheidungen üblicherweise in Deutschland anerkannt. Dies sei ausnahmsweise nur dann ausgeschlossen, wenn die Entscheidung mit Grundrechten oder anderen „wesentlichen Grundsätzen des deutschen Rechts offensichtlich unvereinbar ist“.

    Hier weiche die kalifornische Gerichtsentscheidung nur „teilweise“ von der deutschen Gesetzeslage ab. Danach wäre der biologische Vater auch hier Vater des Kindes. Wegen des deutschen Verbots der Leihmutterschaft würde allerdings die Leihmutter auch rechtlich als Mutter gelten. Der Lebenspartner könnte daher „nur durch eine Stiefkindadoption in die rechtliche Elternstellung gelangen“.

    Jedenfalls in Fällen, in denen das Kind mit einem der Lebenspartner genetisch verwandt ist, sei dies aber nicht so gravierend, dass es einer Anerkennung des kalifornischen Urteils entgegenstehe, befand der BGH. Denn es seien hier auch die Interessen des Kindes zu berücksichtigen. Dies wäre ohne Anerkennung des Urteils durch ein sogenanntes hinkendes Verwandtschaftsverhältnis belastet: Die Leihmutter wäre zwar die Mutter nach deutschem Recht. Tatsächlich habe sie aber wohl keinerlei Interesse, Elternverantwortung zu übernehmen und sei nach dem Recht ihres Heimatlandes dazu auch nicht verpflichtet.

    • afp
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