Emnid-Umfrage Große Koalition rutscht in der Wählergunst weiter ab

Würden heute Bundestagswahlen abgehalten, würden nur noch 30 Prozent die Union wählen. Die Große Koalition hätte damit derzeit keine Mehrheit.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel unterhält sich mit Innenminister Horst Seehofer und mit Finanzminister Olaf Scholz. Die Wähler strafen die Große Koalition in einer Umfrage ab. Quelle: dpa
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Bundeskanzlerin Angela Merkel unterhält sich mit Innenminister Horst Seehofer und mit Finanzminister Olaf Scholz. Die Wähler strafen die Große Koalition in einer Umfrage ab.

(Foto: dpa)

BerlinDie Große Koalition hat in der Bevölkerung weiter an Rückhalt verloren. Laut der von „Bild am Sonntag“ in Auftrag gegebenen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid müssen CDU/CSU einen Prozentpunkt abgeben und kommen nur noch auf 30 Prozent. Die SPD bleibt bei 17 Prozent. Würde am Sonntag gewählt werden, würde das Regierungsbündnis damit nicht mehr auf eine Mehrheit kommen.

Die FDP konnte einen Punkt im Vergleich zur Vorwoche hinzugewinnen, sie erhält neun Prozent. Einen Prozentpunkt Zuwachs gelingt auch der AfD, die damit 15 Prozent kommt. Die rechtspopulistische AfD ist somit gleichauf mit den Grünen, die erneut 15 Prozent erreichen. Die Linke fällt von zehn auf neun Prozent.

Für die Erhebung hat Emnid in dem Zweitraum vom 9. bis 15. August insgesamt 2942 Menschen befragt. Die sollten auf die Frage „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären?“ antworten.

In der Umfrage der vergangenen Woche stach vor allem die SPD heraus, denn mit ihren 17 Prozent näherte sich die Partei gefährlich nah an das Level der Grünen an. Noch nie war der Abstand zwischen den beiden Parteien so gering.

Für die SPD seien die Grünen eine größere Gefahr als die AfD, sagte dazu der Chef des Meinungsforschungsinstituts Insa, Hermann Binkert. Sie könnten der SPD gar „die Führungsrolle entreißen“, setze er fort.

Die Grünen schafften es nur eine Woche zuvor, auf den den höchsten Wert seit fünf Jahren zu steigen. Für den Politikexperten Torsten Schneider-Haase liegt der Erfolg der Grünen vor allem bei den Personalien. Parteivertreter wie Robert Habeck und Winfried Kretschmann seien charismatisch und stünden parteiübergreifend gut da, sagte er.

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  • Es ist wie im Fußball, die Nationalelf ist in Russland tief gefallen, in der FIFA-Rangliste noch
    nach der Schweiz auf Rang 15 gelandet...
    Im politischen Berlin fällt man in der Wählergunst auch zurück, was ist aus den Volksparteien nur geworden. Mit aktuell 30 Prozent Zustimmung ist man weit entfernt vom
    Begriff einer Volkspartei.
    Dieser schleichende Ansehensverlust einer etablierten Partei ist seit längerer Zeit zu beobachten. Alle politischen Meinungsbildner sind gefordert, um die großen nationalen
    Baustellen anzugehen. Auch vermisse ich eine klare und unmissverständliche Positionierung gegenüber der AfD. Was ist das bisherige Resultat? Die AfD befindet sich in der aktuellen Wählergunst auf Augenhöhe mit der SPD.
    Mit welchen durchschlagenden Argumenten soll die CDU in Sachsen bei den kommenden Wahlen die AfD wieder verdrängen? Die große Koaltion wird noch weiter an Zustimmung in der Wählergunst verlieren, wenn es nicht endlich zu einer nachvollziehbaren Aufbruchstimmung kommt.

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