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Empörung in NRW Rechtsextremisten zeigen Islam-Karikaturen

Vor kurzem begannen radikale Salafisten in Deutschland mit der Verteilung kostenloser Korane. Jetzt zeigen Rechtsextremisten in NRW islamkritische Karikaturen. Innenminister Jäger spricht von „geistiger Brandstiftung“.
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Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger. Quelle: dpa

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger.

(Foto: dpa)

Düsseldorf/BerlinZwei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat die rechtsextremistische Splitterpartei Pro NRW versucht, mit islamfeindlichen Karikaturen Stimmung zu machen. Anhänger der Gruppierung zeigten die Bilder am Samstag in Essen und Gelsenkirchen. Innenminister Ralf Jäger (SPD) verurteilte die Aktionen als „geistige Brandstiftung“.

In Berlin-Neukölln legten Unbekannte zwei abgetrennte Schweineköpfe vor einer Moschee ab. Der Vorstand der Moschee bat Polizei und Senat daraufhin um Wachschutz. In Essen und Gelsenkirchen sorgte die Polizei dafür, dass die umstrittenen Aktionen der Rechtsextremisten nicht direkt neben Moscheen stattfanden. Außerdem durften die dänischen Karikaturen, die 2005 zu Protesten in der islamischen Welt geführt hatten, nicht gezeigt werden. Bis zu 100 Anhänger der Splitterpartei beteiligten sich an den Aktionen. Fast 400 Gegendemonstranten aus dem linken und dem antifaschistischen Spektrum protestierten gewaltfrei gegen die Provokation.

Der Düsseldorfer Innenminister Jäger warf den Organisatoren vor, sie wollten gezielt Muslime provozieren und verunsichern. „Mit islamfeindlicher Agitation heizen sie Vorurteile und Intoleranz an und gehen damit auf Stimmenfang“, sagte der SPD-Politiker am Sonntag auf dpa-Anfrage und würdigte die friedlichen Gegendemonstrationen. „Alle Demokraten sind sich einig: Ausländerfeindliche Hetze hat bei uns keinen Platz.“

Pro NRW wird vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingeschätzt und beobachtet. „Ihr Versuch, den Stempel der Verfassungsfeindlichkeit um jeden Preis zu vermeiden, ist gescheitert“, sagte Jäger. Die Behörden hatten die Aktionen in Essen und Gelsenkirchen beobachtet, um festzustellen, ob die gezeigten Karikaturen strafbar waren. Dies wäre der Fall, wenn eine Religionsgemeinschaft in einer Weise beschimpft wird, die den öffentlichen Frieden stört. Dies sei aber nicht festgestellt worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) warnte laut „Spiegel“ vor einer Konfrontation zwischen Pro NRW und radikalislamischen Salafisten. Die kalkulierten Provokationen von Pro NRW heizten das Klima im Land auf, sagte der Minister nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins vor Parlamentariern.

In Berlin bat der Vorstand einer Moschee im Bezirk Neukölln Senat und Polizei um Hilfe, nachdem am Samstag zwei abgetrennte Schweineköpfe vor dem Gotteshaus abgelegt worden waren. Am Sonntag suchte die Polizei weiter nach dem oder den Tätern. Der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde, Ender Cetin, sagte der „Berliner Zeitung“: „Wir brauchen einen Wachschutz.“ Seine Gemeinde könne diesen nicht finanzieren.

Die Sehitlik-Moschee in Neukölln war in der Vergangenheit schon mehrmals Opfer von Anschlägen. Unbekannte hatten das größte islamische Gotteshaus in Berlin Anfang April mit Farbbeuteln beworfen. Auch ein rechtsextremistischer Drohbrief war eingegangen.

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22 Kommentare zu "Empörung in NRW: Rechtsextremisten zeigen Islam-Karikaturen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Interessant: Provokationen werden verurteilt, eskalierende Gewalt entschuldigt? Schon vergessen, dass Deutsche (Nicht-Muslime) - auch Kinder an Schulen - seit Jahren von Muslimen attackiert und beschimpft werden, weil sie sich anders kleiden als sie (Frauen), Schweinefleisch essen oder in nicht nur einer leibeigenschaftähnlichen Paarbeziehung leben? Seit Jahren wird weggesehen und alles toleriert. Wundert da die Provokation? Wird nicht dadurch auch unsere Regierung „provoziert“, endlich etwas zu unternehmen? Oder wollen wir in Deutschland Steinigungen, Ehrenmorde, Zwangsverheiratungen und jede Menge vormittelalterliche Unfreiheiten weiterhin zulassen und etablieren?

  • Mit den Christen kann man es ja machen. Man kann die Verbrechen im Namen des Christentums aufzählen (vollkommen zu Recht), dies auch unabhängig von der tatsächlichen Verantwortung und was muss man da von christlicher oder nichtchristlicher Seite befürchten?

    Bestimmt kein:

    "Christentum heißt Frieden!"
    "Es gibt nicht 'das' Christentum!"
    "Man darf nicht pauschalisieren [auch wenn man es nicht tut], 99,999% der Christen sind nicht so!"
    "Sie gießen Öl ins Feuer! Sie sind ein Hetzer und Brandstifter! Sie sind verantwortlich für Morde an Christen in Nigeria oder Ägypten [was dann angeblich nicht mal etwas mit Religionen zu tun hat]!"
    "Kein Wunder das jetzt Extremisten töten. Die christlichen, weil sie sich auch durch Sie in die Enge gedrängt fühlen und die gegenchristlichen, weil Sie denen Munition liefern. Denn am Rande gibt es Verrückte, die sich durch Sie bestätigt fühlen."

    Man kann christliche Verbechen im Allgemeinen ansprechen, natürlich nach Aufdeckung dieser. Aber auch wenn es um eine andere Religion geht (was dann kein Ablenken darstellt). Alles in Ordnung, nur nicht wenn Christen umgebracht werden, aber selbst dann, während beim Islam...

  • Ich spiele mal wieder die Nervensäge und poste zum Thema mal zwei Links zu Features von van Rossum und der gestrigen Aula im SWR2

    http://mp3-download.swr.de/swr2/aula/swr2aula_20120429_muslime_erwuenscht_europa_und_der_islam.6444m.mp3

    Wider die Horden Allah's - Karl Martell und seine Erben

    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/04/21/dlf_20120421_2110_fed90acb.mp3

    Staunen über das Abendland - Der Blick des Orients auf den Okzident

    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/04/27/dlf_20120427_2010_ceafad0a.mp3

    man muss ja nicht zwanghaft sein "Wissen" aus PI beziehen, man kann das auch anders sehen.

    Ach ja, der _liebenswerteste_ Mensch, den ich in meinem Leben kennen gelernt habe, war Muslim ... Christen können ziemlich unzivilisierte Vollidioten sein.

  • Ich nene Ihnen zwei. Malaysia und Indonesien. In KL gibt es mehr Kirchen als Moscheen.

    Es waren Christen welche die Ureinwohner des amerikanischen Kontinentes ausgerottet haben weil sich diesen nicht dem Christentum unterwerfen wollten. Aber auch in Germanien rollten Köpfe. Mehr als 10.000 Friesen wurden umgebracht weil die sich nicht bekehren lasen wollten. Und in Nordirland bringen sich die Christen gegenseitig um.

    In Japan haben diese Christen versucht das Christentum einzuführen. Es war, da bin ich mir im Moment nicht so ganz sicher, der Shogun Ieyasu oder Hideyoshi welche dem Spuk ein Ende gemacht hatten und die Missionare des Landes verwiesen hatten. Wer sich widersetzte wurde gekreuzigt. Das führte dann zur Abschottung Japans für mehr als 300 Jahre.

    Richtig, wer sich nicht bekehren lassen will wird nicht mehr umgebracht. Das machen die nur gegenseitig. Die gehen Heute viel raffinierter vor. Phychoterror nennt man so etwas. Und was ist mit den jungen Männer, besser gesagt Kindern an denen sich Priester vergangen haben? Das ist das selbe wie Mord.

    Sie nehmen Bezug auf die Türkei. Der Holocaust an den Armeniern durch die Türken ist eine Tatsache. War der aber religiös motiviert? Ich weiss es nicht. Aber diesen Holocaust allen Moslems anzulasten ist genauso falsch wie alle Verbrechen derer, besonders der katholischen Kirchen (s. Amerika und anderswo) , allen Christen anzulasten.


  • Der Begriff "Gotteshaus" im Zusammenhang mit Moscheen ist irreführend. Moscheen sind Gebetshäuser, Gerichtssäle, politische Foren und was sonst noch. Sie haben aber nichts zu tun mit Gotteshäusern im christlichen Sinn. Imsofern müssen auch Aktienen in deren Umfeld anders beurteilt werden als bei Kirchen.

  • Wer PRO-NRW, BIW, DIE FREIHEIT, PDV, usw. als "rechtsextrem" bezeichnet, darf sich anschließend nicht wundern, wenn der Rechtsextremismus "aus der Mitte der Gesellschaft" kommt.
    Denn die "Mitte" empfindet etwas anders als die verordnete "bunte Republik", in der betrunkenen Beteiligte an einer Wirthausschlägerei, in der das normale Zahlenverhältnis (Migranten:Nichtmigranten 4:1) mal nicht galt, wegen "gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" zu 3 Jahren ohne Bewährung veruteilt werden, während "Intensivtäter" (wie entstehen die eigentlich? Schon mal drüber nachgedacht?) und Mörder mit Bewährungsstrafen davonkommen.
    Es gibt leider immer noch genügend Hirntote. Anders sind Zustimmungsraten zu den Blockparteien (kann man nicht mehr anders nennen) von mehr als 70% oder sogar 80% nicht zu erklären.

  • Unter meinen Freunden sind auch kurden und Iraner(ehemalige Moslems ) und die hassen den Islam und verachten die Türken! Sie finden diese Aktion gut!
    Wilhelmus

  • Das ist die gängige Art und Weise, uns erzählen zu wollen, dass das Christentum und der Islam ja im Prinzip das Selbe ist. Somit offenbart diese Stellungnahme entweder, dass Sie sich nicht mit dem Islam beschäftigt haben und ebensowenig mit dem Christentum. Wann haben Sie das Letze mal gehört, dass ein Christen einen Nicht-Christen umgebracht hat, weil er nicht Christ sein möchte? Nennen Sie mir ein muslimisches Land wo Religionsfreiheit herrscht - ein einziges - und kommen Sie mir jetzt nicht mit der Türkei - aus diesem Land ist die Familie meiner Schwägerin geflüchtet - das waren Armenier. Sie sollten wirklich nochmals darüber nachdenken, ob eine Ideologie mit dem totalen Anspruch, wie es der Islam vorschreibt, in unserem einst aufgeklärten Land etwas zu suchen hat.

  • Die Karrikaturen sind doch eine gute Gelegenheit für den ach so friedlichen Islam, seine achso grosse Toleranz unter Beweis zu stellen. Es handelt sich hier um Bilder! Es handelt sich hier um Deutschland! Sind wir jetzt wirklich so weit gekommen, dass man ohne Angst um Leib oder Leben Bilder nicht mehr zeigen kann?

  • Ich wette, dass keiner derer die hier einen Kommentar abgeben auch nur einen einzigen Moslem kennen. Obwohl ich überzeugter Atheist bin habe ich sowohl islamische wie auch christliche und budhistische Freunde. Problem habe ich keine.

    Die Christen, besonders die Katholiken haben sich selber Probleme geschaffen. Der Papst hat sich von diesen nur halbherzig distanziert.

    Der Papst hält sich für den Stellvertreter Gottes auf Erden und erzählt, dass er das Wort Gottes verbreite. Die Moslems machen nichts anderes. Bei denen ist alles Gott gewollt. Die Unterschiede zwischen Christen und Moslem sind marginal. Und das was die Türken hier treiben ist nicht moslemisch sondern beruht auf deren Traditionen.

    Es sind immer noch Christen unterwegs die missionieren und das mit recht fragwürdigen Mitteln. Im buddhistenschen Cambodcha werden Krankenstationen eingerichtet. Zweifelos eine gute Sache. Nur, wenn man dann den Menschen sagt, das geschehe im Auftrag des christlichen Gottes, dann ist das nicht in Ordnung, denn ich behaupte, einen Gott, arabisch Allah, gibt es nicht. So beraubt man diesen Menschen ihre Kultur und Religion.

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