Endlager Umweltministerium dementiert neue Standards

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will einem Presebericht zufolge die Qualitätsstandards für Atommüllendlager senken. Ein Ministeriumssprecher sagte der Nachrichtenagentur dapd am Sonntag in Berlin, der Bericht sei "falsch".
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Behälter mit hochradioaktiven Abfällen. Quelle: dpa

Behälter mit hochradioaktiven Abfällen.

(Foto: dpa)

HB BREMEN/BERLIN. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will einem Presebericht zufolge die Qualitätsstandards für Atommüllendlager senken. Nach dem neuesten Entwurf des Ministeriums für die "Sicherheitsanforderungen für die Endlagerung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle", der dem Bremer "Weser Kurier" (Montagausgabe) vorliegt, ist ein Nachweis der Langzeitsicherheit für eine Million Jahre nicht mehr erforderlich.

Stattdessen genüge eine einfache "Sicherheitsbewertung". Eine Rückholung des Atommülls als Option werde nahezu ausgeschlossen.

Jetzt sei nur noch von einer "Bergung als Notfallmaßnahme" die Rede.

Das Umweltministerium, das das Papier gemeinsam mit dem Länderausschuss für Atomenergie am kommenden Donnerstag, einen Tag vor Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten im Salzstock Gorleben, beschließen will, dementierte den Bericht.

Ein Ministeriumssprecher sagte der Nachrichtenagentur dapd am Sonntag in Berlin, der Bericht sei "falsch". Im Sicherheitskonzept für ein atomares Endlager bleibe es bei der Anforderung an die Langzeitsicherheit für eine Million Jahre und der Möglichkeit der Rückholbarkeit bis zu 500 Jahre. Es gebe "keinerlei Abstriche" an den bisherigen Planungen.

Der neue Entwurf weicht dem Bericht zufolge in wesentlichen Punkten von den im Juli 2009 - damals noch unter Federführung von SPD-Umweltminister Sigmar Gabriel - erstellten Sicherheitsanforderungen ab. So tauche die Definition für "Risiko" nicht mehr auf, heißt es. Das habe Folgen für die weiteren Standards - etwa bei der Freisetzung von Radionukliden. "Zusätzliche Strahlenexpositionen sollen nur in einem begrenzten Gebiet auftreten können, so dass möglichst wenige Personen einer Generation betroffen sein können", heißt es mehr oder weniger unverbindlich. Vorher wurden konkrete Größenordnungen genannt.

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