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Energetische Gebäudesanierung Hohe Hürden für neue Heizkessel

Die Bundesregierung will den Einbau moderner Heizkessel fördern. Doch die Branche übt Kritik. Die Hürden lägen so hoch, dass Hauseigentümer abgeschreckt werden.
27.11.2019 - 06:23 Uhr 1 Kommentar
Mit einer digitalen Heizungsanlage lassen sich laut Hersteller 20 Prozent des Wärmeverbrauchs einsparen. Quelle: dpa
Heizung

Mit einer digitalen Heizungsanlage lassen sich laut Hersteller 20 Prozent des Wärmeverbrauchs einsparen.

(Foto: dpa)

Berlin Es muss ein Ruck gehen durch die Heizungskeller in Deutschland: Zwölf Millionen Heizkessel gelten als veraltet. Diese CO2-Schleudern sollen ausgetauscht werden. Die Bundesregierung will das unterstützen – mit der steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung und mit Austauschprämien. Das Ziel der Erneuerung des Heizkesselbestandes ist ein wesentlicher Teil der Beschlüsse der Bundesregierung für das „Klimaschutzprogramm 2030“.

Seit Wochen arbeitet die Bundesregierung das Programm ab, Gesetzentwurf folgt auf Gesetzentwurf, Verordnungsentwurf auf Verordnungsentwurf. Die Verordnung, die die Mindestanforderungen für die Inanspruchnahme von Fördermaßnahmen für die energetische Sanierung („Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung“, kurz ESanMV) definiert, umfasst 29 Seiten und viele Details.

Dabei geht es unter anderem um die Anforderungen an die Dämmung von Wänden und Dächern, an die Erneuerung der Fenster und Außentüren oder an „den Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung“. Und auch die Anforderungen an die Erneuerung von Heizungsanlagen.

Wer für den Einbau eines neuen Gaskessels mit Brennwerttechnik Förderung in Anspruch nehmen will, muss dem Verordnungsentwurf zufolge einen Kessel einbauen, der „bereits weitestgehend auf eine künftige Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet“ ist („Renewable Ready“). Doch damit ist es noch nicht getan: Nach der Verordnung müssen die erneuerbare Energien „innerhalb von zwei Jahren“ nach der Installation dann auch eingebunden werden.

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    Die Unternehmen der Branche können solche hybriden Systeme, die konventionelle Kessel mit der Nutzung erneuerbarer Energien – also beispielsweise mit einer solarthermischen Unterstützung – kombinieren, zwar problemlos liefern. Nach ihrer Einschätzung würden die Mehrkosten jedoch die in Aussicht gestellte Förderung übersteigen. Die Folge: Hauseigentümer würden lieber auf die Förderung verzichten – und stattdessen konventionelle Kessel einbauen, die nicht „Renewable Ready“ sind. Oder sie lassen einfach ihren alten Kessel weiter in Betrieb.

    „Die Bundesregierung läuft Gefahr, den gewünschten Heizungstausch nicht anzureizen, sondern zu blockieren“, sagt Timm Kehler, Chef von „Zukunft Erdgas“, einem Verein, der sich für den Einsatz von Erdgas im Wärme- und Mobilitätssektor stark macht.

    Noch besteht die Möglichkeit, die Regelung zu modifizieren. Das Bundeskabinett hat zwar bereits zugestimmt, Bundestag und Bundesrat müssen der Verordnung aber noch ihren Segen geben.

    Mehr: In Wohnungen und Gebäuden steckt viel Potenzial, Emissionen einzusparen. Was die Regierung plant, ist aus Sicht von Opposition und Industrie nur halbherzig.

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    1 Kommentar zu "Energetische Gebäudesanierung: Hohe Hürden für neue Heizkessel"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Beim Diesel-Skandal sind wir bekannterweise schon einmal einer falschen Versprechung auf den Leim gegangen, wohlgemerkt unter den Augen der Politiker. Von der energetische Sanierung wird uns ebenfalls das Blaue vom Himmel versprochen, entgegen den warnenden Stimmen. In dieser HB -Ausgabe lese ich bspw. „der Dämmwahn geht weiter“. Eines ist sicher, ob neue Heizung, Dämmung usw., es ist sehr teuer. Was es aber bringt, dafür gibt im Einzelfall weder ein Berater noch ein Handwerker und schon gar kein Politiker eine Garantie. Und mit der CO2-Steuerabgabe will man unser Vertrauen erzwingen.

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