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Energiepolitik Bundesnetzagentur plant bereits ohne Kohlekraftwerke – Betreiber sind beunruhigt

Die für 2030 anvisierte Reduktion der Kohlekraftwerkskapazitäten will die Bundesnetzagentur bereits 2025 erreichen. Die Betreiber sehen das kritisch.
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Laut den Kraftwerksbetreibern folgt die Bundesnetzagentur in ihrer Projektion zum Kohleausstieg fast eins zu eins den Vorschlägen von kohlekritischen Institutionen. Quelle: dpa
Protest gegen Kohlekraftwerke

Laut den Kraftwerksbetreibern folgt die Bundesnetzagentur in ihrer Projektion zum Kohleausstieg fast eins zu eins den Vorschlägen von kohlekritischen Institutionen.

(Foto: dpa)

Berlin Der Stein des Anstoßes findet sich in der „Genehmigung des Szenariorahmens 2019 bis 2030“, die die Bundesnetzagentur vor wenigen Tagen veröffentlichte. Darin hat sie das eigentlich für 2030 vorgesehene Szenario für eine Reduktion der Kohlekraftwerkskapazitäten um fünf Jahre auf 2025 vorgezogen.

In einem neuen Szenario für 2025 sieht die Bundesnetzagentur Kapazitäten von Braunkohlekraftwerken in Höhe von 9,4 Gigawatt (GW) vor. Für Steinkohlekraftwerke sind es 13,5 GW. Das sind die Annahmen, die bislang für 2030 galten. Zur Einordnung: Derzeit sind noch Braunkohlekraftwerke mit einer installierten Leistung von 21,2 GW in Betrieb, bei Steinkohlekraftwerken sind es 25 GW.

Die Kraftwerksbetreiber sehen das neue Szenario für 2025 äußerst kritisch. Die Netzagentur präjudiziere damit einen extrem schnellen Ausstieg aus der Kohle und liefere den Kohlegegnern Argumente. Es entstehe der unzutreffende Eindruck, dass ein stark beschleunigter Kohleausstieg machbar sei. Der steile Ausstiegspfad folge fast eins zu eins den Vorschlägen von kohlekritischen Institutionen wie dem Thinktank „Agora Energiewende“, der seit Jahren auf ein rasches Aus für Braun- und Steinkohle drängt.

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Der in dem Szenario für 2025 unterstellte schnelle Ausstieg bedeutet eine Halbierung der Kohlekapazitäten innerhalb von sieben Jahren. Das sei ohne massive Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und Strukturbrüche in den betroffenen Regionen nicht darstellbar, hieß es bei den Kraftwerksbetreibern weiter.

Das Thema birgt enormen politischen Sprengstoff. Die kürzlich von der Bundesregierung eingesetzte „Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“, die am 26. Juni erstmals zusammentritt, soll bis zum Jahresende ein Konzept für den Ausstieg aus der Kohleverstromung erarbeiten. Es sei kein Zufall, dass die Bundesnetzagentur nun noch vor dem Beginn der Kommissionsarbeit Pflöcke einschlage und suggeriere, der schnelle Kohleausstieg sei darstellbar, heißt es bei den Kraftwerksbetreibern.

Der von der Netzagentur genehmigte Szenariorahmen beruht auf Vorschlägen der vier Stromübertragungsnetzbetreiber. Auf dessen Basis werden diese nun den „Netzentwicklungsplan 2019 bis 2030“ erarbeiten.

Die Übertragungsnetzbetreiber sollten als „Kronzeugen“ für die technische Machbarkeit eines radikalen Kohleausstiegs herhalten, heißt es bei den Kohlekraftwerksbetreibern. Sie mutmaßen, dass dahinter politische Einflussnahme steckt.

Die Bundesnetzagentur weist die Kritik zurück. Die Zahlen zur Braun- und Steinkohle beruhten auf pauschalen Annahmen zur technisch-wirtschaftlichen Lebensdauer der Kraftwerke. Es gehe nicht darum, politische Entscheidungen oder die tatsächliche Abschaltung von Kraftwerken vorweg zu nehmen, sagte ein Sprecher.

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1 Kommentar zu "Energiepolitik: Bundesnetzagentur plant bereits ohne Kohlekraftwerke – Betreiber sind beunruhigt"

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  • Hihi, und alle, deren Heizung via Fernwärme an diesen Kraftwerken hängt, werden es im Winter sehr kalt haben.....

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