Energieversorgungskrise: Deutschland hadert, die Niederlande bohren – Investitionsentscheidung für Nordsee-Gasfeld steht
Die Versorgung mit Strom soll über einen benachbarten Offshore-Windpark erfolgen.
Foto: One-DyasBerlin. Das niederländische Unternehmen ONE-Dyas hat die finale Investitionsentscheidung für die Gasförderung im Feld N05-A in der Nordsee getroffen. Die Bohrinsel wird in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Deutschland im niederländischen Teil der Nordsee errichtet.
Das Gasfeld erstreckt sich auch auf deutsches Territorium. Nach Angaben des Unternehmens wird das erste Gas in etwa zwei Jahren, „noch vor dem Winter 2024“, strömen und dann niederländischen und deutschen Haushalten zur Verfügung stehen.
Partner von ONE-Dyas sind die Unternehmen EBN und Hansa Hydrocarbons. Insgesamt sollen 500 Millionen Euro in die Erschließung des Gasfeldes investiert werden. Es handelt sich laut ONE-Dyas um „die größte niederländische Investition in eine Erdgaserschließung in den vergangenen 15 Jahren“. Die niederländische Regierung unterstützt das Vorhaben aktiv und hat reibungslose Genehmigungsprozesse ermöglicht.
Aus Sicht einiger deutscher Politiker ist das Projekt beispielhaft. Michael Kruse, energiepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagfraktion, sagte dem Handelsblatt, Deutschland müsse schnellstmöglich seine Energiesouveränität wiederherstellen: „Dazu ist die Förderung von Erdgasvorkommen unter der Nordsee zwingend erforderlich.“