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Energiewende Abschied von der Ölheizung: Hauseigentümer denken um

Aktuelle Zahlen belegen das stark wachsende Interesse von Hauseigentümern an erneuerbaren Energien. Der Bund hat seine Mittel erheblich aufgestockt.
19.01.2021 - 19:34 Uhr 1 Kommentar
Das Verbrennen fossiler Energien durch herkömmliche Technologien rückt in den Hintergrund. Immer häufiger entscheiden sich Hausbesitzer für moderne, effiziente Systeme. Quelle: dpa
Ölheizung

Das Verbrennen fossiler Energien durch herkömmliche Technologien rückt in den Hintergrund. Immer häufiger entscheiden sich Hausbesitzer für moderne, effiziente Systeme.

(Foto: dpa)

Berlin Nie zuvor gab das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mehr Mittel für den Einsatz erneuerbarer Energien im Wärmesektor aus: „Über eine halbe Milliarde Euro hat das BAFA im Jahr 2020 für das Heizen mit erneuerbaren Energien ausgezahlt. In den 20 Jahren des Programms konnte das BAFA noch nie so viel Geld auszahlen wie in diesem Jahr“, sagte BAFA-Präsident Torsten Safarik dem Handelsblatt.

Laut BAFA beliefen sich die Summen im vergangenen Jahr auf 566 Millionen Euro, 2019 waren es noch 210 Millionen Euro. Die Zahl der Anträge hat sich im selben Zeitraum von 76.135 auf 280.118 deutlich erhöht.

Nach Angaben des BAFA werden in rund einem Drittel der Fälle alte Ölheizungen durch moderne, effiziente Systeme ersetzt. Insgesamt liegt dabei die Wärmepumpe vorn, es folgen Biomasse, Solarthermie und schließlich Gas-Hybrid-Heizungen, bei denen Gaskessel beispielsweise mit einer Solarthermie-Anlage kombiniert werden.

Gegen Ende des vergangenen Jahres stiegen die Auszahlungen besonders deutlich an. „Höhepunkt war Ende November, als wir in einer Woche mit 44 Millionen Euro das Engagement von Bürgerinnen und Bürger für das Heizen mit erneuerbaren Energien unterstützt haben“, sagte Safarik.

„Ich bin mir sicher, dass die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) dieser Entwicklung zu mehr erneuerbaren Energien im Gebäudebereich zusätzlichen Schub verleiht“, ergänzte der BAFA-Präsident.

Die neue BEG ist eines der Kernelemente des nationalen Klimaschutzprogramms 2030. Darin bündelt die Bundesregierung seit dem Jahreswechsel ihre bisherigen Programme zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich in einem vereinfachten Förderangebot.

Mit der BEG sollen die Anreize für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien spürbar verstärkt, bestehende Hemmnisse beseitigt und die Sanierungsrate im Gebäudebereich weiter gesteigert werden.

Bund stellt 5,8 Milliarden Euro bereit

Das Angebot fasst unter anderem das CO2-Gebäudesanierungsprogramm und das Marktanreizprogramm zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP) zusammen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums wurden das CO2-Gebäudesanierungsprogramm und das Marktanreizprogramm 2021 um 2,6 Milliarden Euro aufgestockt. Damit belaufen sich die Mittel 2021 auf insgesamt 5,8 Milliarden Euro. 2018 waren es noch 2,3 Milliarden.

Laut Bundeswirtschaftsministerium wurde bereits 2019 in über zwei Dritteln (67,2 Prozent) der neuen Wohngebäude 2019 ganz oder teilweise mit erneuerbaren Energien geheizt.

Zahlen des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) belegen den Trend. Laut BWP wurden im vergangenen Jahr 120.000 Heizungswärmepumpen in Deutschland installiert. Das entspricht nach Angaben des BWP einem Wachstum von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Diese Entwicklung macht zum einen deutlich, dass die staatlichen Fördermaßnahmen für umweltschonende Heizungssysteme gut angenommen werden – ein schöner Erfolg auch für das Klimaprogramm der Bundesregierung“, sagte Paul Waning, Vorstandsvorsitzender des BWP. Insgesamt seien damit in Deutschland knapp über eine Million Wärmepumpen installiert.

Das Energiesparpotenzial von Gebäuden spielt eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der Klimaschutzziele. Quelle: Weisflog
Thermische Solaranlage

Das Energiesparpotenzial von Gebäuden spielt eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der Klimaschutzziele.

(Foto: Weisflog)

Entscheidend sei nun, dass die Weichen für eine konsequente Umsetzung der Wärmewende schnell gestellt würden, damit das Ziel im Gebäudesektor nicht verfehlt werde, sagte Waning. So sei der Preis für erneuerbaren Strom für den Verbraucher nach wie vor viel zu hoch.

Die nächste Bundesregierung müsse daher eine grundlegende Neustrukturierung der Abgaben und Umlagen auf Energieträger weiter vorantreiben. „Es bedarf dringend eines alternativen Finanzierungsmodells für die EEG-Umlage, die derzeit allein vom Endkunden getragen wird. Insbesondere Strom, der für die Erzeugung von klimaschonender Wärme mit Wärmepumpen zum Einsatz kommt, sollte für den Verbraucher zeitnah von Abgaben und Umlagen befreit werden“, sagte Waning.

Klimaneutraler Gebäudebestand in weiter Ferne

Der Gebäudebereich spielt eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der Klimaschutzziele. Fast 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf den Gebäudesektor. Während neue Gebäude hohe energetische Standards erfüllen müssen, liegt bei Bestandsgebäuden viel im Argen.

Mit der aktuellen Sanierungsquote von rund einem Prozent pro Jahr wird sich das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, nicht umsetzen lassen. Da die Neubautätigkeit kaum ins Gewicht fällt, ist es umso wichtiger, Bestandsgebäude energetisch zu sanieren. Die Bundesregierung hat daher in den vergangenen Jahren erhebliche Milliardenbeträge zur Förderung der Gebäudesanierung zur Verfügung gestellt.

Neben der Sanierung der Gebäudehülle durch Dämmung und neue Fenster hat die Erneuerung der Heizsysteme einen hohen Stellenwert. Der größte Teil der Heizkessel in den insgesamt rund 19 Millionen Wohngebäuden in Deutschland gilt als alt und ineffizient.

Eine Förderung des Austauschs von Heizsystemen hat daher große Bedeutung, um der Erreichung der Klimaziele näherzukommen. Trotz der erfreulichen BAFA-Zahlen zur Bewilligung von Fördermitteln für den Einsatz erneuerbarer Energien im Wärmesektor bleibt das Ziel der Klimaneutralität des Gebäudebestands sehr ambitioniert.

Weitere Bewegung in das Sanierungsgeschehen könnte der mit dem Jahreswechsel eingeführte CO2-Preis in den Sektoren Wärme und Verkehr bringen. Der CO2-Preis verteuert fossile Brennstoffe wie Öl und Gas. Allerdings ist der Preis anfangs noch recht niedrig; eine spürbare Lenkungswirkung dürfte erst in einigen Jahren einsetzen.

Mehr: CO2-Preis im Gebäudesektor - Wohnungswirtschaft fordert Belastung erst ab 2024

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  • Mit dem wachsenden Bewusstsein um die Gefahren des Klimawandels, lernen endlich auch die Besitzenden, dass man in neue Systeme investieren muss. Die neueste und innovativste Neutrino Technologie wird noch grössere Vorteile bringen. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu aktuell: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters" Weltbuch Verlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-906212-56-2. Die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind berei Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist jetzt machbar. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung mit Strom zu speisen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln. Die Anwendung beginnend in der Hausbeleuchtung mit Neutrinovoltaic bis hin zur späteren Wärmeerzeugung durch Neutrino Power Cubes anstelle mit Solar.

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