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Energiewende Deutschland ist günstig, Belgien ist teuer – Regulierung belastet Windkraft unterschiedlich

Die regulatorischen Bedingungen für den Bau von Windparks variieren in Europa stark. Das verzerrt die Ergebnisse grenzüberschreitender Ausschreibungen.
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DIe Kosten für die Gewinnung von Windenergie hängen auch von bürokratischen Vorgaben ab. Quelle: dpa
Windpark bei Hannover

DIe Kosten für die Gewinnung von Windenergie hängen auch von bürokratischen Vorgaben ab.

(Foto: dpa)

BerlinDie Frage, ob man mit einem Windpark in Deutschland, in Dänemark oder in den Niederlanden mehr Geld verdienen kann, entscheidet sich nicht allein an den unterschiedlichen Windbedingungen. Erheblichen Einfluss haben auch die Kosten, die in der Regulierung begründet sind. Das belegt eine Studie, die das Beratungsunternehmen Ecofys für den Berliner Thinkank „Agora Energiewende“ erstellt hat. Die Studie liegt dem Handelsblatt vor.

Ecofys hat die Regulierungsbedingungen in Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz untersucht. Die Unterschiede sind beträchtlich. So entfällt in Belgien auf eine Megawattstunde Windstrom ein Betrag von 26 Euro auf Planung, Genehmigung, Netzzugang, Steuern und Finanzierung. In Deutschland sind die Kosten mit 12 Euro am niedrigsten, in Frankreich betragen sie 20 Euro.

Um die Unterschiede auszugleichen, müsste ein Windpark in Belgien 20 Prozent mehr Strom erzeugen als sein Pendant in Deutschland.

„Die Energiewende ist mittlerweile ein gesamteuropäisches Projekt. Die Europäische Union drängt deshalb darauf, dass die EU-Mitgliedstaaten beim Ausbau der Erneuerbaren Energien stärker zusammenarbeiten, etwa durch grenzüberschreitende Auktionen“, sagte Matthias Buck, Leiter Europäische Energiepolitik bei Agora Energiewende.

Bisher berücksichtigten die EU-rechtlichen Rahmenbedingungen aber nicht, dass sich die regulatorischen Anforderungen an den Ausbau der erneuerbaren Energien von Land zu Land deutlich unterscheiden, kritisierte Buck.

Buck nennt ein Beispiel: Bei einer grenzüberschreitenden deutsch-dänischen Solarenergie-Ausschreibung entfielen 2016 sämtliche Zuschläge an Bieter aus Dänemark. Hauptgrund sei gewesen, dass sich dort Wiesen und Äcker leichter und günstiger für Solarparks nutzen ließen als in Deutschland.

Die Autoren der Studie empfehlen, bei grenzüberschreitenden Kooperationen die Auswirkungen unterschiedlicher Regulierungsbedingungen zu berücksichtigen und einer Marktverzerrung entgegenzuwirken.

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