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Energiewende Die 1000-Meter-Regel bremst den Windkraft-Ausbau

Eine Studie zeigt: Der geplante Mindestabstand für Windräder würde den Ausbau der Windkraft bremsen, aber nicht für mehr Akzeptanz sorgen.
08.05.2020 - 04:35 Uhr 4 Kommentare
Die Abstandsregeln führten in Bayern zu einem Einbruch beim Bau von Windrädern geführt. Quelle: Prisma Bildagentur
Windräder im Mittelgebirge

Die Abstandsregeln führten in Bayern zu einem Einbruch beim Bau von Windrädern geführt.

(Foto: Prisma Bildagentur)

Berlin Die Grundsatzentscheidung traf die Große Koalition im vergangenen Jahr, um die Details wird seitdem gerungen: Windräder sollen künftig bundeseinheitlich einen Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung haben. Das soll sicherstellen, dass die Akzeptanz für die Windkraft nicht leidet.

Die Branche kritisiert die Pläne. Neue Argumente liefert eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Das Fazit: Ein bundeseinheitlicher Mindestabstand, wie er in der Großen Koalition diskutiert wird, sei kontraproduktiv. „Eine pauschale Abstandsregelung würde die zur Verfügung stehenden Flächen drastisch beschneiden und dem aus Klimaschutzgründen dringend erforderlichen Ausbau der Windkraft im Wege stehen“, sagte Jan Stede, einer der Autoren der Studie.

Auch das Argument, dass der Mindestabstand zu weniger Protesten gegen Neubauten führt, lässt Stede nicht gelten: „Es gibt keinen Beleg dafür, dass die Akzeptanz mit wachsendem Abstand zum Windrad steigt“, sagte der DIW-Forscher.

Stede und sein Co-Autor Nils May haben für die Studie den Ende 2014 eingeführten Mindestabstand für Windräder in Bayern untersucht. „Der Windkraftausbau in Bayern ist 2015 deutlich stärker zurückgegangen als in allen anderen Bundesländern“, sagt Stede. Die Untersuchung zeige, dass die Abstandsregelung der Grund für den Rückgang sei. „Die Behauptung, andere Faktoren seien dafür ausschlaggebend, ist falsch.“

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    Den Berechnungen der Autoren zufolge könnte eine bundeseinheitliche Mindestabstandsregel die verfügbare Fläche für Windräder um bis zu 47 Prozent reduzieren. Dabei gibt es aus Sicht von May und Stede einen Weg, die Zustimmung zur Windkraft zu stärken: Die Kommunen sollen mehr von den Einnahmen erhalten. „Aus unserer Sicht sind Modelle zu bevorzugen, bei denen die Haushalte der Standortgemeinden profitieren.“

    Die Branche begrüßt solche Überlegungen. „Die Beteiligung von Bürgern und Kommunen bleibt ein essentieller Baustein, um die dezentrale Energiewirtschaft der Zukunft umzusetzen“, hatte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie, kürzlich gesagt. In den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es entsprechende Regelungen bereits.

    Derzeit ist allerdings nicht erkennbar, dass sich die Politik zu bundeseinheitlichen Beteiligungsmodellen oder einer Konkretisierung der Abstandsregeln durchringt. Eine von den Ministerpräsidenten der Länder initiierte Bund-Länder-Arbeitsgruppe ist bislang noch nicht einmal einberufen worden.

    In der SPD-Bundestagsfraktion mehren sich die Stimmen, die fordern, auf einen bundeseinheitlichen Mindestabstand einfach ganz zu verzichten. „Wir brauchen diese Regelung nicht. Da bin ich sogar ausnahmsweise mal mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder einer Meinung“, sagte Johann Saathoff, energiepolitischer Koordinator der SPD-Fraktion, dem Handelsblatt.

    Es dürfe auch kein Junktim zwischen dem Mindestabstand für die Windkraft und anderen noch zu klärenden energiepolitischen Fragen geben, forderte Saathoff.

    Mehr: Warum Corona dem Klima gut tut, aber die Energiewende ausbremst

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    4 Kommentare zu "Energiewende: Die 1000-Meter-Regel bremst den Windkraft-Ausbau"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Schluss mit weiteren Windparks. Das ist auch nicht Umweltschutz im Sinne der Natur. Und es gibt neueste Forschungsergebnisse und Fakten die zu sensationelle Innovationen führen wie die Neutrinovoltaik, welche der Menschheit und unserem Erdenleben schnellstens unendliche Energie liefern ohne jegliche Emissionen oder Stromtrassen. Die Berliner Neutrino-Energy Group bietet dazu Patente und Lizenzen. Es geht um die Entwicklung der Neutrino-Gleichstromversorgungen für eine mobile, dezentrale Haushaltsenergie und Elektromobilität. Es werden sämtliche Haushaltsgeräte und ganze Häuser über Neutrino In mit Strom versorgt, ohne jegliche Kabel/Steckdosen. Neutrino-Energy ist weltweit 365Tage/24h vorhanden - eine unendliche Ressource. Jetzt Aufklären hilft. Chaotische Situationen in der Wirtschaft haben historisch betrachtet nicht zum ersten Mal die Entwicklung des technischen Fortschritts ausgelöst. Wir sollten keine Zeit verlieren. Wir müssen das öffentlich Machen und in Bewegung bringen, damit unsere Gesellschaft wirtschaftlichen Aufschwung und neue Arbeitsplätze Aufbauen kann - Neutrino-Energy steht bereit.

    • Windräder in Bayern? So ein Schmarren! Wir haben Sonne und Fotovoltaik, aber keinen Wind. Nach 20/30 Jahren müssen Windräder rückgebaut werden, da sie kaputt sind. Fotovoltaik hat dann eine etwas geringere Effizienz, was soll's. Recht so Herr Söder, nur weiter so....von den Stromtrassen von Nord nach Süd ganz zu schweigen.

    • ...und gerade in Bayern muß die CSU mit Ihrem "verlogenen" Auftreten aufhören - als Beispiel die endlose Posse um das Bürgerwindrad in Erdweg/Welshofen, wo das Verwaltungsgericht sowie die Behörden(= untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Dachau und die obere Naturschutzbehörde des Freistaates Bayern) sich gegenseitig die Bälle zuschieben und letztlich keine Entscheidung treffen, vom Verwaltungsgericht ganz abgesehen. Das Windrad ist seit 31.03.2019 betriebsfähig, seit November 2019 im Nachtbetrieb und ob jemals auch ein Tagbetrieb erlaubt wird und somit eine Insolvenz vermieden wird - das steht in den Sternen! Also: Herr Söder - zeigen Sie Kante - auch bei anderen Themen als Corona - Auf gehts! Das Klima gibt es auch nur einmal...

    • Aus den Maßnahmen zur Corona-Krisen-Bekämpfung lernen:

      Mehr Entscheidungen vom Bund auf Länderebene verschieben bzw. auf die der Kommunen; denn da drehen sich die Räder. Und so könnte vielleicht auch verhindert werden, dass unsere Regierung die Energiewende komplett vor die Wand fährt!

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