Energiewende: Gaskrise kostet 100 Milliarden Euro nur in diesem Jahr: Wie die Energiepolitik dem Standort schadet
Deutschland wird noch viele Jahre auf Erdgas angewiesen sein.
Foto: dpaBerlin. Die aktuelle Gaspreiskrise hat die deutsche Volkswirtschaft nach Berechnungen der Unternehmensberatung McKinsey, die dem Handelsblatt vorliegen, „in diesem Jahr mehr als 100 Milliarden Euro gekostet.“ Diese seien im Wesentlichen zu Gasproduzenten außerhalb Deutschlands geflossen. Für die Berater ist das nur ein Beleg dafür, dass die deutsche Energiepolitik dem Standort schadet.
Berechnungen der Unternehmensberatung für das Handelsblatt legen eine Reihe von Schwachstellen bei der Versorgung Deutschlands mit Energie offen.
Sie betreffen das Stromerzeugungssystem, die Abhängigkeit von Importen in vielen Bereichen der Energieversorgung, das Preisniveau und die künftige Rolle von Erdgas. Grundsätzlich rät McKinsey in der Analyse, neben Fragen der Nachhaltigkeit die Wirtschaftlichkeit und die Versorgungssicherheit stärker zu berücksichtigen. Die Punkte im Einzelnen:
1. Erdgas
Nach Überzeugung der McKinsey-Experten wird Erdgas noch lange eine unverzichtbare Säule der Energieversorgung in Deutschland bleiben. „Die Vorstellung, Erdgas sei als Energieträger bereits in wenigen Jahren verzichtbar, ist nicht haltbar. Unsere Analyse zeigt, dass wir Erdgas noch für mehr als zehn Jahre brauchen“, sagt Alexander Weiss, Leiter des globalen Energiesektors bei McKinsey.