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Energiewende Grünen-Spitze will Ökostrom-Umlage schon in diesem Jahr senken

Mit der vorzeitigen Absenkung würde der Strompreis um rund ein Sechstel sinken. Diese Entlastung könnte nach der Coronakrise zur Erholung beitragen.
26.04.2020 - 14:30 Uhr Kommentieren
Die von den Grünen-Vorsitzenden vorgeschlagenen Maßnahmen würde mehrere Milliarden Euro kosten. Quelle: dpa
Annalena Baerbock und Robert Habeck

Die von den Grünen-Vorsitzenden vorgeschlagenen Maßnahmen würde mehrere Milliarden Euro kosten.

(Foto: dpa)

Berlin Die Grünen wollen Strom bald deutlich billiger machen, um die Wirtschaft nach der Coronakrise wieder anzukurbeln. „Zur Unterstützung von Selbstständigen, mittelständischen Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern sollte die EEG-Umlage um fünf Cent je Kilowattstunde gesenkt werden, also um rund 75 Prozent“, schrieben die Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.

Der Strompreis würde dadurch um etwa ein Sechstel sinken. Die beiden Grünen-Vorsitzenden verwiesen darauf, dass dann auch Elektroautos, Wärmepumpen oder Wasserstoff-Anwendungen wirtschaftlicher würden. Das bringe auch einen „Innovationsschub“.

Zudem soll es verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten und Direktzuschüsse etwa für den Aufbau einer Wasserstoffindustrie geben. Damit hätten Bürger und Unternehmen nach Berechnung der Grünen bis Ende nächsten Jahres insgesamt 22 Milliarden Euro mehr zur Verfügung.

Am Samstag wollen die Grünen auf einem Parteitag über die Vorschläge beraten. Wegen der Coronakrise findet er erstmals komplett im Internet statt. Im Leitantrag heißt es nach Angaben einer Sprecherin, dass die sogenannte EEG-Umlage schon Mitte dieses Jahres gesenkt werden soll.

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    Diese Umlage zur Förderung des Ökostroms zahlen Verbraucher mit der Stromrechnung. Derzeit liegt sie bei 6,76 Cent pro Kilowattstunde. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr zahlt derzeit rund 270 Euro.

    Grüne schlagen mehr Geld für Solo-Selbstständige vor

    Auch die schwarz-rote Koalition will die Ökostrom-Umlage senken, aber erst 2021, wenn ein CO2-Preis Sprit, Heizöl und Erdgas verteuert. Ein Gesetz dazu will das Bundeswirtschaftsministerium bis Ende Juni vorlegen. In den kommenden Jahren wäre die Umlage Prognosen zufolge ohnehin gesunken, weil ältere Ökostrom-Anlagen aus der Förderung fallen und das System geändert wurde. Inzwischen bekommen neue Anlagen den Zuschlag, wenn die Betreiber möglichst wenig Förderung verlangen.

    Die Grünen-Chefs schlagen weitere Maßnahmen vor, um die ökonomischen und sozialen Folgen der Coronakrise abzufedern. „Vom jetzt aufgespannten Schutzschirm werden zu viele noch nicht erfasst“, schrieben Baerbock und Habeck. Konkret verlangen sie unter anderem ein Kurzarbeitergeld für Solo-Selbstständige in Höhe von 55 Prozent des jeweiligen Steuergewinns der letzten Jahre, maximal 1500 Euro.

    Außerdem soll es für Eltern, die wegen fehlender Kinderbetreuung nicht arbeiten können, ein Corona-Elterngeld geben und für Hartz-IV-Empfänger einen krisenbedingten Sonderbedarf von 100 Euro für Erwachsene und 60 Euro für Kinder. Dass all das sehr teuer wird, räumen die Grünen ein: Baerbock und Habeck rechnen mit „Geldsummen im oberen dreistelligen Milliardenbereich.“

    „Aber das ist der Preis, um eine schwere Depression zu verhindern und tragfähige neue Wirtschaftsstrukturen aufzubauen.“ Die Schuldenbremse solle national und europäisch „weiter gefasst“ werden, zudem müssten sich Wohlhabende an der Finanzierung des Wiederaufbaus stärker beteiligen.

    Mehr: Obwohl sich die Erneuerbaren Energien am Markt behaupten, wird ihnen auf politischer Ebene das Leben schwer gemacht. Deshalb braucht es dringend eine EEG-Version 4.0, fordert DIW-Ökonomin Claudia Kemfert in ihrem Gastkommentar.

    • dpa
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