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Energiewende Im Energiesektor bremst die Regulierung Innovationen

Überreguliert und innovationsfeindlich stellt sich der Energiemarkt heute aus Sicht vieler Akteure dar. Das bestätigt eine Studie des European Energy Lab 2030.
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Digitale Lösungen könnten auch zur besseren Steuerung der Energienutzung beitragen. Quelle: obs
Energiemanagement

Digitale Lösungen könnten auch zur besseren Steuerung der Energienutzung beitragen.

(Foto: obs)

BerlinDie Experimentierfelder der Energiewelt von morgen sind eng umgrenzt. Sie heißen beispielsweise „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (Sinteg) und räumen Akteuren wie beispielsweise Netz- und Kraftwerksbetreibern, Strom- und Wärmeabnehmern Möglichkeiten ein, sich jenseits der engen Grenzen staatlicher Regulierung auszutoben.

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert die Sinteg-Projekte in fünf Modellregionen mit insgesamt über 200 Millionen Euro. Die Innovation darf hier mit staatlichem Segen die Regulierung überholen.

Doch das ist die Ausnahme. Es werde „nur vereinzelt und damit nicht systematisch und zielgerichtet erforscht“, wie digitale Lösungen in der Energiewelt der Zukunft aussehen können, heißt es in der Studie „Digitale Echtzeit-Energiewirtschaft“ des European Energy Lab 2030, die dem Handelsblatt vorliegt.

Im European Energy Lab 2030 haben 60 Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für den Wirtschaftsrat der CDU Konzepte für den digitalen Energiemarkt von morgen entwickelt.

Der Wandel im Energiesektor geht bereits heute mit großen Schritten voran. Dezentralisierung und Digitalisierung sind dabei die entscheidenden Treiber. Beispiel Stromerzeugung: Früher war das System dominiert von ein paar Dutzend Großkraftwerken, heute gibt es in Deutschland 1,6 Millionen Anlagen, die Strom einspeisen – angefangen von der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach über das Blockheizkraftwerk bis zum Windpark.

Die teilweise volatile Einspeisung von Strom erhöht die Anforderungen an die Steuerung der Netze. Sie bietet zugleich Chancen: Warum sollen E-Autos nicht vorzugsweise dann geladen werden, wenn nachts der Wind übers Land weht und die Windräder Strom im Übermaß produzieren? Und warum soll der Betreiber einer Photovoltaikanlage auf dem Hausdach nicht auch kleine Strommengen selbst vermarkten können, wenn der Strompreis gerade hoch ist?

Die Digitalisierung eröffnet viele Möglichkeiten für solche flexiblen Lösungen. Die Anreize, diese Möglichkeiten auch zu nutzen, sind nach Überzeugung der Fachleute des Energy Lab 2030 nicht groß genug. „Entscheidend für eine marktwirtschaftliche, dezentrale Energiewelt wird sein, dass Haushalte und Unternehmen in einem interaktiven Energiesystem effizient entscheiden können, ob ihre Geräte Strom verbrauchen oder ins Netz einspeisen sollen“, heißt es in der Studie.

Der Staat müsse sich gleichzeitig mit Regulierung zurückhalten, heißt es in der Studie weiter. Die Autoren empfehlen eine „White List“, nach der das energiepolitische Regelwerk in Hinblick auf Digitalisierung und Widersprüche fortlaufend überprüft und verschlankt wird. Eine Forderung, die Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, unterstützt: "Es braucht ein wettbewerbsfähiges Gegenmodell zu immer mehr staatlichen Eingriffen ins Energiesystem. Der staatliche Anteil am Strompreis muss dazu gesenkt, die Flexibilität gesteigert werden", sagt Steiger. „Wir müssen Künstliche Intelligenz, die Blockchain-Technologie oder die neue Mobilfunktechnologie 5G zur Weiterentwicklung der Energiewende nutzen", sagt der Generalsekretär.

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