Energiewende Netzagentur will raschen Netzausbau

Die Bundesnetzagentur trommelt mit Infoveranstaltungen für den Stromnetzausbau. Eine Protestbewegung wie bei Stuttgart 21 könnte den Ausbau stark verzögern. Aus Sicht der Netzagentur hakt es aber noch an anderen Stellen.
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Die Bundesnetzagentur dringt beim Stromnetzausbau auf eine Vereinfachung des Planungsrechts. Quelle: dpa

Die Bundesnetzagentur dringt beim Stromnetzausbau auf eine Vereinfachung des Planungsrechts.

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BonnDer Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, dringt auf eine Vereinfachung des Planungsrechts beim Stromnetzausbau für die Energiewende. Bei Stromtrassen, die Bundesländergrenzen überschreiten, werbe er sehr dafür, die Planfeststellungsverfahren der Bundesebene zu übertragen, sagte Homann am Donnerstag in Bonn zum Auftakt einer bundesweiten Informationskampagne für den geplanten Netzausbau. Bisher liegt die Kompetenz dafür bei den Ländern.

Von den insgesamt gut 8000 Kilometern Hochspannungstrassen, die neu gebaut oder erweitert werden sollen, verläuft nach Homanns Worten knapp die Hälfte grenzüberschreitend, zum Teil durch bis zu fünf verschiedene Bundesländer. Von einer zentralen Planung erhofft sich die Bundesnetzagentur zügigere Verfahren. Der schleppende Netzausbau etwa von Nord nach Süd gilt als wichtigstes Hindernis für die Umsetzung der Energiewende.

Der Bund bereitet eine Verordnung vor, die die Kompetenzen dem Bund überträgt. Dem müssen aber die Länder zustimmen. Dies sei ein Dauerthema zwischen dem Bund und den Ländern. „Es wäre schön, wenn man die Lösung in diesem Jahr fände“, sagte Homann.

Nach dem Entwurf des Netzentwicklungsplanes sollen für die Energiewende bundesweit 3800 Kilometer komplett neue Stromautobahnen gebaut werden. 2800 Kilometer Leitung sollen innerhalb bestehender Trassen neu gebaut und 1600 Kilometer technisch aufgerüstet werden. Konkrete Trassenplanungen werde es erst geben, wenn der Netzentwicklungsplan vom Parlament bestätigt werde. Generell gelte, dass Ausbau und Ertüchtigung den Vorrang vor Neubauten bekommen, betonte Homann.

Einwände von Bürgern gegen die neuen Hochspannungsleitungen kommen regelmäßig unter anderem wegen der Angst vor elektromagnetischen Feldern und wegen möglicher Gefahren für Vögel und andere Tiere in den Baugebieten. Zu beiden Themen berichten Fachleute an dem Informationstag. Die oft diskutierte Verlagerung der Leitungen auf Erdkabel oder auf Bahntrassen könne die Probleme nur teilweise lösen, sagte Homann. „Insgesamt kann man sich den Leitungsbau nicht ersparen“, sagte Homann. Dass die Energiewende ohne Leitungsausbau nicht möglich ist, finde bisher auch breite Akzeptanz. Allerdings sei das Verfahren bisher noch auf einer abstrakten Ebene. „Wenn die Bautrupps kommen, kann es aber natürlich immer Diskussionen geben.“

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6 Kommentare zu "Energiewende: Netzagentur will rasche Planung beim Netzausbau"

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  • Ja genau T.A. Edison hat dieses Zitat von sich gegeben, wahrlich kein Ökofreak sondern Erfinder und Techniker mit Leib und Seele, daran sieht man dass sich Ökologie und Ökonomie bzw. Innovation und Fortschritt nicht ausschließen!
    Mit sonnigen Grüßen
    Werner Thoma

  • So ein Unsinn, die Energiekonzerne haben Jahrzehntelang ungeniert Riesengewinne gemacht und wenig davon in den Erhalt und die Modernisierung ihrer Netze gesteckt.
    Ja ja, die Erneuerbaren sind wieder mal an allem schuld, das ist das Lügenmärchen, das auch dadurch nicht wahrer wird, wenn es nur oft genug wiederholt wird.

    Abgesehen davon, dass es (leider) immer noch keine (echte) dezentrale Struktur gibt, das wäre wünschenswert, das würde dann Ihre teuren Überlandtrassen (teilweise) überflüssig machen.
    Mit sonnigen Grüßen
    Werner Thoma

  • Aber T.A. Edison hätte zuerst einmal - lebte er heute - Speicher und Leitungen für die volatile Energie zu schaffen. Meiner Ansicht nach müssten die Erzeuger/Betreiber der volatilen Energie auch für die Leitungen und Backup-Kraftwerke aufkommen, die ohne sie als solche nicht benötigt würden. Dass das heutige Netz marode ist, ist ein Märchen der Ökolobby. Ein Ausbau ist nur wegen der neuen, dezentalen Struktur erforderlich!

  • Die alte Lösung mit Strom aus Großkraftwerken hat jedenfalls keinen großen Netzausbau erfordert.

    Den Ausbau braucht man doch nur, weil man die Windturbinen so weit weg wie möglich von Wohngebieten haben will, und an exotischen Orten wie in der Nordsee. Solardächer sind in der Tat nahe am Verbraucher bzw. in der Nachbarschaft des Verbrauchers und bieten sich an, aber deren Leistung wird nie ausreichen. Also braucht man doch wieder neue Netze. Einige Leute werden an dieser Stelle die Blockheizkraftwerke erwähnen, aber diese Leute sollen erstmal die Gasversorgung für die nächsten 200 Jahre garantieren, und das können sie nämlich nicht (Erdgas wird früher knapp werden als Erdöl, bei steigendem Verbrauch weltweit auch noch schneller.)

    Mein Vorschlag für den Netzausbau: Deutschland braucht einen Ausbau starker Leitungen nach Westen und Osten. Aus dem Westen kaufen wir Atomstrom von Frankreich, aus dem Osten aus der Tschechien und Russland. Hier bei uns im Land kann man nichts mehr produzieren.

  • Zum Aufwärmen ein Zitat: "Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen." Wer sprach 1931 diese Worte?
    Auflösung demnächst!
    Mit sonnigen Grüßen
    Werner Thoma

  • Der Netzausbau könnte deutlich eingeschränkt werden,
    wenn dezentrale Energieerzeugungs Systeme wie Sonnenstrom unterstützt würden.
    Die Überbetonung der Notwendigkeit des Netzausbaus, soll den Eindruck vermitteln,
    dass die Energiewende nur sehr schwer realisierbar ist.
    Viel wichtiger wäre über Energieeinsparung,
    Toprunnersystem und die Einspreisung der von den Dinosaurier Techniken wie Atom/Kohle/Gas....verursachten Umwelt-Schäden zu diskutieren!

    Mit sonnigen Grüßen
    Werner Thoma

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