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Energiewende Wie Berlin eine CO2-freie Stadt werden will

Berlin will bis 2030 aus der Kohle ausgestiegen sein. Es ist ein ehrgeiziges Ziel. Doch Fachleute räumen dem ambitionierten Projekt gute Chancen ein.
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Die Hauptstadt will mit ihren ambitionierten Plänen ein Zeichen in der Klimadebatte setzen. Quelle: dpa
Friedrichstraße in Berlin

Die Hauptstadt will mit ihren ambitionierten Plänen ein Zeichen in der Klimadebatte setzen.

(Foto: dpa)

Berlin Die besonders klimaschädliche Braunkohle wird in Berlin seit 2017 nicht mehr verfeuert. Allerdings stehen noch fünf Steinkohlekraftwerke in der Hauptstadt, die Strom und Wärme liefern. Doch spätestens Ende 2030 soll auch damit Schluss sein, mit diesem Ziel war die rot-rot-grüne Stadtregierung bereits 2016 angetreten.

Eine Machbarkeitsstudie des Beratungsbüros BET hält das für möglich. Um das Ziel zu erreichen, soll die Kohle im Wärmesektor schrittweise ersetzt werden, und zwar durch die Nutzung von Abwärme sowie durch die Nutzung von Biomasse und anderen erneuerbaren Wärmequellen. Der mit 59 Prozent größte Teil des Ersatzes würde allerdings durch den Neubau eines hochflexiblen, mit Gas befeuerten Kraftwerks erfolgen, das Strom und Wärme erzeugt.

„Der Kohleausstieg in Berlin bis 2030 ist machbar. Wenn er gelingt, dann wäre Berlin ein Vorreiter unter den deutschen Großstädten“, sagte BET-Generalbevollmächtigter Michael Ritzau dem Handelsblatt.

Der Kohleausstieg bis 2030 sei nur ein erster Schritt, sagte Regine Günter, Berliner Klimaschutzsenatorin, dem Handelsblatt. „Unser Ziel ist es, bis 2050 den CO2-Ausstoß um mindestens 95 Prozent reduziert zu haben“, ergänzte sie. Man müsse daher schon jetzt überlegen, „wie wir auch fossiles Gas schnellstmöglich durch klimafreundliche Energien ersetzen“.

Die BET-Studie belege, „dass das Ziel, die Kohle zu ersetzen, technisch und ökonomisch möglich ist“, sagte Günther. Die Kosten für jeden einzelnen Haushalt bewegten sich dabei „in einem absolut vertretbaren Rahmen“, sagte sie. BET hat errechnet, dass ein durchschnittlicher Haushalt 147 Euro pro Jahr mehr zahlen muss.

Ein Zeichen in der Klimadebatte

Der Senat will mit seinem Plan ein Zeichen in der Klimadebatte setzen. Gerade im Wärmesektor kommt die Energiewende deutschlandweit noch nicht so recht voran. Ohne Rückenwind des Bundes lassen sich die Ziele der Hauptstadt allerdings nicht verwirklichen. „Wir sind darauf angewiesen, dass auf Bundesebene in vielen Bereichen die richtigen Anreize gesetzt werden“, sagte Günther. So werde beispielsweise Öl fürs Heizen – bezogen auf die CO2-Emissionen – noch immer geringer besteuert als Gas.

„Die politischen Rahmenbedingungen müssen jetzt verbessert werden“, sagte Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Wärme AG, dem Handelsblatt. Erforderlich seien die Verlängerung des KWK-Gesetzes und ein Kohleumstiegsbonus. Vattenfall betreibt den größten Teil der Berliner Kohlekraftwerke und des Fernwärmenetzes. „Wir müssten bis 2030 deutlich über eine Milliarde Euro in den Kohleausstieg in Berlin investieren“, sagte Wielgoß.

Berlin will mit seinem Kohleausstieg Vorbild für andere Metropolen sein. Die Ausgangsbedingungen sind dabei nicht optimal. „Anders als beispielsweise in München können wir in Berlin nicht auf Geothermie setzen. Außerdem ist die Nutzung industrieller Abwärme anders als in Hamburg nur sehr begrenzt möglich, weil es keine große industrielle Basis gibt“, sagte die Vattenfall-Managerin.

Auf der anderen Seite sieht Michael Ritzau allerdings auch Vorteile. „Der relativ hohe Fernwärmeanteil stellt einen großen Hebel dar. Die Steuerung der Umstellung Zehntausender dezentraler Anlagen ist vergleichsweise aufwendiger und ungewisser“, sagte er. 27 Prozent der Berliner Haushalte werden über Fernwärme versorgt.

Mehr: Die Stromversorgung der Hauptstadt muss der schwedische Konzern Vattenfall nach langen Jahren an einen Landesbetrieb abgeben. Der Auftrag ist lukrativ.

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1 Kommentar zu "Energiewende: Wie Berlin eine CO2-freie Stadt werden will"

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  • Ich bin überzeugt, dass Berlin innovativ und alternativ genug ist. Es wird hoffentlich alsbald revolutionärste Alternativen geben. Ich hörte von der Berliner Neuheit: Die Berliner NEUTRINO ENERGY Group testet ein Gerät zur Gewinnung von sauberem Strom aus kosmischer Strahlung. Holger Thorsten Schubart, CEO des deutsch-amerikanische Forschungsunternehmen NEUTRINO ENERGY Group hat die Entwicklung eines innovativen High-Tech-Materials auf Basis einer Vielzahl von dotiertem Kohlenstoff und Silizium zum Abschluss gebracht, mit dem ein Teil der kinetischen Energie von Partikeln des unsichtbaren Strahlungsspektrums in Elektrizität umgewandelt wird. Derzeit werden die ersten industriellen Muster des sogenannten NEUTRINO POWER CUBE, eines Geräts, das saubere Energie liefert, in Deutschland unter Laborbedingungen getestet. Neutrinos, hochenergetische Teilchen, die als Teil der kosmischen Strahlung des unsichtbaren Spektrums kontinuierlich auf die Erde treffen, sind nach jüngsten Untersuchungen eine unerschöpfliche Energiequelle. "Der Energieerhaltungssatz funktioniert. ", sagt der Physiker Professor Strauss, ein ehemaliger Forscher am Massachusetts Institute of Technology, USA, und Mitglied des wissenschaftlichen Rates der NEUTRINO ENERGY Group. Die Möglichkeit, Energie durch Wechselwirkung von Neutrinos mit Materie zu gewinnen, wurde am 18. Februar 2018 vom US-Energieministerium bestätigt. Wir müssen Jetzt diese Neuheiten anwenden - dafür muss unsere Politik Steuern, damit die Wirtschaft Rudern kann. In Berlin kann das starten.

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