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Energiewende Wirtschaftsverbände fordern Nationale Wasserstoffstrategie

Noch immer lässt die Nationale Wasserstoffstrategie auf sich warten. Drei Wirtschaftsverbände machen jetzt Druck auf die Bundesregierung.
28.05.2020 - 11:43 Uhr 1 Kommentar
Wasser wird im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart mittels Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Quelle: Thomas Ernsting/laif
Wasserstoff-Elektrolyseur

Wasser wird im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart mittels Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten.

(Foto: Thomas Ernsting/laif)

Berlin Vor wenigen Tagen hatte es so ausgesehen, als würde das Bundeskabinett die „Nationale Wasserstoffstrategie“ beschließen. Doch einen Tag vor dem Kabinettstermin hieß es, das Thema werde von der Tagesordnung genommen.

So geht es nun seit Wochen und Monaten. In der Wirtschaft wächst der Verdruss, viele Unternehmen warten darauf, dass die Regierung mit der Verabschiedung der Strategie endlich den Startschuss für den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft gibt.

Die Chefs des Verbands der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbandes (DWV) und des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) wenden sich daher nun in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD).

In dem dreiseitigen Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, heißt es, man fordere die Minister dringend auf, das überfällige Signal zu setzen und die notwendige Planungssicherheit mit der Nationalen Wasserstoffstrategie zu schaffen.

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    Es bestehe die Gefahr, dass Deutschland seinen technologischen Vorsprung und damit seine Wettbewerbsvorteile beim Thema Wasserstoff verspiele, heißt es in dem Schreiben weiter. „Es ist daher höchste Zeit, die Nationale Wasserstoffstrategie endlich zu verabschieden und mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen zu beginnen“, schreiben die Verbandschefs. Man bedauere ausdrücklich, dass die Große Koalition den Beschluss seit einem halben Jahr verzögere.

    Warum ist den Verbänden die Wasserstoffstrategie so wichtig? Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung. Bestimmte Prozesse, die mittels Strom aus erneuerbaren Quellen nicht oder nur mit extrem hohem Aufwand darstellbar sind, könnten künftig mittels Wasserstoff funktionieren.

    So könnte Wasserstoff in der Industrie, im Schwerlastverkehr, aber auch im Wärmesektor oder als Medium zur Speicherung oder zum Transport von Strom aus erneuerbaren Quellen eine Schlüsselrolle spielen.

    Voraussetzung ist, dass Produktionskapazitäten nebst der dazugehörigen Infrastruktur entstehen. Dafür wiederum soll die Wasserstoffstrategie den Rahmen setzen.

    Ministerien ringen um Details der Strategie

    Tatsächlich sollte die Strategie nach ursprünglicher Planung schon Ende vergangenen Jahres verabschiedet werden. Allerdings legte das Bundeswirtschaftsministerium erst Anfang 2020 einen ersten Entwurf vor. Seitdem ringen die beteiligten Ressorts um die Details.

    Nach wie vor ist etwa unter den Ministerien umstritten, in welchem Umfang in Deutschland Kapazitäten zur Produktion von grünem Wasserstoff entstehen sollen. Grüner Wasserstoff wird auf dem Weg der Elektrolyse mittels Strom aus erneuerbaren Quellen produziert.

    Das Bundeswirtschaftsministerium will einen Wert von drei bis fünf Gigawatt (GW) Elektrolyseleistung bis 2030 festschreiben. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) dagegen pocht darauf, sich auf zehn GW festzulegen. Karliczek kalkuliert damit, allein durch zusätzliche Offshorewind-Kapazitäten in Höhe von fünf GW den Wert von zehn GW erreichen zu können.

    Im Bundeswirtschaftsministerium wie auch im Bundesumweltministerium schreckt man jedoch vor dem hohen Ambitionsniveau des Bundesforschungsministeriums zurück.

    Dafür gibt es einen einfachen Grund: Je mehr Strom aus erneuerbaren Quellen für die Wasserstoff-Elektrolyse eingesetzt wird, desto weniger steht für die Einspeisung von erneuerbarem Strom ins Stromnetz zur Verfügung. Es wird damit noch schwieriger, das Ziel zu erreichen, den Erneuerbaren-Anteil beim Stromverbrauch bis 2030 auf 65 Prozent zu steigern.

    In Regierungskreisen heißt es, selbst innerhalb des Bundeswirtschaftsministeriums herrsche Uneinigkeit darüber, welche Elektrolyseleistung man für 2030 in der Strategie festschreiben solle. Die Energieexperten des Ministeriums neigten zur Vorsicht, die Industrieexperten dagegen seien mutiger.

    DVGW, DWV und VDMA schreiben, die Anlagenbauer wären schon heute dazu in der Lage, „jährlich ein Gigawatt Elektrolyseleistung bereitzustellen“. Die Bundesregierung könne daher in ihrer Strategie getrost ein Ziel von drei bis fünf GW Elektrolyseleistung setzen – allerdings nicht für 2030, sondern bereits „für die Mitte des Jahrzehnts“.

    Auch aus Sicht der Gas-Branche wäre mehr Ehrgeiz bei den Ausbauzielen angebracht. „Wir begrüßen jedes Gigawatt an zusätzlicher Elektrolyseleistung, das installiert werden soll“, sagt Timm Kehler von der Initiative Zukunft Erdgas. „Wenn aber – wie heute – Elektrolyseure in Deutschland nicht wirtschaftlich betrieben werden können, stimmen die Rahmenbedingungen nicht und Investitionen laufen ins Leere. Hier muss die Strategie nachschärfen, sonst drohen Investitionsruinen“, sagt Kehler. Die Branche fordert daher, den für den Betrieb der Elektrolyseure benötigten Strom aus erneuerbaren Quellen von Steuern und Umlagen zu entlasten.

    Streit um blauen Wasserstoff

    Die drei Verbände appellieren außerdem an Minister Altmaier und Ministerin Schulze, „keine Arten von klimaneutralem Wasserstoff auszuschließen“. Sie spielen damit auf den seit Monaten zwischen Altmaier und Schulze schwelenden Streit über blauen Wasserstoff an.

    Blauer Wasserstoff wird beispielsweise auf der Basis von Erdgas produziert. Dabei wird CO2 frei. Dieses CO2 muss dauerhaft unterirdisch gespeichert werden. Nach Definition des Wirtschaftsressorts ist blauer Wasserstoff damit klimaneutral. Er soll wenigstens für eine Übergangsphase Teil der Lösung sein.

    Schulze und auch Karliczek sehen das anders, weil bei der Herstellung von blauem Wasserstoff in der Prozesskette von der Erdgasförderung bis zur Speicherung CO2 in die Atmosphäre gelangt. Zudem ist die CCS-Technologie umstritten. Mit blauem Wasserstoff werde das Problem nur verschoben, hatte Forschungsministerin Karliczek kürzlich gesagt.

    Zusätzlich appellieren die drei Verbände an Altmaier und Schulze, in der Strategie ein Monitoring festzuschreiben, das deren Umsetzung eng begleitet. Nur so lasse sich sicherstellen, die Ziele der Strategie konsequent und zeitgerecht umzusetzen.

    Ob der Appell der drei Verbände Früchte trägt, muss sich erst noch zeigen. In Regierungskreisen heißt es jetzt, die Strategie werde wohl „Anfang Juni“ verabschiedet.

    Mehr: Heilsbringer oder Illusion? Das Potenzial von Wasserstoff im Faktencheck. Lesen Sie hier mehr.

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    • Aufwand und Nutzen sollten im Gleichgewicht sein. Es gibt noch effektivere Alternativen für die Energienutzung. Die neueste Innovationen für die Demokratisierung im Energiesektor welche das System der Energieversorgung durch Grosskraftwerke wandeln wird zu einer mobilen und dezentralen Haushaltsenergieversorgung mit der Neutrino Technologie. Diese revolutionäre Technologie zur emissionsfreien Energienutzung bietet die Neuentwcklung der Neutrinovoltaic, welche die Photovoltaik zukünftig ergänzen und ablösen wird. Denn sie liefert freie Energie 24h x 365Tage ohne Kabel und Steckdose selbstladender NeutrinoGeräte durch die Nutzung von Neutrino-Energy auch ohne Sonnenschein, denn sie lädt in vollkommener Dunkelheit. Ein Überblick über diese fortschrittliche und wettbewerbsfähige Energieerzeugungstechnologie zeigt, dass sich die Neutrinovoltaik - eine Methode zur Erzeugung von elektrischem Gleichstrom unter dem Einfluss von Teilchen des unsichtbaren Strahlungsspektrums - derzeit in der letzten Phase der Umsetzung befindet. Basierend auf dieser Technologie plant die Berliner Neutrino Energy Group, in spätestens 2 Jahren mit der Lieferung von eigenständigen kompakten DC-Stromquellen Neutrino Power Cube® zu beginnen, die kostengünstige und öffentlich zugängliche Materialien verwenden und damit interessante Preisparameter des erzeugten elektrischen Stroms bieten. Vorläufige Berechnungen, die von der Firma bekannt gegeben wurden, erklären den Preis um mindestens 50% günstiger als den Preis, den man für Solarzellenplatten erhält. Darüber hinaus gibt das Unternehmen bekannt, dass die Betriebskosten solcher Quellen gleich Null sind. Eine mobile, dezentrale Haushaltsversorgung mit Neutrino Inside selbstladenden Haushaltsgeräten und E-Autos mit unendlicher Reichweite wird uns noch unabhängiger machen von Grosskraftwerke und CO2 Abgasen.

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