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Entwicklungspolitik Förderprogramm ermöglicht Unternehmen Investitionen in Afrika

Ab sofort können Mittelständler Förderkredite aus dem Entwicklungsinvestitionsfonds beantragen. Sie kommen so an Geld, was ihnen Banken verwehren.
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Erst vor kurzem war der Bundesentwicklungsminister in Afrika unterwegs, um dort Investitionen Deutscher Firmen zu promoten. Quelle: dpa
Gerd Müller

Erst vor kurzem war der Bundesentwicklungsminister in Afrika unterwegs, um dort Investitionen Deutscher Firmen zu promoten.

(Foto: dpa)

BerlinUnternehmen, die in Afrika investieren wollen, können ihr Risiko mit Förderkrediten des Bundes minimieren: Der neue Entwicklungsinvestitionsfonds, den Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Oktober angekündigt hatte, nimmt ab diesem Dienstag Anträge entgegen, wie das Handelsblatt vorab erfahren hat. „Wir schließen damit eine Förderlücke“, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU).

Nach Aussage von Stefan Liebing, dem Chef des Afrikavereins der deutschen Wirtschaft, stößt der Fonds auf hohes Interesse bei Mittelständlern. Für sie sei es bisher nahezu unmöglich, eine Finanzierung für Investitionen in Afrika zu kommen, weil Banken das Risiko scheuen.

Der Fonds, für den die Bundesregierung über mehrere Jahre eine Milliarde Euro bereitstellen will, besteht aus drei Programmen: 400 Millionen Euro sind über das Programm Africa-Connect für Investitionen deutscher und europäischer Mittelständler vorgesehen.

Weitere 400 Millionen Euro fließen in einen Africa-Grow-Fonds, der afrikanische Start-ups stärken soll. Zusätzlich soll ein „develoPPP“-Programm Firmen dabei unterstützen, ihr Geschäft nachhaltiger zu gestalten, indem sie zum Beispiel Ausbildungsplätze einrichten oder erneuerbare Energien einsetzen.

Die Mittel für die Startphase des Entwicklungsinvestitionsfonds sind laut Müller im Haushalt gesichert; um aber eine Milliarde Euro zu erreichen, müssten sie in den nächsten Jahren weiter aufgestockt werden. Das Africa-Connect-Programm bietet Mittelständlern Darlehen von 750.000 bis vier Millionen Euro mit einer Laufzeit von drei bis sieben Jahren.

Beantragt werden können sie bei der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), einer Tochter der staatlichen KfW. Voraussetzung ist ein tragfähiger Businessplan für Geschäfte, die entwicklungspolitische, ökologische und soziale Nachhaltigkeitskriterien einhalten.

Vorrangig werden Geschäfte in den Ländern des deutschen „Compact with Africa“ gefördert, die sich zu investorenfreundlichen Reformen und zum Kampf gegen Korruption verpflichtet haben. Dies sind Ägypten, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien.

Unternehmen sehen Förderung positiv

In der Wirtschaft wird das Programm positiv bewertet. Die Förder-Obergrenze von vier Millionen Euro halten Experten allerdings für zu niedrig. Geschäftsideen im Bereich erneuerbare Energien etwa benötigten eigentlich eine Förderung im niedrigen zweistelligen Millionenbereich, sagen Experten.

Der Africa-Grow-Fonds, den die KfW verwaltet, ist als Dachfonds für afrikanische Wagniskapitalfonds konzipiert. Er soll als Ankerinvestor afrikanischen Financiers die Kapitalaufnahme erleichtern. Die KfW wird im Auftrag des Entwicklungsministeriums eine „First-loss-Tranche“ zur Verfügung stellen, um weitere Kapitalgeber zu ermutigen.

Auch die DEG soll sich beteiligen. Africa-Grow soll zudem eng mit „bewährten panafrikanischen Regional- und Länderfonds“ in den Compact-Ländern zusammenarbeiten. Müller hofft auf einen neuen Blick deutscher Unternehmer auf den Nachbarkontinent. „In den nächsten zehn Jahren wird in Afrika mehr gebaut als in den letzten hundert Jahren in Europa“, sagte er.

Mehr: Außerhalb Südafrikas sind deutsche Unternehmen weniger aktiv. Dabei könnten sie auch vom Markt anderer Ländern profitieren.

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1 Kommentar zu "Entwicklungspolitik: Förderprogramm ermöglicht Unternehmen Investitionen in Afrika "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das Risiko bleibt. Es gibt durchaus Firmen, die die Investion aus Eigenmitteln taetigen koennten. Ein Darlehen muss zurueckgezahlt werden. Wenn das Projekt aus nicht vorhersehbaren Gruenden scheitert, muss der Gruender haften, und das kann u. U.
    zur Insolvenz der Gruenderfirma fuehren.

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