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Erbschaftssteuer Steuerverschonung für fast alle Firmenerben

Verkaufen oder Vererben? Die Erbschaftssteuer-Reform brachte viele Familienunternehmen in Bedrängnis. Eine Statistik enthüllt nun jedoch, dass fast alle Firmenerben von der Steuer verschont bleiben werden.
01.06.2015 - 18:31 Uhr Kommentieren
Formulare für die Erbschaftssteuererklärung des Finanzamtes: Unternehmer müssen nur wenig Mehrbelastung fürchten. Quelle: dpa
Erbschaftssteuer

Formulare für die Erbschaftssteuererklärung des Finanzamtes: Unternehmer müssen nur wenig Mehrbelastung fürchten.

(Foto: dpa)

Berlin Die von der Wirtschaft und Teilen der Union massiv abgelehnten Erbschaftsteuer-Pläne von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) würden nur wenige Firmenerben treffen. Lediglich eine äußerst geringe Zahl Unternehmenserben müsste sich einer sogenannten Bedürfnisprüfung durch den Fiskus unterziehen, ob sie von der Steuer verschont werden dürfen. Das geht aus einer am Montag bekanntgewordenen Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor.

Nach der Statistik lagen 2013 nur 1,5 Prozent beziehungsweise 186 von 12 748 Firmenerben oberhalb der von Schäuble für die „Bedürfnisprüfung“ vorgeschlagenen Freigrenze von 20 Millionen Euro je Erbfall. Im Jahr 2009 seien es lediglich 0,1 Prozent gewesen oder absolut 16 Fälle. Berechnet man den Durchschnitt für die Jahre 2009 bis einschließlich 2013, müssten sich nur 0,8 Prozent der Unternehmenserben zukünftig einer Prüfung unterziehen.

„Anders gesagt: 99,2 Prozent der Unternehmenserben könnten unbeachtet ihrer finanziellen Situation voll von der Erbschaftsteuer verschont werden“, sagte die Grünen-Politikerin Lisa Paus. „Der normale Familienbetrieb von nebenan wäre nicht betroffen, anders, als es im Moment viele Wirtschaftsverbände suggerieren.“

Die Wirtschaft, Teile der CDU sowie vor allem die CSU lehnen Schäubles Pläne ab. Sie fordern ein höhere Obergrenze und lehnen eine Einbeziehung des Privatvermögens bei der Bedürfnisprüfung ab. Derzeit wird keine Erbschaftsteuer fällig, wenn Firmenerben das Unternehmen sowie die Arbeitsplätze einige Jahre erhalten. Das Bundesverfassungsgericht fordert strengere Auflagen. Zuvor hatte „Spiegel online“ über die Ministeriums-Antwort berichtet.

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