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Ernährungsindustrie Merkel fordert faire Geschäftsbeziehungen statt Mindestpreise für Lebensmittel

Im Kanzleramt haben sich Vertreter aus der Lebensmittelbranche mit der Bundeskanzlerin getroffen. Dabei ging es um die Kritik der Landwirte an den Lebensmittelpreisen.
03.02.2020 Update: 03.02.2020 - 12:40 Uhr 1 Kommentar

Merkel lehnt staatliche Lebensmittel-Mindestpreise ab

Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Handel zu fairen Geschäftsbeziehungen mit den Landwirten aufgerufen. Es gebe ein gemeinsames Interesse an einer starken regionalen Versorgung, sagte sie am Montag bei einem Treffen mit Vertretern von Einzelhandel und Ernährungsindustrie in Berlin. Dabei hat sie Forderungen nach staatlich festgesetzten Mindestpreisen für Lebensmittel zurückgewiesen.

„Es geht nicht darum, staatlich verordnete Mindestpreise aufzuoktroyieren“, sagte Merkel am Montag in Berlin zu Beginn des Treffens. Vielmehr müssten faire Beziehungen zwischen den Akteuren bei der Produktion der Lebensmittel erreicht werden. Es gehe darum, gute Lebensmittel zu verkaufen und dafür zu sorgen, dass Landwirte „auskömmlich“ ihr Geld verdienten, sagte Merkel.

Die Kanzlerin verwies auf eine „gewachsene Sensibilität“ für Qualität und Umweltauflagen, die sinnvoll und richtig seien, aber natürlich auch ihren Preis hätten. Die Frage sei, ob diejenigen, die Lebensmittel erzeugten, mit den Auflagen „überleben“ könnten. Dabei sei der Handel jedoch selten direkt mit den Landwirten verbunden. Dazwischen lägen Ernährungswirtschaft, Großabnehmer, Molkereien oder Fleischverarbeiter, mit denen ebenfalls weiterer Dialog nötig sei.

Merkel machte deutlich, dass die nationale Umsetzung einer EU-Richtlinie gegen bestimmte unlautere Handelspraktiken „sehr schnell“ im Laufe dieses Jahres vorangebracht werden solle. Wer diese nicht einhalte, müsse mit Bußgeldern rechnen. Sie hob Aktivitäten des Handels für die Einhaltung von Nachhaltigkeit und Menschenrechten bei importierten Lebensmitteln hervor.

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    An dem Treffen im Kanzleramt mit Verbänden und Vertretern von Supermarktketten nahmen auch Agrarministerin Julia Klöckner und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU) teil. Es war bereits nach einem „Agrargipfel“ bei Merkel mit Vertretern der Landwirtschaft in Dezember angekündigt worden. Hintergrund sind Proteste von Bauern, die sich gegen neue Umweltauflagen, aber auch gegen umstrittene Billigangebote für Fleisch und andere Lebensmittel richten.

    Agrarministerin Klöckner (CDU) sieht nach den Gesprächen Fortschritte. Sie werde nun den Handel und die Landwirtschaft zu einem gemeinsamen Treffen einladen. Es solle außerdem eine „Kommunikationsallianz“ geben von Landwirten und Handel zur Wertschätzung von Lebensmitteln. Klöckner verwies in diesem Zusammenhang auf Lock- und Dumpingangebote des Handels. „Wir stehen an der Seite derer, die gute Lebensmittel produzieren.“ Es müsse aber fair zugehen. Es gebe eine große Liste von unfairen Handelspraktiken.

    Mehr: Die Stimmung vor dem Treffen zwischen Kanzlerin Merkel und dem Handel am Montag war gereizt. HDE-Präsident Sanktjohanser lehnt jegliche Einmischung in die Preissetzungsfreiheit ab.

    • dpa
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    1 Kommentar zu "Ernährungsindustrie: Merkel fordert faire Geschäftsbeziehungen statt Mindestpreise für Lebensmittel"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Gute Lebensmittel, die zu fairen Preisen verkauft werden, mit dem Ziel, dass die Landwirte auskömmlich davon leben können. Das sind ja mal klare Forderungen der Kanzlerin. Wie wäre es denn mal mit Haltungsbedigungen, unter denen die Tiere anständig leben können. Wie wäre es mal mit mehr als Mindestlöhnen in der Landwirtschaft? Wie sieht es mit Förderung der ökologischen Landwirten aus? etc. Insgesamt soll doch hier nur durch die Hintertür eine Preiserhöhung durchgedrückt werden. Wer qualitatv gute Lebensmittel kaufen möchte, der findet diese im Supermarkt nicht. Da liegt oft vergammeltes Gemüse und Obst herum, aus dem die Fliegen flüchten. Gutes Obst und Gemüse findet man leider nur auf dem Wochenmarkt. Erstaunlch ist, dass dieses dann oft sogar günstiger ist als im Supermarkt.
      Leider werden Fleisch, Milch und andere tierische Produkte heute in derartigen Mengen produziert, dass diese nur noch zu Dumpingpreisen abgesetzt werden können. Also deutlich weniger produzieren und der Preis regelt sich. Vielleicht kann ja sogar mal das Tierwohl beachtet werden.

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