Erneuerbare Energien Stromkunden müssen mehr zahlen

Die Ökostrom-Umlage wird im kommenden Jahr deutlich steigen – auf 5,3 Cent je Kilowattstunde. Die Erhöhung spüren alle privaten Haushalte. Viele Betriebe aber umgehen die Abgabe zum Teil mit illegalen Tricks.
Update: 10.10.2012 - 17:52 Uhr 40 Kommentare
Windpark in Schleswig-Holstein: Die EEG-Umlage steigt. Quelle: dpa

Windpark in Schleswig-Holstein: Die EEG-Umlage steigt.

(Foto: dpa)

BerlinDie Verbraucher in Deutschland werden für die Energiewende im kommenden Jahr deutlich stärker zur Kasse gebeten. Die Umlage zum Ausbau des Ökostroms steige auf 5,3 Cent je Kilowattstunde von bislang 3,59 Cent, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Regierungskreisen. „5,3 Cent ist richtig“, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Ein Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 3.500 Kilowattstunden muss demnach im Jahr rund 185 Euro für die Förderung der Energie aus Wind und Sonne berappen – etwa 60 Euro mehr als bislang. Dies dürfte für politischen Zündstoff sorgen, weil die Bundesregierung nach der Atomwende im vergangenen Jahr eine stabile Ökostrom-Umlage in Aussicht gestellt hatte.

Die vier Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW wollen die Höhe der Umlage am Montagvormittag bekanntgeben. Sie wollten sich am Mittwoch nicht dazu äußern. „Die Zahl steht fest“, war aber aus ihren Kreisen zu hören. Die zuletzt genannten 5,4 Cent seien etwas zu hoch geschätzt.

Seit Wochen ist bereits klar, dass der Wert über fünf Cent liegen wird. RWE -Chef Peter Terium hatte etwa erklärt, mit 5,3 beziehungsweise 5,4 Cent zu rechnen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger erwartet in den kommenden Jahren einen weiteren Anstieg. Inklusive Mehrwertsteuer könne der Wert sogar auf über neun Cent klettern.

Die Umlage steigt, weil immer mehr Strom aus Wind, Wasser und Sonne produziert wird. Der Ökostrom wird den Produzenten zu garantierten Preisen abgenommen, die über den Markttarifen liegen. Die Differenz wird über die Umlage von den Verbrauchern bezahlt. Die FDP fordert, zusätzliche Mehrwertsteuer-Einnahmen durch die Erhöhung der EEG-Umlage durch eine Senkung der Stromsteuer zu kompensieren.

Für 2014 droht sogar ein Plus auf rund sieben Cent. Das berichtete die „Bild“-Zeitung und beruft sich auf Bundesnetzagentur-Kreise. Damit könnte sich die sogenannte EEG-Umlage innerhalb von zwei Jahren verdoppeln.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) will das bestehende Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) an „Haupt und Gliedern reformieren“. Er plant, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu begrenzen, um ein weiteres Ausufern der Förderkosten für die Verbraucher zu verhindern. Er denke über eine Mengenbegrenzung beim Ausbau nach, sagte Altmaier der ARD. „Das neue Gesetz muss dann dafür sorgen, dass wir die Energiewende in Deutschland zu vertretbaren Preisen organisieren können.“

Die Tricks der Energiekonzerne
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40 Kommentare zu "Erneuerbare Energien: Der Trick mit der Ökostrom-Umlage"

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  • @Sonnenschen
    Der Ansatz über Kauf effizienterer Geräte Strom zu sparen ist an sich gut. Erwartete Einsparung 120€/Jahr. Nach ca. 6 Jahren passt der Finanzeinsatz. Da Problem das ich sehe, ist folgender: Energiebedarf für Entsorgung der alten Geräte und Herstellung der neuen Geräte, sprich Energiebilanz.
    Leider werden sich genau die Familien, die eh am meisten unter den erhöhten Preisen leiden keine neue Geräte leisten können. @HofmannM
    Ich bitte Sie doch mal die ideoloisch verbrämte Brille abzunehmen und dem Werbegeklapper und Gerechne der Enegiekonzerne zumindest kritisch zu begegnen.
    Diese Enegiekonzerne sind nur Ihren Aktionären verpflichtet, d.h. Shareholder Value auf Teufel und Betrügerei komm raus. Die grossen Shareholder sitzen nur zu geringsten Teilen in Deutschland und schneller Cash ist die Maxime. Viele Argumente sind einfach haltlos und überlste Propaganda. Wie so häufig liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Kompetent angegangen wäre für alle Seiten eine vertretbare Lösung zu finden. Leider haben wir mittlerweile amerikanische Verhältnisse, mit all den leidlich bekannten negativen Auswirkungen.

  • Kann mir mal einer verraten, warum mein Beitrag der Zensur zum Opfer fiel? Habe ich es gewagt, die Ökowelle infrage zustellen und damit einen politisch korrekten Nerv getroffen?
    Was meine Anmerkung zum "Schottern" anging, das sind harte Fakten, wie alles, was ich schreibe, das nicht ausdrücklich als persönliche, subjektive Meinung erkennbar ist.
    Ich bitte also dringend darum, meinen Beitrag wiederherstellen. Ich könnte sonst zu dem Schluß kommen, daß "Meinungsfreiheit" hierzulande ein Fremdwort ist!

  • Bei der Sorge um die Kosten der Energiewende sollten sich unsere Politiker die Abrechnungen der Stromversorger mal genau ansehen. Eventuell liegt die festgestellte Kostenexplosion daran, dass der Strom aus Erneuerbaren irgendwie doppelt verkauft wird. Zur Verdeutlichung folgendes Beispiel:
    Laut meinen Stromzähler verbrauche ich sagen wir 1.000kWh Strom im Jahr. Dafür stellt mir mein Stromversorger eine Jahresabschlussrechnung über 1.000kWh. Der Strompreis enthält neben Steuern, Netzentgelt und Konzession auch die Umlagen für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und für Erneuerbare Energien (EEG). Der Strom, den die KWK und die Erneuerbaren liefern wird aber nicht von meinem Stromversorger an mich geliefert, sondern von den Netzbetreibern im Zuge der Stromdurchleitung ins Netz eingeschleust. Wenn der Anteil KWK und Erneuerbare sagen wir zusammen 15% des bezogenen Stroms beträgt, dann hat mir mein Stromversorger demnach eigentlich nur 850kWh geliefert und der Netzbetreiber 150kWh. Diese 150kWh werden über die Umlagen bezahlt, weil die Betreiber von EEG und KWK-Anlagen ihre Vergütung vom Netzbetreiber, also aus den Umlagen, erhalten. Dennoch muss ich meinem Stromversorger 1.000kWh Strom bezahlen, obwohl sein Anteil nur 850kWh beträgt. Die tatsächliche Stromproduktion der Stromversorger liegt also um den Anteil der EEG und KWK-Anlagen niedriger, dennoch wird so abgerechnet, als ob die Stromversorger den gesamten Strom produziert haben.

  • Wenn man hier gegen die hohe EEG-Zulage wettert, lachen sich die Netzbetreiber und die priviligierten Stromabnehmer ins Fäustchen.
    Für ca. 1/5 des verkauften Stroms wird überhaupt keine EEG-Umlage fällig.

    Wie sich der Strompreis zusammensetzt, kann man an dieser Grafik erkennen:

    http://www.dgs.de/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2FAbarzua_02.jpg&width=800m&height=600m&bodyTag=%3Cbody%20bgcolor%3D%22black%22%3E&wrap=%3Ca%20href%3D%22javascript%3Aclose%28%29%3B%22%3E%20%7C%20%3C%2Fa%3E&md5=359e68faba2d91ade1ebc87d49288bb6

    Daran erkennt man, wenn man es will, eindeutig, dass die Strompreise für Privathaushalte gleichmäßig gestiegen sind, als noch alle KKWs am Netz waren und die EEG-Umlage unter 1 Cent lag. Die Preis für Öl, Gas, Kohle, Uran sind teilweise auch erheblich gestiegen und werden drastisch weiter steigen. Wer auf diese Energielieferanten setzt, fährt ohne jeden Zweifel vor die Wand.

    Die Industrie hat dagegen seit 2008 (vor der Bankenkrise) kaum noch mit steigenden Strompreisen zu tun gehabt. (Steigerung in 4 Jahren insgesamt 4,7%)

    Tipp: Ich werde auch im kommenden Jahr meinen finanziellen Aufwand für Strom weiter senken. Die vor 30 Jahren für 1250,- DM gekaufte Kühl-/Gefrierkombination wurde vor 2 Wochen durch ein neues A+++ Gerät für 750,- € ersetzt. Ersparnis alleine durch diesen Austausch: 120,-€/Jahr.

  • @NKM
    Was schreiben Sie da für einen ideologischen Energieroman!?
    Informieren Sie sich erstmal, wie Strom kostengünstig und fortwährend erzeugt und bereitgestellt wird!
    Die Kern- Kohle- und Gaskraftwerksnetze sind das beste und effektifste Stromerzeugungs und Verteilungssystem auf der Welt. Das war so, ist so und wird die nächsten 1000 Jahre so bleiben!
    Die Ökoenergie ist launisch und nicht bezahlbar (Luxusgut)
    Die fossile Energie ist beständig vefügbar und bezahlbar (Allgeimgut)!
    Auf Sonnen, Wind und Bioenergie zusetzen ist RÜCKSCHRITT und Wohlstandsvernichtung (Kostentreiberei durch die Politik am Volk)PUR!

  • "Wie dumm muss man eigentlich sein, hier so einen Blödsinn zu verbreiten, wie es die beiden vorherigen Kommentatoren versuchen."
    -----------------------
    Nichts mit Blödsinn! Nach neuen (Sept. 2012) Informationen kann ein Teil der Arbeitsplätze in Neuss gerettet werden, aber nur im wirtschaftlichen Kontext der benachbarten Alu-WEitervereinbarung.

    http://www.ngz-online.de/neuss/nachrichten/700-arbeitsplaetze-in-neusser-alu-huette-gerettet-1.2979881

    Meine Angaben waren völlig korrekt, die Alu-Neuproduktion (also Elektrolyse) war für Jahre um 80% reduziert. Norsk Hydro gibt an, daß selbst jetzt die Kalkulation sehr knapp wird. Ein kleiner Dreh an der Energieschraube und hier wird endgültig dichtgemacht.
    Für sich alleine gesehen ist die Alu-Elektrolyse offensichtlich unrentabel.
    Übrigens, als CEO ließe ich mich auf eine so knappe Kalkulation und die unzuverlässige, weil politisch beeinflußte Energieerzeugung hierzulande nicht ein. Als weltweit agierender Großkonzern kann Norsk Hydro jederzeit in Gebiete ausweichen, die eine zuverlässige, preisgünstige Energieversorgung garantieren. Dazu gehört Deutschland nicht mehr.
    Noch ein übriges:
    Die Arepo Consult arbeitet u.a. für die Rosa Luxemburg Stiftung, die ihrerseits den Kommunisten nahesteht! Damit ist eine Studie dieser Organisation für mich völlig unglaubwürdig, weil politisch korrekt linksgrünalternativ geschönt!
    Und noch eines: Jeder energieintensive Industriebetrieb wird seinen Energieverbauch so niedrig wie möglich halten, weil Energie ein Kostenfaktor in der Produktion ist. Z.B. wird die bei chemischen Reaktionen anfallende negative Reaktionsenthalpie für andere Prozesse mit positiver Enthalpie oder für die lokale Energieerzeugung weiterverwendet. Kein einziges Joule wird verschwendet, wenn es sich vermeiden läßt, denn Energie kostet Geld!
    Wenn Sie mir nicht glauben, befassen sie sich einfach mal mit Wissenschaft und Technik industrieller Produktionen im Bereich Chemie (Alu und Stahl gehören im Grunde dazu)!

  • @Richtigstellung
    Wir ALLE in Deutschland müssen nicht soviel für Strom zahlen, wenn wir diese merklische Energiewende und das EEG nicht hätten. Alleine durch das EEG und den Ausstieg aus der Kernkraft und wie es ja weiter angedacht ist der Ausstieg aus sämtlichen billigen fossilen Kraftwerksstrompreisen, kostet uns Endverbraucher 10 ct.
    Diese 10 ct/je kwh Mehrkosten durch das schwankende Ökostromangebot macht jährlich eine durschnittliche Mehrbelastung von mind. 450 EUR aus. Darüber hinaus steigt durch den Ökostromzwang (Wind,Sonne,Biogas) die indirekten Lebenshaltungkosten in Deutschland. Ökostrom und die Green Economy bringt kein wirtschafltiches Wachstum sondern ein staatlich subventioniertes Wachstum aus Kosten des Volkswohlstands. In Deutschland steigen die Kosten für die Bevölkerung. Die Inflation wird immer mehr an Fahrt gewinnen. Der Steuer und Abgabenanteil ist schon so hoch, dass wir für das "Reale Leben" weniger zur Verfügung haben als noch vor 30 Jahren!
    Die Belastungen wurden durch die politischen Entscheidung der ökosozialen Traumwelt immer mehr für die Bürger angehoben. Und in den nächsten 10 Jahren wird der deutsche Bürger diese Belastung nicht mehr tragen können. Die Abwärtsspirale wurde mit der merklischen Energie- und Euroschuldenpolitik beschleunigt.

  • ihr habt gewählt und werdet wieder wählen-und wieder falsch.wählt die freiheit . aber was ist das???seht ihr das proplem ???

  • Lügen haben kurze Beine!

    "Deutschland lockt stromhungrige Industrie an" zu lesen in der neoliberalen FTD vom 05.09.2012.

    Wie dumm muss man eigentlich sein, hier so einen Blödsinn zu verbreiten, wie es die beiden vorherigen Kommentatoren versuchen.

    "Energieintensive Branchen wie Glas, Chemie oder Zement - und vorneweg die Aluhütten - profitieren von zahlreichen Privilegien gegenüber Kleinverbrauchern. Die Researchfirma Arepo Consult bezifferte die Entlastung für 2012 in einer Studie auf mehr als 9,1 Mrd. Euro."

    9.100 Millionen EUR an Mehrkosten für Kleinverbraucher nicht etwa durch das EEG, sondern nur weil unsere korrupte Regierung sich von der Lobby kaufen lässt!!!

    Heute in der SZ kann man lesen, wie sich Oettinger in einen Brief an Winterkorn rühmt, er habe die Reduzierung des CO2-Ausstoßes für PKW verhindert!!!

  • Schade, dass in der Berichterstattung immer nur ein Teil der Fakten und Hintergründe dargestellt wird. Die energieintensiven Firmen profitieren einerseits von der Umlagebefreiung. Gleichzeitig können sie ihren Strom an der Börse direkt einkaufen. Die Börsenpreise vor allem für Spitzenlaststrom zur Mittagszeit sind durch die Erneuerbaren Energien in der Vergangenheit erheblich gesunken, wodurch die Unternehmen massiv Kosten sparen.

    Gleichzeitig noch der Hinweis zur Funktionsweise des EEG: Die EEG Umlage entsteht aus der Differenz zwischen Börsenpreis und fester Einspeisevergütung. Das heißt je mehr die Erneuerbaren im Preis sinken, umso grösser der Differenzbetrag der zu Buche schlägt. Dieser Mechanismus sollte mal geprüft werden anstatt die Ausbaumengen o.ä. begrenzen zu wollen um die Kosten zu begrenzen. Zumal auch die Kosten der konventionellen Energieerzeugung keinesfalls konstant sind. Die Preistendenz an den Tankstellen kennen wir alle ja nur zu gut...

    Es wäre wünschenswert, dass sich an einem solch umfassenden und langfristigen Projekt wie der Energiewende ausnahmslos alle beteiligen würden. Dann wären die Kosten auf eine breite Basis verteilt und für den Einzelnen nicht so hoch.

    Aber dieser Wunsch wird in unser Lobbyisten Gesellschaft wohl unerfüllt bleiben...

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