Erneuerbare Energien Warum die neuen Klimaschutzziele der EU im Verkehrssektor ein Etikettenschwindel sind

Die EU peilt neue Ziele für den Klimaschutz im Verkehrssektor an. Aus Sicht der Biokraftstoffindustrie sind diese nur ein Rechentrick.
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Dem vorliegenden Kompromiss zufolge sollen 14 Prozent der im Verkehrssektor eingesetzten Energien aus erneuerbaren Quellen stammen. Quelle: dpa
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Dem vorliegenden Kompromiss zufolge sollen 14 Prozent der im Verkehrssektor eingesetzten Energien aus erneuerbaren Quellen stammen.

(Foto: dpa)

BerlinVoraussichtlich am Mittwoch dieser Woche wird der Rat der EU-Energieminister über den Kompromiss von Rat, Parlament und Kommission für den Einsatz erneuerbarer Energien im Verkehrssektor entscheiden. Damit wird die Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehrssektor bis 2030 geregelt.

Dem vorliegenden Kompromiss zufolge sollen dann 14 Prozent der im Verkehrssektor eingesetzten Energien aus erneuerbaren Quellen stammen. Das klingt ehrgeizig.

Doch der Anstieg auf 14 Prozent findet zum großen Teil auf dem Papier statt. Aus Sicht des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) handelt es sich schlicht um einen Etikettenschwindel.

Der VDB weist darauf hin, dass der Kompromiss reichlich von der Möglichkeit Gebrauch macht, bestimmte alternative Kraftstoffe und auch die Elektromobilität mehrfach auf das 14-Prozent-Ziel anzurechnen.

Beispiel: Für Elektroautos gilt der Anrechnungsfaktor vier. Ein Elektroauto-Anteil von einem Prozent würde somit mit vier Prozentpunkten auf das 14-Prozent-Ziel einzahlen. Für Kraftstoffe, die aus Altspeisefetten oder Tierfetten hergestellt werden, gilt der Multiplikator zwei, ebenso bei Kraftstoffen aus Stroh, Gülle oder Restholz.

Die Mehrfachanrechnungen gab es zwar auch bisher schon. Allerdings machte sich beispielsweise der Faktor vier für die Elektroautos bislang kaum bemerkbar, da es keine nennenswerte Zahl an Elektroautos gab. Mit wachsendem Anteil der Elektromobilität wird sich gerade dieser Multiplikator überproportional auswirken. Ähnliches gilt für Kraftstoffe aus Altfetten oder Stroh.

Im Ergebnis lässt sich der von der EU angestrebte Anteil von erneuerbaren Energien im Verkehrssektor erreichen, ohne einen wirklichen Kurswechsel einleiten zu müssen, kritisiert der VDB. „Anstatt eine Dekarbonisierung im Verkehr einzuleiten, zementiert die EU den jetzigen Anteil von fossilen Kraftstoffen im Verkehr bis 2030“, heißt es beim VDB. Die EU feiere sich für eine minimale Steigerung der tatsächlichen Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehr.

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