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Erntebericht 2019 Agrarministerin Klöckner gewährt Bauern keine neuen Dürrehilfen

Die deutsche Ernte fällt unterdurchschnittlich aus. Finanzielle Unterstützung für die Bauern lehnt Agrarministerin Julia Klöckner trotzdem ab.
29.08.2019 - 18:52 Uhr Kommentieren
Die Bauern seien in den letzten Jahren immer wieder von den Auswirkungen der Klimakrise gebeutelt worden. Quelle: dpa
Kartoffelernte in Niedersachsen

Die Bauern seien in den letzten Jahren immer wieder von den Auswirkungen der Klimakrise gebeutelt worden.

(Foto: dpa)

Berlin Die Niederlage vom Vortag war der Agrarministerin am Donnerstag in ihrem Ministerium nicht anzumerken. Julia Klöckner (CDU) präsentierte den Erntebericht, beklagte den Zustand der Wälder – aber verlor kaum ein Wort über das leidige Thema Nitrat, das in vielen Regionen Deutschlands zu hoch ist und die Wasserqualität belastet.

Das, was Klöckner am Mittwoch zusammen mit Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) in Brüssel vorgelegt hat, reicht der Kommission noch immer nicht aus. Deutschland muss abermals nachbessern, ansonsten drohen millionenschwere Strafzahlungen an die EU.

Für Friedrich Ostendorff, den agrarpolitischen Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, ist Klöckner eine Ministerin, „die Krisen beschönigt“. Der Ausnahmezustand werde zum Alltag, kommentierte er den Erntebericht der Ministerin. Die Bauern seien in den letzten Jahren extrem stark und wiederkehrend von den Auswirkungen der Klimakrise gebeutelt worden. „Die Böden sind vielerorts nachhaltig ausgetrocknet und der gefallene Regen konnte die Dürre der letzten Jahre nicht annähernd ausgleichen.“

Klöckner sprach von „erfreulicherweise“ besseren Erträgen als im Vorjahr, das für viele Höfe ein Katastrophenjahr gewesen sei. Insgesamt falle die diesjährige Ernte bei Getreide und Raps aber unterdurchschnittlich aus. In einigen Regionen, etwa in Brandenburg und Sachsen-Anhalt, seien die Niederschläge auch in dieser Vegetationsperiode zu gering gewesen, um das Wasserdefizit von 2018 auszugleichen. „Erneut merken wir, dass es große regionale Unterschiede gibt“, sagte die CDU-Politikerin.

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    Finanzielle Unterstützung für die Bauern wie im vergangenen Jahr stellte Klöckner in diesem Jahr aber nicht in Aussicht. „Es wird keine Dürrehilfen geben“, sagte sie. Grund sei, dass die Schäden kein „nationales Ausmaß“ erreicht hätten. Bauernpräsident Joachim Rukwied fordert wegen Ernteausfällen Hilfe von der Politik, etwa eine steuerliche Förderung sowie Anschubkapital für den Aufbau einer Versicherung, damit sich Bauern gegen solche Risiken absichern könnten.

    Besorgt äußerte sich die Landwirtschaftsministerin über den Zustand des deutschen Waldes aufgrund von Dürre und Schädlingen. „Wir haben eine Zäsur im Wald und die ist sichtbar“, sagte Klöckner, die sich am Vormittag mit mehreren Verbänden getroffen hatte. Die Veränderungen seien massiv. Über konkrete Hilfen solle am 25. September bei einem „Waldgipfel“ von Bund und Ländern entschieden werden, kündigte Klöckner an.

    Es gehe nicht darum, Verluste einzelner Waldbesitzer zu kompensieren. Doch im Sinne des Gemeinwohls müsse der Wald stärker an den Klimawandel angepasst werden. Zur Höhe staatlicher Zuschüsse äußerte sich die Ministerin vorerst nicht. Umweltschützer forderten einen stärkeren Waldumbau als bisher. So sind Laubmischwälder klimastabiler und resistenter als Nadelbaumwälder.

    Mehr: Die Preise für Agrarland steigen dramatisch, auch weil Investoren von Steuerschlupflöchern und Subventionen profitieren. Regionale Bauern leiden darunter – aber die Politik schaut nur zu.

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