Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Erstaufnahmestelle Ellwangen Polizeieinsatz in Flüchtlingsheim nach verhinderter Abschiebung

Asylbewerber hatten die Abschiebung eines Afrikaners in Ellwangen gewaltsam verhindert. Nun ist die Polizei erneut in der Unterkunft im Einsatz.
03.05.2018 Update: 03.05.2018 - 12:35 Uhr 19 Kommentare

Polizei zum Einsatz in Ellwangen: „Wir haben so eine Situation noch nie erlebt“

Ellwangen Hunderte Polizisten und bewaffnete Spezialkräfte besteigen Transporter. Viele tragen Sturmhauben. Im Schutz der Dunkelheit fahren sie in der Nacht zum Donnerstag zur einstigen Reinhardt-Kaserne am Rande der beschaulichen schwäbischen Stadt Ellwangen. Es ist früh am Morgen, als die Polizisten aussteigen und die Unterkünfte der Asylbewerber umzingeln. Dann kommt der letzte Befehl zum Start des Einsatzes. Er wird zu einer Machtdemonstration des Rechtsstaates - mit einer klaren Botschaft: so nicht.

Am Montag hatten in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) rund 150 Afrikaner die geplante Abschiebung eines 23-Jährigen aus dem westafrikanischen Kleinstaat Togo mit Gewalt verhindert. Sie schlugen auf Streifenwagen ein und bedrängten Polizisten, die die Abschiebung des 23-Jährigen vollziehen sollten. „Rückzug!“, lautete wenig später der Befehl aus dem zuständigen Polizeipräsidium Aalen. Der Mann aus Togo - von 1884 bis 1916 eine Kolonie Deutschlands - wird notgedrungen freigelassen.

In einer „so aggressiven und gewaltbereiten Ausnahmesituation“ habe man verhindern wollen, dass es Verletzte gibt, erklärt später der stellvertretende Polizeipräsident Bernhard Weber. Und der Polizist aus Baden-Württemberg fügt hinzu: „Das Recht wird durchgesetzt werden, dafür stehen wir.“ Schließlich gehe es in Ellwangen um Straftatbestände wie Gefangenenbefreiung und Landfriedensbruch.

Statt Rückzug lautet der Befehl am Donnerstag Zugriff. Flüchtlinge springen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Fenstern und ziehen sich Blessuren zu. Auch einige Polizeibeamte seien leicht verletzt worden, hätten ihren Dienst aber fortsetzen können.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Angehörige des Rettungsdienstes „hatten zu tun“, sagt vor Ort Polizeisprecher Bernhard Kohn. Rettungswagen sowie ein Notarztfahrzeug mit Blaulicht in Begleitung der Polizei verlassen die Flüchtlingsunterkunft vor laufenden Kameras. Die Reporter sehen auch, wie mehrere Männer - manche in Handschellen - innerhalb der LEA in Gewahrsam genommen und zur Vernehmung abgeführt werden.

    Mindestens ein Mann wird dann in einem Gefangenentransporter an einen anderen Ort gebracht. Ob es sich dabei um den 23-Jährigen aus dem Togo handelt, an dem sich die gewalttätige Auseinandersetzung am Montag entzündet hatte, ist zunächst unklar.

    Für die Stadt Ellwangen, vor allem aber für die Landesregierung und den zuständigen CDU-Innenminister Thomas Strobl, kommen die Geschehnisse rund um die Unterkunft in Ellwangen höchst ungelegen. Seit längerem hat die Landesregierung bei der Stadt um Verständnis geworben, dass die vor gut drei Jahren in der ehemaligen Kaserne eröffnete Flüchtlingseinrichtung länger bestehen bleibt als geplant.

    Im Frühjahr 2020 endet der Vertrag. Über eine eventuelle Verlängerung sollen die Stadtverwaltung und der Gemeinderat entscheiden. Noch im April hatte der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer (Grüne) erklärt, das „Interesse sowie die Hilfsbereitschaft und Unterstützung in der Bevölkerung sind weiterhin ungebrochen groß“.

    Baden-Württemberg hätte ohne diese Unterstützung die Folgen der Flüchtlingskrise des Jahres 2015 kaum bewältigen können, so Reimer. Kurzzeitig mussten in der Einrichtung in Ellwangen mehr als 4500 Menschen untergebracht werden, inzwischen hat sich die Zahl laut Behördenangaben zwischen 400 und 600 eingependelt.

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Erstaufnahmestelle Ellwangen - Polizeieinsatz in Flüchtlingsheim nach verhinderter Abschiebung
    19 Kommentare zu "Erstaufnahmestelle Ellwangen: Polizeieinsatz in Flüchtlingsheim nach verhinderter Abschiebung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Polizeisprecher sagte , dass die Polizei als "Gegenspieler " angesehen wird .
      Gegenspieler , das zeugt nicht gerade von Respekt , da traut man sich schon mal was ?

      Zum Glück haben die Aufmüpfigen nur die Handschellenschlüssel und nicht noch die Waffen und Fahrzeugschlüssel verlangt !

    • Der Polizeisprecher sagte , dass die Polizei als "Gegenspieler " angesehen wird .
      Gegenspieler , das zeugt nicht gerade von Respekt , da traut man schon mal was ?
      Zum Glück haben die Aufmüpfigen nur die Handschellenschlüssel und nicht noch die Waffen und Fahrzeugschlüssel verlangt !

    • Dafür hört man Drehhofer & Co. aber bemerkenswert viel "sagen" :)

      Kurz gesagt - enorm Viele haben derzeit besonders viel zu "sagen"

      Heute

      Schuster : Mehr Härte

      Drehhofer : Nur noch Sachleistungen für Ausreisepflichtige

      Söder : Kindergeldkürzung für im Ausland lebende Ausländerkinder.

      Strobl : Polizistenangreifer sofort abschieben

      Wären die entsprechenden Gesetze da und dann auch der "Wille" - ja dann ......

      Wer macht noch mal in der GroKot.. die Gesetze?

      Ach ja – die Rädelsführer der „Machtdemonstration“ gegenüber der Polizei werden jetzt auf andere „Einrichtungen“ verteilt. Soweit zum sofortigen Abschieben, Härte usw.

    • Hindenburg war ja auch gewählt, hier wird doch keiner mehr gewählt, könnte doch was schief gehen, bei geheimen und freien Wahlen. So regieren eben immer die Selben. Wie hat Seehofer mal gesagt, "die gewählt werden, haben nicht zu sagen und die was zu sagen haben, können nicht gewählt werden".

    • Parallelen sind wie immer rein zufällig. Gut, dass es keine altersschwache Parallele zu Hindenburg gibt. Deshalb brauchen wir auch keinen Ersatz für Stauffenberg.

      Wenn allerdings das C der CDU durch ein halbmondartiges Gebilde ersetzt wird, dann ist wohl Alles zu spät.

    • Schäbig wie der Mob ist, werden sie wieder behaupten, daß deutsche Volk hätte die Dame gewählt, dabei hatte ihre Partie keine 30%.

    • Da hoffe ich doch stark, dass wir uns irgendwann ohne Hilfe aus dem Ausland selbst befreien können, Herr Spiegel. Dann brauchen wir weder ein ausländisches Tribunal.oder ein Scharia-Gericht.

    • Schwierig Herr Kabus, ich denke da an Nürnberg, es wäre nicht das erste Mal, daß Befreier Gericht abhalten.

    • Erstaufnahmestelle Ellwangen: "Etwa 150 bis 200 mutmaßliche Flüchtlinge sollen laut Darstellung von Zeugen die Streifenwagen umringt und die Polizisten bedrängt haben. Später sollen sie mit Hilfe einer Drohung erreicht haben, dass die Schlüssel zu den Handschellen des Mannes überreicht wurden. Der Mann soll danach untergetaucht sein."

      Das sind doch alles keine Flüchtlinge sondern Kriminelle. Wer glaubt die verhalten sich nur so in ihrer Flüchtlingsunterkunft der ist ein Fantast.
      Die Polizei kann sich noch nicht einmal selber schützen, aber uns wird von sog. Sichheit etwas vorgefaselt die es nicht mehr gibt. Wir sind auf goodwill der kriminellen Flüchtlinge angewiesen.
      Die Möglichkeit des Selbstschutzes für uns Bürger wurde u. wird laufend eingeschränkt, somit werden wir diesen kriminellen Flüchtlingen schutzlos ausgeliefert.
      CDU-Innenpolitiker Armin Schuster fordert ein härteres Durchgreifen der Sicherheitsbehörden. Als erstes sollte er ein härteres durchgreifen gegen seine Parteichefin Fr. Merkel fordern, die in krimineller Weise ohne Rechtsgrundlage die Grenzen für diese Kriminellen Flüchtlinge öffnen lies.
      Was aber am frustrierendsten ist, dass diese Polizisten die Schlüssel für die Handschellen Widerstandlos dem kriminellen Mob ausgeliefert haben, wozu haben die dann ihre Schusswaffen??
      Gefangenenbefreiung ist eine schwere Straftat!!
      Unsere Polizei hat nur noch eine große Klappe wenn es gegen deutsche Autofahrer oder Schwarzfahrer geht. Bei kriminellen Flüchtlingen wird gekuscht. Aber wenn das Landgericht in Zwickau einen illegalen algerischen Wiederholungs- und Intensivtäter das Strafmaß von 3,5 Jahre auf 2,5 Jahre reduziert mit der Begründung, aufgrund seiner mangelnden deutschkentnisse würde er im Haftvollzug unverhältnismäßig leiden! Das spricht jedem Rechtsverständnis Hohn, ist für mich Rechtsbeugung und ist Rechtssprechung nach linker Gesinnung und hat mit Recht überhaupt nichts zu tun. Somit kann man die Polizei auch wieder etwas besser verstehen.

    • Nach Allem, was die von sich gegeben hat, schließe ich auf den kurzen Dienstweg, Herr Spiegel.

      Denken Sie an die Selfies, in denen diese Person als Bundeskanzlerin öffentlich kommentiert wurde, usw.

    Alle Kommentare lesen
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%